Waffensen möchte das jetzige Pop-up-Projekt weiter verfolgen

Größerer Coworking Space: Zustimmung für Antrag

Ortsbürgermeister Hartmut Leefers vor dem Mehrgenerationenhaus Waffensen.
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Aus dem Pop-up Coworking Space ein dauerhaftes Angebot mit 15 Arbeitsplätzen schaffen, wäre der Wunsch von Ortsbürgermeister Hartmut Leefers.

Waffensen – Hartmut Leefers (CDU) ist vom Coworking-Konzept überzeugt. Und deswegen bastelt der Waffenser Ortsbürgermeister weiter an der Idee eines eigenen Gebäudes dafür, während am Freitag der Probelauf mit dem Pop-up-Coworking Space im ehemaligen Computerraum im Mehrgenerationenhaus (MGH) Worthmanns Hoff startet. Während der Ortsratssitzung sollte es einen Bericht zur Antragsstellung geben – gemündet ist das Ganze in dem einstimmigen Beschluss, das Projekt weiter zu verfolgen.

Das Gelände ist dafür perfekt geeignet, meint Leefers: Es bietet denen, die dort zeitweise einen Arbeitsplatz suchen, die Möglichkeit der Kinderbetreuung und ein Essensangebot. „Das bieten andere Coworking Spaces, die jetzt wie Pilze aus dem Boden schießen, nicht“, merkt der Ortsbürgermeister zufrieden an. Das Pop-up-Angebot ist denn auch zu klein, die Nachfrage groß. Das hat Leefers auch eine Standort-Analyse des „Cowork Lands“, einer Selbstorganisation von Coworking-Space-Betreibern im ländlichen Raum, bestätigt.

Auf deren Internetseite ist das Pop-up-Angebot mit sechs voll ausgestatteten Arbeitsplätzen gelistet. Dort steht auch das, was sich Leefers wünscht: „Bei guter Nachfrage planen wir den Bau eines neuen Coworking-Gebäudes mit mehr Arbeitsplätzen und separat buchbaren Büros.“ Zwar ist die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr nicht die beste, die Analyse sieht dennoch viel Potenzial in dem Standort. „Er gilt als hoch favorisiert“, erklärt Leefers. „Der jetzige Raum ist schön, erfüllt aber nicht die Anforderungen der eigentlichen Idee des Coworking-Spaces.“

Deswegen favorisiert der Ort, beim Amt für regionale Landesentwicklung (ARL) fristgerecht bis 15. September den Antrag für die Errichtung eines neuen Coworking-Spaces einzureichen. Auch das ARL sehe in Waffensen „eine wunderbare Ergänzung für das soziokulturelle Angebot im MGH“, erklärt der Ortsbürgermeister.

Im Landpark Lauenbrück gibt es bereits die Möglichkeit, dem Homeoffice zu entfliehen. Ebenso zieht Schwitschen ab Mitte Juli nach: mit einem vom Land Niedersachsen geförderten Coworking-Projekt. Jetzt sei es wichtig, auch den Rat und die Stadt Rotenburg von dem Konzept und der Idee zu überzeugen – denn einen Teil der Finanzierung müsste die Stadt als Bauherrin aufbringen.

Dass wohnortnahes Arbeiten überall im Gespräch ist, wissen auch Bürgermeister Andreas Weber (SPD) und Erste Stadträtin Bernadette Nadermann. Förderungswürdig sei es, das ist richtig. Doch gelte es, nicht nur die Kosten, sondern auch die Folgekosten im Blick zu haben: Unterhaltung, Betriebskosten wie Strom, Reinigung. „Vielleicht ist dann auch Rotenburg als Standort sinnvoller“, gibt der Verwaltungschef zu bedenken. Das müsste der Rat entscheiden, eine Diskussion dazu ins Rollen kommen. Die könnte folgen, wenn der Stadt ein Konzept vorliegt. Das ist bislang nicht der Fall, aber eine Grundvoraussetzung, betont Weber.

Da Waffensen aber, insbesondere noch einmal durch die Analyse, von dem Projekt überzeugt ist, „versuchen wir, es voranzutreiben“, so Leefers – und hat sich eine Kostenschätzung und einen ersten Entwurf eines Architekten eingeholt. Die Vorstellung ist, etwa 15 Arbeitsplätze zu schaffen: zehn in einem Großraumbüro, fünf weitere in Einzelbüros, „in Einzelhaft“, sagt Leefers scherzend. Dazu Sanitäranlagen, ein Besprechungsraum und eine kleine Teeküche. „Etwa das Format eines ordentlichen Einfamilienhauses.“ Betreiber wäre der Förderverein Mehrgenerationenhaus. Wie es am Ende wirklich umgesetzt wird, hängt auch davon ab, was das ARL dazu sagen wird. „Wir sind jetzt erst mal die Brainstorming-Abteilung“, sagt Leefers.

Doch das Projekt schlägt zu Buche: Für die Errichtung benötigt Waffensen etwa eine halbe Million Euro – ohne Förderung ein Ding der Unmöglichkeit. Etwa die Hälfte, vielleicht mehr, könnte durch Fördergelder abgedeckt werden, wenn der Antrag positiv beschieden wird. Der Vorteil, den Leefers jetzt sieht: Mit dem Pop-up gibt es einen Probelauf, der zeigt, wie das Angebot angenommen wird. „Wir haben jetzt die Chance, das zu beantragen. Wird der Pop-up ein Flop, dann bauen wir es nicht“, erklärt er. Die Chance dazu sollte der Ort aber nicht verstreichen lassen.

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