CDU will Rücktritt abwarten und mahnt in Sachen Bundestagswahl Ruhe an

Grindel-Nachfolge: Drei Frauen im Gespräch

Kathrin Rösel rückt vorerst für Reinhard Grindel in den Bundestag nach. Auch für die Bundestagswahl im Herbst 2017 möchte sie sich als Kandidatin bewerben.

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Reinhard Grindel ist auf der Zielgeraden. Am 1. Juni will der Christdemokrat sein Rücktrittsgesuch als Abgeordneter des Bundestages bei dessen Präsidenten Norbert Lammert (CDU) einreichen. Ab dem 3. Juni steht der DFB-Präsident dann seinen Wählern nicht mehr zur Verfügung. Was seinen Nachfolger als Kandidat bei der kommenden Wahl im Herbst 2017 angeht, halten sich die Christdemokraten im Wahlkreis Rotenburg I – Heidekreis bedeckt, mit diesem wollen sie sich erst nach Grindels Rücktritt als Abgeordneter befassen. Im Gespräch sind drei Frauen.

Nach Informationen der Rotenburger Kreiszeitung werden derzeit Ulrike Jungemann, Kathrin Rösel und Andrea Kaiser als Kandidatinnen für den Wahlkampf 2017 gehandelt. Diese üben sich vor Grindels offiziellen Rücktritt allerdings – noch – in Zurückhaltung: Jungemann, im Rotenburger Kreishaus als Regionalplanerin tätig, erklärt: „Das will ich weder verneinen noch bejahen“ – und verweist auf ein Pressegespräch zur Grindel-Nachfolge, das die CDU im Wahlkreis für den 2. Juni in Visselhövede anberaumt hat. Bemerkenswert dabei: Die Rotenburgerin ist „bisher“ kein Parteimitglied, wie sie auf Nachfrage bestätigt.

Das ist laut dem Rotenburger Kreisverbandvorsitzenden Hans-Heinrich Ehlen allerdings Voraussetzung für eine Bewerbung. Der Bundestagskandidat müsse Mitglied sein. Auch er habe von den Plänen Jungemanns gehört, gibt Ehlen zu – allerdings in einer Reihe mit mehreren anderen Namen, die in diesem Zusammenhang gehandelt würden.

„Ich finde es gut, dass sich Menschen für dieses Amt interessieren“, so Ehlen, der selbst im Niedersächsischen Landtag sitzt, und mahnt Ruhe an. „Alles der Reihe nach“, so sein Credo, erst müsse Grindel tatsächlich zurückgetreten sein, dann wolle die CDU im Wahlkreis ein Info-Schreiben verschicken, das die Mitglieder über diese Veränderung offiziell in Kenntnis setzt.

Kandidatenwahl im November

Das Rennen um die Kandidatur ist ab dann eröffnet: Am 16. November (Ehlen: „Erstmal wollen wir die Kommunalwahl hinter uns bringen.“) versammeln sich die Christdemokraten in Visselhövede, um einen Bewerber zu nominieren. Das könne laut Ehlen im Prinzip jeder sein. Der Vorstand, das habe er mit dem Vorsitzenden der Heidekreis-CDU, Gerd Engel, abgesprochen, wolle sich bis zur Kür des Kandidaten raushalten. „Bis zur Nominierung kämpft jeder für sich“, sagt Ehlen.

Für Ulrike Jungemann wäre ein Bundestagsmandat das Debüt auf der politische Bühne, sowohl lokal als auch bundesweit. Ihr stehen vermutlich zwei erfahrenere Christdemokratinnen gegenüber, von denen eine bereits eine konkrete Bewerbung plant. So hat Kathrin Rösel, ohnehin die designierte Nachrückerin Grindels, Ambitionen, nach ihrem vorrübergehenden Mandat einen festen Platz in Berlin einzunehmen – für den Wahlkreis Rotenburg I – Heidekreis. Derzeit ist sie Erste Samtgemeinderätin in Wesendorf im Landkreis Gifhorn. „Nach jetzigem Stand werde ich mich bewerben“, sagt die 44-Jährige.

Aus der Spitze der Rotenburger Kreis-CDU soll die stellvertretende Vorsitzende Andrea Kaiser ebenfalls ein Interesse an diesem Amt haben. Wie Jungemann ist Kaiser bei der Landkreisverwaltung angestellt – im Arbeitgeberservice des Jobcenters. Auf Nachfrage möchte die Gemeindeverbandsvorsitzende Sottrums „die Gerüchteküche nicht weiter anheizen“. Man solle sie am 3. Juni nochmal fragen, so Kaiser.

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