Garten Grewe plant Umbau in Rotenburg 

Grüner Preisträger will weiter wachsen

Julia Grewe-Schwardt (oben links) und ihre Schwester Jette Grewe stellen die Pläne für das Garten-Center vor. - Foto: Krüger

Rotenburg - Von Michael Krüger. Der Preisträger wächst. Im Oktober wurde der Grewe-Gruppe der Rotenburger Wirtschaftspreis verliehen, nun soll es auf allen Ebenen voran gehen – und damit der Standort in der Heimat gestärkt werden. Bezug des neuen Bürogebäudes, Umbau des Gartencenters, ein neues Café mit Kochschule und weitere Geschäftsfelder: Mangelnde Aktivität kann dem Familienbetrieb für das laufende Jahr nicht vorgeworfen worden.

„Es ist in den vergangenen 15 Jahren geradezu explodiert“, sagt Julia Grewe-Schwardt, die als eine der Geschäftsführer in der über viele Gesellschaften verzweigten Gruppe in dritter Generation den familiären Ton angibt. „Bodenständigkeit“ und „Verbundenheit mit den Mitarbeitern“, eines der Argumente für die Jury seinerzeit, Grewe auszuzeichnen. Und das in einer Zeit, in der sich das Unternehmen weiter stark wandelt. 

1950 vom Großvater als Blumengeschäft und Sämerei gegründet, deckt man mittlerweile vom Garten-Center über Garten- und Landschaftsbau bis zum Winterdienst alle Bereiche „grüner Dienstleistungen“ ab: rund 450 Mitarbeiter an 16 Standorten in ganz Norddeutschland, ein Jahresumsatz von rund 40 Millionen Euro wird zuletzt ausgewiesen.

Rotenburg bleibt dabei die Heimat, das betont Grewe-Schwardt mit ihrer Schwester Jette. Dass das auch so bleibt, sei noch vor ein paar Jahren fraglich gewesen. Rund 100 Mitarbeiter seien in der Kreisstadt tätig, aber mit den gestiegenen Anforderungen hätten die Bedingungen am Stammsitz an der Knickchaussee nicht mehr Stand gehalten. Das alte Verwaltungsgebäude platzte aus allen Nähten, viele Mitarbeiter sitzen mit provisorischen Büros seit Jahren in Containern. „Aber wir sind hier zuhause“, sagt Jette Grewe, also wurde vor Ort nach Lösungen gesucht.

Deutlich sichtbares Zeichen, dass Antworten gefunden wurden, ist die neue Bürozentrale hinter dem Garten-Center, die im Oktober bezogen werden soll. 32 Arbeitsplätze gibt es dort, Konferenzräume, aber auch eine Caféteria und einen Kinderspielraum. „Man will ja nicht nur arbeiten, sondern auch eine Verbindung zum Privatleben herstellen“, sagt Grewe-Schwardt – dreifache Mutter. 

Innerhalb des Teams habe man eine Personalentwicklerin integriert, die sich zudem darum kümmere, die immer schwieriger werdende Suche nach Fachkräften zu organisieren. Nach einer laut Grewe-Schwardt für das Unternehmen „schwierigen Phase 2011 und 2012“, als es galt, mehr zu besprechen als die nächsten Maschinen und dergleichen, sei man nun gefordert, Personal zu finden. „Wenn wir das schon hätten, könnten wir deutlich mehr Aufträge annehmen.“

Noch wird kräftig gebaut, aber im Oktober will Grewe das neue Bürogebäude beziehen. - Foto: Krüger

Nach dem Aufbau der „Timbergreen“--Privatgärtenbetreuung geht es in diesem Jahr in Rotenburg vor allem um den Aus- und Umbau des Garten-Centers. Der Erwerb einiger notwendiger Flächen im Bereich Knickchaussee/Vorm Lintel ist abgeschlossen, die Politik hat im Dezember grünes Licht gegeben, schon bald soll es losgehen: Zum einen geht es für Grewe darum, die angespannte Parkplatz- und Zulieferersituation zu entspannen. Die bisherigen Baumschulen zwischen Verwaltung und Garten-Center ziehen dafür in den städtischen Außenbereich, rund 100 neue Parkplätze mit einem neuen Zugang über die Straße Vorm Lintel sollen entstehen. Der Garten-Markt selbst verändert sich zudem ebenfalls: Die Pflanzen auf den Freiflächen erhalten ein neues Bewässerungssystem mit Regenwasser, der Bereich mit Saisonblumen wird vergrößert, und der Kassenbereich zieht um und wird übersichtlicher gestaltet.

Ein „Herzensprojekt“ der Schwestern ist darüber hinaus der Plan, ein Café in das Garten-Center zu integrieren. Grewe-Schwardt: „Viele Kunden haben danach gefragt, aber wir haben uns bislang nicht getraut.“ Jetzt ist der Beschluss für ein eigenes, kleines Restaurant gefallen. Mit raffinierten Variationen einheimischer und internationaler Küche soll die Marktlücke am Rotenburger Mühlende geschlossen werden, so die Hoffnung. Frühstück und Mittagstisch, Kuchen am Nachmittag, tägliche Öffnungszeiten von 9 bis 17 Uhr und angrenzend getrennt vom Garten-Center eine Terrasse mit Kinderspielplatz: „Wir wollen ein Erlebnis schaffen“, so Jette Grewe. Mit an Bord soll dann auch Elke Wessling sein, die ihr Konzept einer Kochschule mitbringen wird. Mit weiteren Aktionen und Workshops soll sich das Café im Gewächshaus einen eigenen Namen machen. Eröffnung: vermutlich im kommenden Jahr.

Nach den Protesten einiger Anwohner bei der Vorstellung der Pläne für das neue Bürogebäude sei man nun auf einem guten Weg, sagen die Grewe-Schwestern: eine Entlastung der Verkehrssituation im Bereich Knickchaussee, dafür mehr Angebote. Jette Grewe: „Ich glaube, dass alles, was wir schaffen, die Leute erfreuen wird.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

BVB nach 3:0 beim HSV Tabellenführer - 96 verpasst Sieg

BVB nach 3:0 beim HSV Tabellenführer - 96 verpasst Sieg

Oktoberfest 2017: Das waren die Eindrücke vom fünften Tag

Oktoberfest 2017: Das waren die Eindrücke vom fünften Tag

Düsseldorf Spitzenreiter in Liga zwei

Düsseldorf Spitzenreiter in Liga zwei

Thyssenkrupp will mit Tata neuen Stahlgiganten schaffen

Thyssenkrupp will mit Tata neuen Stahlgiganten schaffen

Meistgelesene Artikel

Geflügel- und Kleintiermarkt: Hähnewettkrähen im Schützenhaus

Geflügel- und Kleintiermarkt: Hähnewettkrähen im Schützenhaus

Fahrertausch nach Promillefahrt?

Fahrertausch nach Promillefahrt?

Lottospielerin aus Kreis Rotenburg gewinnt über 15 Millionen Euro

Lottospielerin aus Kreis Rotenburg gewinnt über 15 Millionen Euro

Zwei Wohnbauflächen sollen Minigolfplatz ersetzen

Zwei Wohnbauflächen sollen Minigolfplatz ersetzen

Kommentare