Außerhalb der Saison

Der große Ansturm bleibt aus: Der 20. Februar 2020 sorgt nicht für übermäßig viele Hochzeiten

Eigentlich ist der Februar kein beliebter Monat zum Heiraten. Doch am besonderen Datum 20.02.2020 vergessen die Rotenburger das schlechte Wetter und sagen trotzdem „Ja“. Nicht nur in der Wümmestadt zieht das Datum Paare ins Standesamt. Foto: Imago Images
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Eigentlich ist der Februar kein beliebter Monat zum Heiraten. Doch am besonderen Datum 20.02.2020 vergessen die Rotenburger das schlechte Wetter und sagen trotzdem „Ja“. Nicht nur in der Wümmestadt zieht das Datum Paare ins Standesamt.

Rotenburg – Der eher trübe Februar liegt eigentlich außerhalb der Hochzeitshochsaison. Es sei denn, der Kalender zeigt eine besonders „magische“ Zahl für Heiratswillige. Den 18.08.2018 zum Beispiel, den 19.09.2019 oder den 02.02.2020. Doch nicht immer sagen auch die Standesämter „Ja“. An Sonntagen zum Beispiel fällt so ein Termin bei Behörden meist flach. Nun steht am Donnerstag mit dem 20.02.2020 die nächste einprägsame Zahl an. Aber wird an diesem Donnerstag auch überdurchschnittlich viel in der Region geheiratet?

Auf dem Rotenburger Standesamt sei in der Tat so viel los wie sonst nur im Frühjahr oder Sommer, weiß Leiter Hartwig Röhrs zu berichten. „Nach jetzigem Stand haben wir vier Trauungen, davon drei im Rathaus und eine im Heimathaus – dies sind bisher auch die einzigen Eheschließungstermine in der ganzen Woche.“ Seinen Worten nach ließe dieses Datum also schon eine leicht erhöhte Nachfrage für Rotenburger Verhältnisse erkennen, seien doch an normalen Eheschließungstagen ansonsten bis zu drei Trauungen die Normalität.

Dass Hochzeiten an Tagen mit besonderer Datumszahl womöglich teurer sein könnten als sonst, verneint Röhrs. Lediglich für Trauungen außerhalb der üblichen Öffnungszeiten, also sonnabends, seien zusätzliche Gebühren in Höhe von 80 Euro zu entrichten. „Für die Nutzung des Heimathauses entstehen Kosten bei standesamtlichen Trauungen in Höhe von 100 Euro“, erläutert der Standesbeamte.

Das Standesamt Scheeßel hat sich auf eine verstärkte Nachfrage zwar vorbereitet, doch der große Ansturm blieb aus. „Bei uns finden zwei Eheschließungen statt, für deren Termin sich die Paare relativ spontan angemeldet haben“, sagt Standesbeamtin Sandra Galts. „Letztes Jahr hatten wir ebenfalls zwei Eheschließungen am 19.09.2019 – eine verstärkte Nachfrage von Paaren an diesen besonderen Daten kann ich für Scheeßel aber nicht bestätigen.“ Viel mehr habe sie den Eindruck, dass Heiratswillige sich tatsächlich lieber im Sommer, also von Mai bis September, das Ja-Wort gäben und sich meistens ein Datum auswählen würden, welches eine besondere Bedeutung für sie habe. Und was wären dies für Tage? „Der Jahrestag des gemeinsamen Kennenlernens zum Beispiel, oder der Geburtstag der Braut oder des Bräutigams“, berichtet Galts. Ebenso stünden bei der Terminfestlegung Hochzeitstage der Eltern hoch im Kurs.

Überschaubar bleibt es Donnerstag auch auf dem Standesamt der Samtgemeinde Fintel. „Da wird sich bei uns nur ein einziges Paar das Ja-Wort geben“, fasst sich dessen Leiterin Doris Rosenberger entsprechend kurz. Generell gebe es, auch rückblickend, in der Kommune kein gesteigertes Interesse zur Engeschließung an besonderen Daten.

Damit sind sich die Finteler mit den Sottrumer Paaren einig. „Die konzentrieren sich mehr darauf, dass die Ehen halten“, sagt der Leiter der Abteilung Bürgerservice in der Samtgemeinde, Matthias Röhrs, schmunzelnd. Für den morgigen Donnerstag hat lediglich ein Paar das Trauzimmer im Rathaus gebucht. Rekordverdächtig ist das auf keinen Fall. Da gab es andere herausragende Tage. Am 9.9.99, erinnert sich Röhrs, seien es fünf gewesen.

In Visselhövede schmiedet Standesbeamtin Dörthe Thomsen am Donnerstag ebenfalls einen Bund fürs Leben. „Es hat sich aber nur ein Pärchen dieses besondere Datum ausgesucht“, bedauert die Verwaltungsangestellte. Überhaupt sei das Interesse bei den Visselhöveder an den Schnapszahlen oder besonderen Daten eher gering. „Selbst der 9.9.99 oder der 10.10.2010 waren keine Ausreißer in unserer Statistik.“ Thomsen vermutet, dass viele Brautpaare von den Zahlen wissen, die Hochzeitforscher ermittelt hätten. „Denn demnach halten die Ehen, die an diesen besonderen Terminen geschlossen wurden, nicht so lange wie die anderen.“

Ein paar Kilometer weiter, im Rathaus der Samtgemeinde Bothel, muss Daniela Wübbena am Donnerstag hingegen gar kein Stammbuch aushändigen. „Leider hat sich bei uns kein Paar angemeldet“, bedauert Wübbena. Sie ist sich ziemlich sicher, dass es an der Jahreszeit liegt, denn „der Februar ist nicht gerade der angesagteste Hochzeitsmonat. Da hilft auch keine Zahlenkombination.“ Sie setzt vor allem auf den Mai und auf die Mühle in Federlohmühlen, die neben dem Rathaus ebenfalls als offizielles Standesamt gilt. „Die idyllische Wassermühle wird von immer mehr Paaren als Hochzeitsort auserkoren.“

Unterm Strich trauen sich am 20.02.20 also neun Paare im Südkreis. Menschen, die einen noch leichter zu merkenden Hochzeitstag haben wollen, müssen sich übrigens noch ein wenig gedulden. Nachdem klassische Schnapszahl-Tage zwischen dem 9.9.1999 und dem 12.12.2012 noch Hochsaison hatten, sind die die nächsten Termine hierfür erst am 2.2.22 und am 22.2.22 wieder.  lw/men/mro/jw

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