Hilfe im Diako

Grüne Damen beenden Zwangspause

Grüne Damen
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Lieselotte Busche und ihre Mitstreiter freuen sich darauf, dass es bald wieder losgehen kann.

Die sinkende Anzahl an Coronafällen und die Impfungen machen es möglich: Die Grünen Damen und ein Grüner Herr nehmen Ende Juni die Lotsen- und Besuchsdienste im Rotenburger Diakonieklinikum wieder auf.

Rotenburg – Die Grünen Damen und Herren übernehmen im Diakonieklinikum verschiedene Aufgaben: Sie machen Lotsen- und Besuchsdienste, fahren den Getränke- und Büchereiwagen und sind im Tine-Albers-Haus unterwegs. In normalen Zeiten zumindest. Doch da derzeit nichts normal ist, ist auch die Arbeit der Ehrenamtlichen ausgebremst. Seit fast anderthalb Jahren heißt es – mit Ausnahme der Wiederaufnahme des Lotsendienstes für wenige Wochen nach dem ersten Lockdown – Pause. Jetzt aber gibt es einen Lichtblick, erzählt Leiterin Lieselotte Busche: Ab Ende Juni nehmen sie für den Anfang die Lotsen- und Besuchsdienste wieder auf.

Zwar hätten sie, dank eines Hygienekonzepts, ihre Arbeit im Herbst fortsetzen können. Auch eine Schulung vom Krankenhaus gab es. „Die Lage war aber zu unsicher für Besuchsdienste“, so Busche. Deshalb habe man sich entschlossen, alle Dienste einzustellen, bis jeder Helfer geimpft ist. „Wir sind alle im gefährdeten Alter“, erklärt die Leiterin, da sei Vorsicht angeraten. Die meisten Ehrenamtlichen stoßen erst zu ihnen, wenn sie in den Ruhestand gehen. Doch Ende Juni haben alle ihre Zweitimpfung erhalten – und einem Restart steht nichts im Weg.

44 Damen und ein Herr

Den gibt es unter bestimmten Voraussetzungen: Die Freiwilligen tragen Masken, halten Abstand – auch in den Zimmern bei Besuchen. Sie dürfen die Patienten nicht berühren. „Aber wir können da sein. Wir sollen möglichst allein im Zimmer sein mit den Patienten und die Besuche kurz halten“, sagt Busche.

Da sein, Nähe und Zeit schenken, zuhören, Patienten bei Besuchen für einen Moment aus ihrem Krankenhausalltag herausholen: Dinge, die gerade in Pandemiezeiten wichtig sind. „Es muss für manche Patienten ganz schlimm gewesen sein, allein zu sein“, so Busche. Doch der Schutz aller Beteiligten gehe vor. 44 Grüne Damen und ein Grüner Herr sind derzeit aktiv. Drei Mitglieder sind altersbedingt oder aus Krankheitsgründen im vergangenen Jahr ausgeschieden.

„Die Arbeit nimmt nicht nur Zeit, sie gibt auch ganz viel zurück“, sagt Lieselotte Busche.

Neuzugänge gab es bisher nicht, auch wenn diese dringend gebraucht würden. Denn was erstmal viel klingt, verläuft sich schnell: Die Ehrenamtlichen sind auf alle fünf Dienste verteilt, montags bis donnerstags unterwegs, in der Altenpflege dazu freitags. „Wir sind ein großes Haus. Und es kommt immer auf den Bedarf an. Bei manchen Besuchsdiensten schaffen wir nur zwei Zimmer.“

Eine Bewerbung gibt es bereits, aber eine Einarbeitung kann erst stattfinden, sobald die Helfer wieder ins Krankenhaus können. Denn diese ist Busche wichtig: „Jeder hat eine bestimmte Vorstellung davon, in welchem Bereich er sich gut aufgehoben fühlt. Deswegen sprechen wir ganz individuell mit den Bewerbern.“

Die Arbeit soll Spaß machen, aber die Interessierten müssen auch dafür geeignet sein. Hin und wieder braucht es zudem seelischen Beistand – sei es für Patienten oder auch die Ehrenamtlichen selbst. Dafür sind die Seelsorger vor Ort stets Ansprechpartner. „Wir sehen und hören viel. Aber hier wird keiner alleine gelassen“, erklärt Busche. Dabei gilt für sie immer die Schweigepflicht.

Mistreiter gesucht

Nun erhofft sich Busche, dass es weitere Interessierte gibt, die sich ihnen jetzt, wo es wieder losgeht, anschließen möchten – gerne auch mehr Männer. Im Lotsendienst beispielsweise ist immer mindestens eine Ehrenamtliche eingeteilt, an manchen Tagen zwei, was besser ist. Sie unterstützen bei der Patientenaufnahme und an der Information, bieten Orientierungshilfe im Haus und begleiten Patienten auch mal zu den Stationen. Dieser Dienst ist mit am wichtigsten, findet Busche: Er entlastet die Mitarbeiter am Eingang. „Es ist wichtig, dass jemand da ist, viele haben Fragen, zum Beispiel zu ihren Überweisungen, da können wir dann mit helfen“, erläutert die gelernte Kinderkrankenschwester.

Eine medizinisches Ausbildung ist sicher praktisch, aber kein Muss, jeder ist im Team willkommen. Wichtig sei laut der Leiterin, dass jemand gut zuhören kann, einfühlsam und aufgeschlossen ist, verlässlich und vertrauensvoll sowie gut im Team arbeiten kann. „Die Arbeit nimmt nicht nur Zeit, sie gibt auch ganz viel zurück. Man spürt die Freude der Patienten darüber, dass jemand da ist. Wer bei uns ist, ist meist sehr lange dabei.“

Dass es jetzt wieder losgehen kann, sei ein wichtiger Schritt. Nur eines, das bedauert die Rotenburgerin: Im März wollten die Grünen Damen und Herren ihr 45-jähriges Bestehen feiern. Das soll aber, sobald es möglich ist, nachgeholt werden. „Damit bedanken wir uns bei allen, auch bei den Ehemaligen, die zu jeder Feier eingeladen werden.“

Kontakt

Wer Interesse hat, das Team der Grünen Damen und Herren am Diakonieklinikum zu verstärken, kann sich unter der Nummer 04261/ 62155 oder per E-Mail an lilobusche@web.de melden.

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