Grundstücksmarkt im Landkreis steht im Zeichen des demografischen Wandels

Ackerpreise steigen weiter

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Die niedrigen Zinsen halten das Interesse an Bauland hoch – wenn auch der große Boom vorüber scheint.

Rotenburg - Im Landkreis Rotenburg sind im vergangenen Jahr weniger Grundstücke aber mehr Häuser als im Vorjahr verkauft worden. Das geht aus dem jetzt vorgelegten Grundstücksmarktbericht hervor. Darin steht auch, dass die Preise für landwirtschaftliche Flächen weiter gestiegen sind.

Der „Gutachterausschuss für Grundstückswerte Otterndorf“ durchleuchtet regelmäßig den Markt im Elbe-Weser-Raum im Auftrag des Gesetzgebers. Nun wurde der Grundstücksmarktbericht 2015 vorgestellt, der alle wichtigen Daten zur aktuellen Umsatz- und Preisentwicklung der Landkreise Stade, Osterholz, Cuxhaven und Rotenburg enthält.

Im Kreis Rotenburg wurden 2014 rund 2200 Grundstücke verkauft, etwa 70 weniger (minus drei Prozent) als 2013. Die seit Jahren beobachtete Belebung des Marktes hat sich damit nicht fortgesetzt. Der Geldumsatz ist um drei Prozent auf 258 Millionen Euro gestiegen. Vorrangig, weil 40 frei stehende Einfamilienhäuser mehr veräußert wurden als 2013.

Der durchschnittliche Kaufpreis für ein Grundstück mit frei stehendem Einfamilienhaus liegt im Landkreis Rotenburg nahezu unverändert bei 141000 Euro. Das ist deutlich weniger als in den Landkreisen Osterholz (178000 Euro) und Stade (185000) und liegt deutlich unter dem niedersächsischen Durchschnittspreis (161000).

Die regionale Preisentwicklung für Wohnimmobilien wird laut Gutachten immer stärker von der zu erwartenden Einwohnerentwicklung, dem demografischen Wandel, gesteuert. Nur der Run auf die Speckgürtel der Großstädte Hamburg und Bremen ist ungebrochen. Entsprechend gibt es jeweils im Süden der Landkreise Stade und Osterholz Preissteigerungen von vier bis fünf Prozent, während im ländlichen Raum der Landkreise Cuxhaven und Rotenburg stagnierende oder sinkende Immobilienpreise zu beobachten sind. In beiden ist in den kommenden Jahren mit deutlichen Einwohnerverlusten zu rechnen.

Genauso prägt der demografische Wandel die Bauplatzpreise. Der Baulandpreisindex weist für die Jahre 2010 bis 2013 im Landkreis Rotenburg jährliche Preissteigerungen von 2 Prozent aus – etwa in Höhe der Inflationsrate. 2014 blieben Preissteigerungen aus.

Die Preisentwicklung für land- und forstwirtschaftliche Grundstücke ist dagegen weiter „vom Missverhältnis einer ständig wachsenden Nachfrage nach einem nicht vermehrbaren Wirtschaftsgut“ geprägt, wie die Gutachter formulieren. Die Preise für Ackerland haben sich seit 2005 im Kreis Rotenburg, insbesondere im Altkreis Bremervörde, mehr als verdreifacht und liegen aktuell im Mittel bei 2,80 Euro je Quadratmeter. Grünland ist in dem Zeitraum ebenfalls um mehr als das Doppelte teurer geworden. Die Preissteigerungsraten für landwirtschaftliche Flächen sind damit in der Region um Zeven und Bremervörde die höchsten im Elbe-Weser-Raum.

Hauptpreistreiber bleibt der durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ausgelöste Biogasboom. Aber auch Faktoren wie der Trend zu immer größeren landwirtschaftlichen Betrieben mit einem entsprechenden Investitionsspielraum und Flächenbedarf sowie der weiterhin außerlandwirtschaftlich hohe Flächenverbrauch.

ZZ/tk

Bericht gibt es im Internet

Der Grundstücksmarktbericht 2015 ist in Kürze zum Preis von 50 Euro als Druck im Katasteramt Rotenburg erhältlich und wird im Internet (www.gag.niedersachsen.de) veröffentlicht. Weitergehende Auskünfte erteilen die Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses in Rotenburg, Ulmenweg 9 unter der Telefonnummer 04261/74259, und Osterholz-Scharmbeck, Pappstraße 4 (04791/306 42).

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