Ratsmitglieder Frank und Marje Grafe wechseln die Partei

Grün statt Rot

Frank und Marje Grafe schließen sich den Grünen an.
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Frank und Marje Grafe schließen sich den Grünen an.

Rotenburg – Die beiden Ratsmitglieder Marje und Frank Grafe haben ihre Parteibücher nach mehr als 30 Jahren abgegeben und sind somit seit Ende des vergangenen Jahres nicht mehr Mitglieder der SPD. Das bestätigen sie in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Gemeinsam haben sie sich jetzt der Partei Bündnis 90 / Die Grünen angeschlossen. Bereits im August 2019 hatte sich das Ehepaar aus der SPD-Fraktion im Rotenburger Stadtrat gelöst und danach eine Arbeitsgruppe mit der Fraktion der Grünen gebildet.

„Wir arbeiten gut und vertrauensvoll mit den Grünen zusammen“, sagt Frank Grafe, „und diese Zusammenarbeit wurde immer stärker und ist fruchtbar.“ Daraus sei die Frage entstanden, was sie in diesem Jahr machen, in dem für den 12. September die Kommunalwahlen im Kalender stehen. „Ich möchte gerne weitermachen“, erklärt Marje Grafe. Sie hat sich in den vergangenen Jahren nicht zuletzt vor dem Hintergrund der langwierigen Diskussionen über die IGS Rotenburg der Schul- und Jugendpolitik verschrieben. „Da habe ich noch Ziele, das ist noch nicht fertig“, sagt sie. Ihr Mann Frank indes ist sich noch nicht sicher, ob er für eine erneute Kandidatur – dann auf der Liste der Grünen – zur Verfügung steht. Nur so viel war ihm Ende vergangenen Jahres klar: „Nicht noch einmal für die SPD.“ Die Entscheidung wird er für sich bis Mai treffen müssen – dann wollen die Grünen ihre Liste zusammenstellen, für die Marje Grafe ihr Interesse deutlich bekundet.

Der Austritt aus der SPD kommt nicht von heute auf morgen. Ebenso wie die Trennung von der SPD-Stadtratsfraktion habe sich das alles über längere Zeit entwickelt. „Die Probleme liegen eher im persönlichen, nicht im politischen Bereich“, erklärt Frank Grafe, der seit 1986 Mitglied der Sozialdemokraten war. „Da geht es um Zutrauen und Vertrauen – da gab es leichte Bedenken. Das kann man niemandem vorwerfen – das ist einfach so.“ Wenn ihn heute jemand frage, würde er sagen: „Ich fühle mich als Sozialdemokrat, aber aktiv bin ich bei den Grünen.“ Grün statt Rot – auch Frank Grafe möchte politisch aktiv bleiben. Ob weiter im Stadtrat, wird sich herausstellen. Zuletzt waren er und seine Frau schon mit in die Gestaltung des Wahlprogramms der Grünen für die Kommunalwahl eingebunden, sagen sie.

Gespräche mit dem Vorstand des SPD-Ortsvereins über ihren Parteiaustritt habe es nicht gegeben. Das bestätigt auch der Vorsitzende Ingo Krampitz. Diese Entscheidung habe man zu akzeptieren. Fakt ist: Die SPD-Fraktion im Stadtrat hat seit 2016 ordentlich Federn gelassen. Nur zwei Monate nach den Grafes hat auch der parteilose und gerade erst für Hermann Martin in den Stadtrat nachgerückte Michael Niestädt die Fraktion wieder verlassen, um sich der CDU-Fraktion anzuschließen.

Die Arbeitsgruppe Grüne/Grafe hat sich mittlerweile mit der SPD-Fraktion zu einer neuen, großen Arbeitsgruppe zusammengetan. Frank und Marje Grafe wollen ihren Status als Gruppe im Stadtrat bis zum Ende dieser Wahlperiode beibehalten – aus oranisatorischen Gründen. So lasse sich eine erneute Neukonstitution des Stadtrates vermeiden, die ansonsten erforderlich würde. Ein Verfahren mit großem Aufwand, der am Ende an den Mehrheitsverhältnissen nicht ändern würde, so Marje Grafe. Ihr Mann übrigens hat nach dem Abschied aus der SPD-Fraktion im August 2019 auch über einen Austritt aus der SPD geäußert, der damals schon in der Kreisstadt kursierte: „Um Gottes Willen.“

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