Der Omnibus steht noch bis Donnerstagabend auf dem Neuen Markt in Rotenburg

Auf großer Fahrt in Richtung direkte Demokratie

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Werner Küppers sitzt am Omnibussteuer. Sabine Holsten ist zumindest fürs Pressegespräch zugestiegen.

Rotenburg – Werner Küppers sitzt seit vielen Jahren am Steuer eines Omnibusses. Er fährt kreuz und quer durch Deutschland. Sein Ziel hat er noch nicht erreicht. Also fährt er weiter. Zurzeit macht er mit seinem „Omnibus für direkte Demokratie in Deutschland“ Station auf dem Neuen Markt in Rotenburg. Er ist zum zweiten Mal in der Kreisstadt. Denn er weiß, wie sehr die Menschen in der Region die von der Erdgasförderung ausgelöste Sorge um die Umwelt und damit auch um die eigene Gesundheit umtreibt. Der Omnibus hat eigenen Angaben zufolge die erfolgreiche Volksinitiative „Artenvielfalt“ in Bayern maßgeblich sowie kürzlich die Volksinitiative zum Schutz des Wassers in Schleswig-Holstein unterstützt und nun auf Einladung der Initiative zum Schutz des Wassers die Stadt Rotenburg angesteuert.

Ist eine Volksinitiative für die Fracking-Gegner in der Region eine Alternative im Kampf gegen die Erdgasförderung? „Vielleicht nicht so absolut“, sagt Sabine Holsten von der Bürgerinitiative Gesundheit Hemslingen/Söhlingen. „Aber ich könnte es mir vorstellen. Wir haben es ja noch nicht probiert.“ Sie spricht von der „Ohnmachtsfalle“ und der „Zuschauerrolle“, in der sich die Initiativen wähnen. Auf jeden Fall aber sei es gut, Menschen zusammenzubringen und zu mobilisieren. Küppers unterstreicht allerdings: Es sei wichtig, bei einer Volksinitiative nicht gegen, sondern für etwas zu sein. In diesem Fall also – ähnlich wie zurzeit in Schleswig-Holstein – für den Schutz des Wassers.

„Unser Wasser“ war eine für Dienstagabend organisierte Veranstaltung im Rotenburger Rathaus – unter anderem mit Reinhard Knof von der Volksinitiative zum Schutz des Wassers in Schleswig-Holstein als Gastredner. „Er kann Tipps geben“, sagt Küppers, denn Knof habe Erfahrungen in der Volksinitiative gesammelt. „Die Verantwortung wird immer hin- und hergeschoben. In Schleswig-Holstein war das genauso“, ergänzt Küppers. Die Volksinitiative habe letztendlich doppelt so viele Unterschriften eingesammelt wie nötig waren.

Bundesweite Volksabstimmung – das ist die Zielrichtung des Omnibusses. Küppers sitzt seit 19 Jahren am Steuer, er hat sein Leben komplett in den Dienst der dahinter stehenden gemeinnützigen GmbH gestellt. Er sehe seine Arbeit als eine Form der Kunst. „Ich habe alle Brücken hinter mir abgerissen.“ Immer von April bis November steuert er rund 100 verschiedene Stationen an. Der Bus diene als Anlauf-station für alle Menschen, die sich über das Thema direkte Demokratie informieren möchten. Küppers: „Eine Wahl ist wie eine Blankovollmacht an der Urne. Man entmündigt sich selbst.“ Ob er selbst wählen geht? „Nur, wenn ich die Personen kenne und für vertrauenswürdig halte.“ Also eher selten.

Küppers ist überzeugt: Ohne die Volksabstimmung als Instrument ist die Demokratie nicht vollendet. Freie Menschen müssten über die Belange ihres Gemeinwesens selbst bestimmen können. Und das bundesweit. In unterschiedlichen Formen ist das bislang nur auf kommunaler und auf Landesebene möglich – unter ganz bestimmten Voraussetzungen.

Der Omnibus trägt das Kennzeichen EN-DE 122. Ende. „Das wollte ich so haben. Warum? Weil ich bis zu meinem Ende für das Ziel arbeite.“ Noch Mittwoch und Donnerstag ist Küppers mit seinen Unterstützern jeweils von 9.30 bis 18 Uhr anzutreffen, um Interessenten zu informieren.

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