Erstes Posaunenfest der selbständigen Kirchen in Rotenburg unter freiem Himmel

Gottes Lob mit Turmbläsern, Hüpfburg und Fangesängen

Ob drinnen oder draußen – die Premiere des Posaunenfestes der selbstständigen Kirchen am Sonntag kommt gut an. - Foto: Heyne

Rotenburg - Da staunten die Rotenburger am Sonntagmittag nicht schlecht: An die hundert Blechbläser in mehreren Gruppen auf dem Kirchplatz der Stadtkirche, dazwischen ein Dirigent, der eilfertig mit seinem hölzernen Notenpult zwischen den Posaunenchören hin- und herhuschte, um überall den richtigen Einsatz zu geben und der sein Dirigat auch mal mit ausladenden Armbewegungen 100 Meter über den Platz schickte.

Und das war noch nicht alles: Dazu Hüpfburg, Bratwurst an Biertischen und Klänge scheinbar aus der Luft – ein solches Posaunenfest hatten weder die Besucher noch die Akteure, die Bläser der Chöre des Kirchenbezirks Niedersachsen-West der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) bis dato erlebt.

Das von Dirigent und Gesamtleiter Carsten Krüger entwickelte Konzept der Veranstaltung mit 85 Aktiven unter dem Motto „Lob in Musik, Wort und Tanz – um, auf und in der Kirche“ kam an: Die Besucher des Freiluft-Konzerts blickten immer wieder umher um zu orten, welcher der neun Posaunenchöre aus Gnarrenburg, Soltau, Verden, Sottrum oder Tarmstedt im schnellen Wechsel gerade an der Reihe war. Wilhelm Ebeling, bis vor zwei Jahren selbst Leiter der jährlichen musikalischen Zusammenkunft, blies mit seinem Oldenburger Chor ganz oben vom Turm. „Das ist mal etwas anderes!“, meinte der Musiklehrer, der mehrere Ensembles leitet, anerkennend.

Auch das Programm selbst hatte es in sich: Nicht nur die klassischen Stücke, etwa Bourrée und Menuett von Händel oder eine Gavotte von Grieg, griffen das Thema „Tanz“ auf. Auch modernere Melodien waren zu hören, etwa ein „Chachacha“, der in den gemeinsamen Choral „Du meine Seele singe“ überging oder ein viel beklatschter Tango zu „Von Gott will ich nicht lassen.“

1. Posaunenfest an der Stadtkirche Rotenburg

Im anschließenden Gottesdienst erinnerte Propst Johannes Rehr an den Ursprung der Posaunenchöre: „Sie wurden zum Lob Gottes gegründet.“ Schon in der Bibel hätten Blechbläser Erwähnung gefunden, um „gegen Tod, Verzweiflung und Traurigkeit zu blasen.“

Dies war am Sonntag jedoch gar nicht erst nötig – das unkonventionelle Fest hatte bereits im Vormittagsgottesdienst fröhlich begonnen, als Festprediger Tilman Stief den Bogen zu Fangesängen geschlagen und die Festgemeinde die Fußballhymne „You’ll never walk alone“ hatte anstimmen lassen. 

hey

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