Gottesdienst zur Einführung von Diako-Führungskräften

Mensch vor Kapital

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Matthias Richter (v.l.), Hans-Christian Brandy und Carsten Konrad.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Die offizielle Einführung von Pastor Matthias Richter als Theologischer Direktor und Professor Carsten Konrad als Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Agaplesion Diakonieklinikums Rotenburg war am Mittwoch durchaus von kritischen Tönen begleitet. Während des Festaktes in der Kirche Zum Guten Hirten betonten Landessuperintendent Hans-Christian Brandy als auch Richter selbst, dass das diakonische Profil des Hauses nicht vernachlässigt werden dürfte.

Sowohl Chefarzt als auch der Theologische Direktor sind bereits seit einigen Monaten im Amt, insbesondere Richter ist aber ein altbekannter im Hause: „Der Neue ist nicht neu“, sagte Brandy in seiner Rede in der gut gefüllten Kirche. Der 45-jährige Richter verantworte seit 2011 das Fundraising-Büro für Diakonie und war zuletzt Referent der Geschäftsleitung. Nach zwei kurzen Dienstzeiten seiner Vorgänger liege es nun an ihm, „für den Spirit des Hauses“ tätig zu werden, so Brandy. Konrad wiederum sieht er ebenso für ein kirchlich geprägtes Haus als ideale Besetzung. Der ebenfalls 45-Jährige, gebürtige Osnabrücker ist laut Brandy ein „hochqualifizierter Hirnforscher und Arzt, der sich praktisch um die Seele der Menschen kümmert, vor allem um die Volkskrankheit Depression“. Mit der Integration von Richter und Konrad ins Führungsteam erlebe man „einen guten Tag für das Diakonieklinikum und für die gesamte Familie in der Hauptstadt der Diakonie, in Rotenburg“.

Richter oblag es, in seiner Predigt Brandys Stichwort vom „Spirit des Hauses“ aufzunehmen. Der diakonische Auftrag müsse trotz eines „besorgniserregenden Ausmaßes der Regelungen“, das sich auf die Motivation, die Atomsphäre und auf die Qualität auswirken könne, bewahrt werden. Richter: „Wir sehen uns als Teil einer Geschichte, die sich auf Jesus gründet, nicht auf Shareholder Value.“ Nicht das Kapital und der Profit müsse an erster Stelle stehen, sondern der Mensch und die Frage: „Was willst du?“ Das derzeitige Gesundheitssystem werde Folgen haben, die in allen Bereichen ankommen. Aber: „Hier ist es noch anders.“

Dass in Zeiten knapper Kassen irgendwann die Frage gestellt werde, ob sich noch jeder eine Krankenhausversorgung leisten kann, sei klar. Nur müsse gerade die Diakonie Antworten geben: „Diesen Dienst sind wir als Christen den Menschen schuldig.“

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