Stadtkirche setzt Telefonandachten fort

Gut verbunden

Immer mehr Rotenburger nutzen die Telefonandachten der Stadtkirche. Und immer mehr sprechen selbst eine ein.
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Immer mehr Rotenburger nutzen die Telefonandachten der Stadtkirche. Und immer mehr sprechen selbst eine ein.

Rotenburg – Nach dem Freizeichen raschelt es. Dann meldet sich die Stimme von dem Lektor der Rotenburger Michaelsgemeinde. „Ich freue mich, mit Ihnen verbunden zu sein“, sagt Hans-Joachim Rincker. Dann erzählt er, dass Gott eines Tages von den Wesen seiner Schöpfung wissen möchte, wie sie ihn sehen. Er fragt die Schildkröten, die Jasminblumen, die Wolken und die Atome und letztendlich auch einen alten Maler. Der fertigt ein Bildnis von sich selbst und sagt: Das ist Gott. Gott ist verzweifelt. Haben die Menschen denn so gar nicht kapiert, wer er ist?

Die Anekdote und die nachfolgenden Gedanken von Rincker sind Teil der Telefonandachten, die seit dem 28. April dieses Jahres von der Rotenburger Stadtkirchengemeinde angeboten werden. Das Angebot wurde auf Initiative vom Kirchenvorstandsmitglied Annette Hollmann entwickelt, die das Format aus der Kirchengemeinde in Sittensen kennt. Auch in Rotenburg sieht man das Projekt als Erfolg an, daher soll es fortgesetzt werden.

Die Zahl der Hörer ist von anfänglich 44 auf 70 bis 100 Hörer pro Andacht gewachsen. Die Zahl der Sprecher hat sich seit Beginn des Formats von 9 auf 18 Personen verdoppelt. Die Menschen hinter den Telefonandachten wurden von Hollmann angesprochen. Darunter sind zum Beispiel der Pastor der Michaelsgemeinde Christian Relius, die Pastorin der Stadtkirchengemeinde Amely Lißner, Superintendent Michael Blömer, Predikantin Karin Ladwig und Kirchenvorstand Hilmer Drögemüller. Sie habe niemanden ausschließen wollen, und die meisten hätten sofort zugesagt, berichtet Hollmann.

Die Telefonandachten werden vor allem von Menschen höheren Alters gehört. Eine präzise Auswertung liegt Hollmann nicht vor, aber das sei zumindest aus den persönlichen Rückmeldungen zu entnehmen. Die sind überwiegend positiv gewesen. Drögemüller berichtet, dass er von mehreren Seiten Lob für eine Andacht bekommen habe, die er zum Teil auf Plattdeutsch gehalten hat. Kritik habe es für die Öffentlichkeitsarbeit gegeben. Hollmann berichtet, dass sich ein Kirchenmitglied beklagt hätte, man habe von der Aktion nicht genügend mitbekommen.

Aufgrund des hohen Zuspruchs werden die Telefonandachten bis Ende des Jahres fortgesetzt. Es gibt sogar die Überlegung, das Format auch nach Corona weiterzuführen. Dazu ermutigt hat Hollmann und Drögemüller die Tatsache, dass auch nach dem Einsetzen der Gottesdienste die Andachten weiter nachgefragt werden. Vielleicht wird es den Verantwortlichen durch die Fortführung des Angebots endlich gelingen, dass Kirche die Rotenburger wieder besser erreicht – im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Telefonandacht

Interessierte können unter der Nummer 04261 / 960076 die circa fünfminütigen Anrufbeantworteransagen abhören. Jeden Dienstag um 10 Uhr gibt es eine neue Andacht. Wenn besetzt ist, dann einfach fünf Minuten warten.

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