Grundschul-Theateraufführung zum Thema „Sexueller Missbrauch von Kindern“

Bis hierhin und nicht weiter

+
Jens Heidtmann spielt die Geschichte auf der Bühne der KHS.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Die Vorführung des Holzwurm-Theaters aus Winsen in der Rotenburger Kantor-Helmke-Schule zu sexuellem Missbrauch von Kindern hat sicherlich viele Eltern ermutigt, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. „Ich werde alles tun, damit meine Kinder keine Scheu haben, mit mir über alle Dinge, die sie bedrücken, offen zu reden“, erklärte eine Mutter nach der Vorstellung am Mittwochabend. So wie sie hatten viele Eltern und Erzieher ihre persönlichen Konsequenzen aus dem Schicksal der Hauptfigur „Sascha“ gezogen, der in dem Stück von seinem Onkel sexuell bedrängt worden war und Angst hatte, sich seinem Vater zu offenbaren.

Die Rektorin der Kantor-Helmke-Schule, Catrin Cramme, hatte die Puppenspieler Jens und Petra Heidtmann beim Präventionstag der Rotenburger Polizei 2014 kennen gelernt. Sie bat damals die Akteure mit dem Stück „Sascha“ nach Rotenburg an ihre Schule zu kommen.

Nun waren die beiden Akteure für zwei separate Vorstellungen für Erwachsene und Viertklässler aller Grundschulen der Kreisstadt in die Schule gekommen. In der Aula haben sie auf eindrucksvolle Art und Weise die Besucher für das Thema sensibilisiert. Ihr Ziel war es, Versuche Pädophiler, sich an Kindern zu vergehen, bereits im Keim zu ersticken. Es gelang ihnen, das Thema kindgerecht aufzugreifen.

Wie im richtigen Leben fängt die Geschichte eher harmlos an. Weil „Saschas“ Vater keine Zeit hat, seinen Sohn zum Judo-Training zu fahren, übernimmt dessen Bruder, also der Onkel, die Aufgabe. „Sascha“ wird von seinem Onkel in steigendem Maße bedrängt. Er versucht, sich seiner Freundin und Trainingspartnerin und Erwachsenen mitzuteilen, wird aber irgendwie nicht verstanden.

Allein sein Verhalten hat sich sichtbar verändert, und versteckte Hilferufe lassen seine Umwelt hellhörig werden. In einem vertrauensvollen Gespräch mit seinem Vater kam dann alles, was sich mit dem Onkel so abgespielt hat, zur Sprache. Durch besonnenes Handeln seines Vaters konnte „Sascha“ geholfen und zukünftig geschützt werden.

Kinder haben ein Recht, „Nein!“ zu sagen, und schlechte Geheimnisse dürfen erzählt werden – das waren Lehren aus den geführten Dialogen der Vorführung.

Edeltraut Struckmeier von der Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt, Wildwasser in Rotenburg, lobte die Aufführung. Die Kinder erfahren, dass sie sich bei Übergriffen wehren dürfen und sich an ihre Eltern wenden sollen. „Wenn sich Kinder offenbaren, ist bei den Eltern besonnenes Handel wichtig“, so Jens Heidtmann. Die Beratungsstelle, das Jugendamt und die Polizei seien stets kompetente Ansprechpartner für alle Betroffenen.

Mehr zum Thema:

Germanwings-Absturz: Gutachten verärgert Hinterbliebene

Germanwings-Absturz: Gutachten verärgert Hinterbliebene

Ermittler rätseln über Motiv des London-Attentäters

Ermittler rätseln über Motiv des London-Attentäters

Trotz Tragödien im Mittelmeer wächst Kritik an den Rettern

Trotz Tragödien im Mittelmeer wächst Kritik an den Rettern

Riesige Open-Air-Ausstellung: València ist Feuer und Flamme

Riesige Open-Air-Ausstellung: València ist Feuer und Flamme

Meistgelesene Artikel

Auto brennt völlig aus

Auto brennt völlig aus

16-jährige Radlerin stirbt bei Unfall

16-jährige Radlerin stirbt bei Unfall

Schüler des Ratsgymnasiums und der BBS beim „Management Information Game“

Schüler des Ratsgymnasiums und der BBS beim „Management Information Game“

Schüler erteilen Rassismus einen Platzverweis

Schüler erteilen Rassismus einen Platzverweis

Kommentare