Ungewissheit

Gottesdienste zu Ostern? Eine Antwort gibt es noch nicht

Die Rotenburger Stadtkirche.
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Öffnen sich zu Ostern die Türen der Stadtkirche für Gottesdienstbesucher?

Rotenburg – Superintendent Michael Blömer spricht von einer „großen Problematik“. Wird es nun zu Ostern Gottesdienste in den Kirchen des Kirchenkreises Rotenburg geben, oder müssen die Menschen mit digitalen Angeboten zufrieden sein? „Ich weiß selbst noch nichts“, sagt Blömer. Es ist ein Ausdruck jener Ungewissheit, die allen Beteiligten in diesen Tagen zu schaffen macht.

Die beiden großen Kirchen hatten sich am Dienstag „überrascht“ von der von Bund und Ländern formulierten Bitte nach ausschließlich virtuellen Gottesdiensten zu Ostern gezeigt. Bund und Länder hatten in der Nacht einen harten Lockdown von Gründonnerstag (1. April) bis Ostermontag (5. April) beschlossen. Zu Gottesdiensten heißt es in dem Beschluss: „Bund und Länder werden auf die Religionsgemeinschaften zugehen mit der Bitte, religiöse Versammlungen in dieser Zeit nur virtuell durchzuführen.“

Die Verantwortung wird also weitergereicht – und möglicherweise müssen am Ende die Kirchenvorstände vor Ort eine Entscheidung treffen. So könnte es laufen, vermutet Michael Blömer. „Ich kann die Politik verstehen“, sagt der Superintendent dennoch, schließlich gehe es um Grundrechte. „Daher wird es wahrscheinlich bei einem Appell bleiben.“ Der schwarze Peter läge damit schließlich bei den Kirchen. Ähnlich wie schon vor Weihnachten stünden sie „im Regen“.

„Ich habe zunächst einen Schrecken bekommen, als ich von den Ergebnissen der Bund-Länder-Konferenz gehört habe“, sagt Blömer. „Was wird das werden?“, habe er sich gefragt. Kommt es womöglich zu einem Gottesdienstverbot? „Das wäre schwerwiegend – schließlich ist Ostern das höchste christliche Fest.“

Dennoch unterstreicht Blömer im Gespräch mit unserer Redaktion, dass sich die Kirche ihrer Verantwortung auch der Gesellschaft gegenüber bewusst sei. Und die habe es nun mal mit dem Kampf gegen die Pandenmie zu tun. Da könne man nicht ohne Weiteres auf Sonderrechte pochen.

„Es geht auch darum, in diesem Bemühen ein Zeichen zu setzen, dass auch wir alles dafür tun wollen.“ Es sei in der Tat ein sehr schmaler Grat, auf dem man sich bei der Frage bewegt, ob es am Ende Gottesdienste mit der Gemeinde gibt oder eben nicht. „Das fühlt sich nicht gut an“, versichert Blömer.

Eine Ansage dazu könne es von ihm als Superintendenten nicht geben. Da gehe es um die Eigenverantwortung der Gemeinden, sollte es nicht von höherer Stelle eine klare Vorgabe geben. Blömer: „Aber ich werde mich natürlich an der Diskussion darüber beteiligen.“

Das Osterfest

Ostern ist das älteste und wichtigste Fest der Christenheit. Es erinnert an die Mitte des christlichen Glaubens: die Auferstehung Jesu Christi von den Toten nach seinem Leiden und Sterben am Kreuz. Das Osterfest ist daher ein Symbol für den Sieg des Lebens über den Tod. Im Jahr 325 bestimmte das Konzil von Nicäa den Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling als Ostertermin. Seither wird das Auferstehungsfest in den westlichen Kirchen zwischen dem 22. März und dem 25. April begangen. In diesem Jahr fällt der Ostersonntag auf den 4. April. Wegen der jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern zur Corona-Pandemie werden wohl viele Gemeinden in diesem Jahr das zweite Jahr in Folge auf Gottesdienste mit Gemeinde verzichten.   epd

In diesen Gesprächen könnte auch die Tatsache zur Sprache kommen, dass der Besuch in den Kirchen an Ostern in der Regel weitaus geringer ausfalle, als es beispielsweise Heiligabend der Fall ist. Doch es gelte eben auch zu berücksichtigen, dass es Bereiche in unserer Gesellschaft gibt, denen es weitaus schlechter gehe aufgrund der Pandemie.

Blömer spricht die existenziellen Sorgen vieler Menschen und Betriebe an – beispielsweise die Tourismus-Branche oder auch die Gastronomie. „Da steht es uns nicht zu, über unsere Situation zu klagen.“

Die aktuelle Problematik mit Blick auf das Osterfest wird sich in anderer Form auch bei weiteren Fragen darstellen, die für die Kirchen im Raum stehen: Was ist mit den Konfirmationen? Eine klare Antwort gibt es auch in diesem Fall noch nicht.

Blömer geht allerdings davon aus, dass es jene Gemeinden schwer haben werden, die bereits für Ende April oder den Mai Termine ins Auge gefasst haben. Die Ungewissheit wird in den Gemeinden also weiterhin spürbar sein. Antworten hängen am Ende von der aktuellen Corona-Lage ab.

Rätsel-Aktion rund um die Kirchen

Die evangelische Jugend im Kirchenkreis Rotenburg lädt zusammen mit vielen Kirchengemeinden Kinder im Alter von sieben bis 14 Jahren dazu ein, in den Osterferien eine Rätsel-Aktion rund um verschiedene Kirchhöfe im Kirchenkreis zu unternehmen. Dazu benötigen sie ein Smartphone mit einer QR-Code-App und einen Lageplan, auf dem die Rätsel-Stationen eingetragen sind. Nach dem Lösen von sechs kleinen Aufgaben erwartet die Teilnehmer am Ende eine Osterüberraschung.

Die Oster-Rätsel-Aktion startet auf den Kirchhöfen aller drei Rotenburger Kirchengemeinden sowie von Scheeßel, Lauenbrück, Fintel, Brockel, Kirchwalsede, Visselhövede, Neuenkirchen und Peter und Paul in Schneverdingen. „Wie schon zu Weihnachten mit dem digitalen Adventskalender wollten wir auch zu Ostern den Kindern in der Pandemie ein Angebot machen“, sagt Pastor Christian Relius aus Rotenburg. Der Theologe hatte die Idee zur Aktion. Von ihm stamme auch die kleine Ostergeschichte um Simon, seine Tante Maria und das Rätsel des verlassenen Grabes, heißt es in einer Mitteilung des Kirchenkreises an die Kreiszeitung. „Die Kinder müssen Aufgaben lösen, die Simon und Maria letztlich zum Ziel führen“, wird der Theologe zitiert. Die Fragen stünden in zwei Schwierigkeitsgraden, leicht (vier bis acht Jahre) oder schwerer (acht bis 14 Jahre), zur Verfügung.

Gestartet werden kann ab Sonntag, 28. März, täglich. Das Ende der Aktion ist am Sonntag, 11. April, heißt es weiter. Zunächst müsse der Lageplan für die gewünschte Kirche im Internet unter www.evjugend-row.de abgerufen werden. Dort seien die Stationen eingezeichnet. Vor Ort müssten die Spieler an diesen Stellen nach einem QR-Code suchen und ihn einscannen. Er führe auf eine Website, auf der als Hörspiel die Geschichte um Simon und seine Tante Maria in Abschnitten erzählt wird. Anschließend folgen jeweils die Fragen. Alle Antworten ergeben in der Reihenfolge der Rätsel eine Telefonnummer in Rotenburg. Wer dort anruft, erhalte Auskunft darüber, wo eine Osterüberraschung zu finden ist. „Ältere Kinder können die Aufgaben sicherlich allein bewältigen. Bei den Jüngeren hoffen wir, dass viele Eltern, Paten oder andere Erwachsene sich die Zeit nehmen, um sie beim Oster-Rätsel zu begleiten“, sagt Kreisjugenddiakon Werner Burfeind. Er hat sich mit Mirco Sieburg um die technische Umsetzung des Projekts in den elf Kirchengemeinden gekümmert. „Es war wichtig, dass die Aufgaben an den verschiedenen Orten spielbar sind“, sagt Sieburg, der zurzeit im Kirchenkreisjugenddienst ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FSJ) absolviert. Jetzt hoffen die Organisatoren auf gutes Wetter, damit aus der Ferienaktion ein frühlingshafter Familienausflug werden kann.   men

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