Goldener Oktober gibt kurzes Gastspiel / Winterprognosen bleiben Spekulation

Es bleibt zu kühl und zu nass

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Der Herbst 2015 bleibt trotz einiger Lichtblicke nicht besonders angenehm: kühl und nass.

Rotenburg - Von Reinhard Zakrzewski. Erst sonnig und kühl, dann frostig und kalt und um die Monatsmitte Novemberfeeling statt Oktobergold: Anders als sonst üblich verlief der zentrale Herbstmonat bislang enttäuschend. Insbesondere in Sachen Wärme hatte er wenig zu bieten. Doch nun wendet sich das Blatt.

Seit Mittwoch strömen milde Atlantikwinde nach Norddeutschland. Durch den Ausläufer eines Nordmeertiefs präsentiert sich der Altkreis Rotenburg am Donnerst nochmals grau und nass, am Freitag jedoch leitet ein Hoch aus Südwesten eine kurze freundliche Phase ein. Bei Höchstwerten um 14 Grad zeigt sich vor allem der Sonnabend von seiner farbenfrohen Seite. Allerdings machen der schwachen Herbstsonne anfangs zähe Nebelfelder zu schaffen, die sich örtlich länger halten können. Am Sonntag ziehen aus Westen wieder dicke Wolken auf, die schon leichten Regen mitbringen.

Für die neue Woche deutet sich wechselhaftes und kühleres Wetter an. Zeit- und gebietsweise werden aber auch freundliche Abschnitte dabei sein. Zudem kann zwischendrin der Wind deutlich zulegen. Ein stabiles Schönwetterhoch ist weiterhin nicht in Sicht, eine frühwinterliche Phase aber auch nicht. Damit wird der Oktober insgesamt wohl in die Kategorie „zu kühl und zu nass“ fallen.

Geht es nach den einschlägigen Witterungsregeln wie, „Oktober rau (kühl) – Januar flau (warm)“ oder „Bringt der Oktober schon Schnee und Eis, ist‘s schwerlich im Januar kalt und weiß“, sieht es für den anstehenden Winter schlecht aus. In diese Richtung weisen auch die aktuellen Langzeittrends des amerikanischen Klimavorhersagezentrums, die gegenüber einem vierjährigen Mittelwert für weite Teile Europas schon seit Monaten von einem zu feuchten und zu milden Winter 2015/16 ausgehen. Das heißt nicht, dass der Winter zeitweise nicht auch eiskalt und schneereich sein kann. Wie groß die kalten und die warmen Anteile letztendlich werden, ist und bleibt Spekulation.

Völlig absurd und wissenschaftlich unhaltbar sind die im Internet kursierenden Prognosen selbsternannter Winterpropheten. Diesmal schlägt besonders ein „Schnee-Orakel“ aus dem bayerischen Benediktbeuern Alarm. Aus der Form der Blütenstände der heimischen Königskerze, einer einstieligen Heilpflanze, ließe sich angeblich ein äußerst harter und schneereicher „Jahrhundert-“ oder sogar „Jahrtausendwinter“ ablesen, der erst im März enden werde. Wie ein solcher Winter aussehen würde, vermitteln Chroniken aus dem Extremwinter 1684/85. Damals setzte sich die „grausame Kälte“ aus dem Dezember ohne längere Tauwetterphasen im Januar und Februar fort. Auf der zugefrorenen Themse in London gab es die berühmten „Frost Fairs“ und auf den mitteleuropäischen Flüssen fanden allenthalben Volksbelustigungen statt. Der Bodensee und weite Teile der Ostsee froren zu und noch im März meldeten viele Regionen Deutschlands Eis, Schneefall und strenge Kälte. Aus dem Westen wurde von einem „späten Frühjahr“ berichtet und die Kirschblüte erfolgte erst im Mai. Dies zu Beruhigung: Ein solch grimmiger Winter ist schon wegen des heutigen Treibhausklimas gar nicht mehr möglich.

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