Bläser-Quintett „Embrassment“ im Dialog mit Organist Tillmann Benfer

Großes Klangerlebnis

Das Bläserensemble „Embrassment“ gab ein Gastspiel in der Rotenburger Stadtkirche. - Foto: Heyne

Rotenburg - Wieder mal ein Klassikkonzert auf hohem Niveau, das sich da am Freitagabend hinter den Mauern der Stadtkirche entfaltete – und gerade mal zwei Dutzend Zuhörer hatten sich eingefunden, um „außer der Reihe“ eine gute Stunde romantischer Musik vom Feinsten zu erleben. Die fünf Blechbläser von „Embrassment“ verstehen ihr Handwerk – und nicht nur das.

Denn was das Quintett aus Leipzig im Rahmen der diesjährigen Orgeltage Elbe-Weser bot, war das Ausloten von Klang. Und das nicht nur im Zusammenspiel mit dem Verdener Organisten Tillmann Benfer, der zur Klais-Orgel gewechselt war, sondern auch im Spiel mit den klanglichen Möglichkeiten der Stadtkirche.

Zunächst von der Empore gab die Formation das Präambulum Festivum von Matthias Michel. Das einzige zeitgenössische Stück entwickelte sich, aufbauend auf traditionellen Fanfaren, im harmonisch-lustvollen Dialog mit der Orgel fast zum Disney-Soundtrack. Pompös-schwer kam dagegen der Lobgesang „Salvum fac populum tuum“ von Charles-Marie Widor daher; einen Kontrapunkt setzte das anschließende „Adagio Andante“.

Für ihr Arrangement zweier Arien von Felix Mendelssohn Bartholdy wechselten die Musiker in den Altarraum; auf ihre Rückkehr zur Empore beim „Wunderbaren König“ von Sigfrid Karg-Elert warteten die Zuhörer zunächst vergeblich – aus den Untiefen des sakralen Mauern tönte der Choral, sodass man schon die Ohren spitzen musste, bis das gut eingespielte Ensemble während des Orgelmonologs wieder auftauchte.

Ebenso eindrucksvoll gerieten Anton Bruckners Arrangement des „Ave Maria“ und César Franks ursprünglich für Harmonium und Klavier geschriebenes Stück „Offertoire en fa mineur“, in dem auch Tuba und Posaune melodiegebend gefordert wurden. Das Konzert, das durchgehend vor allem durch seine ausgefeilte Intonation und feinen Klangbilder bestach, sollte mit Richard Strauss so feierlich enden, wie es begonnen hatte: weihe- und würdevoll mit großem Klang. Insgesamt großes Kino, das dem kleinen Publikum da geboten wurde.

hey

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