Rotenburger Ratsmehrheit stoppt Pläne

Durchfahrtssperre für Goethestraße liegt auf Eis

Radfahrer auf der Rotenburger Goethestraße
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Gerade Radfahrer sind in der Goethestraße Gefahren ausgesetzt. Eine Durchfahrtssperre für Autos in Richtung Bergstraße wird es aber vorerst nicht geben.

Die kontroverse Diskussion um eine Kfz-Durchfahrtssperre der Rotenburger Goethestraße ist gestoppt. Aber es muss noch was getan werden.

  • Bürgermeister Weber streicht Debatte im Fachausschuss.
  • Offene Fragen mit Geschäftsleuten.
  • Ratsmehrheit will Verkehrsentwicklungsplan abwarten.

Weber bestätigt auf Anfrage unserer Redaktion die Absage und erklärt, dass es sowohl zum Thema Friedwald als auch zur Goethestraße noch Gesprächsbedarf gebe, der sich bis zum 4. März nicht decken lasse. Das waren demnach die beiden wesentlichen Tagesordnungspunkte. Der Bürgermeister will vor einer weiteren Sitzung noch einmal mit den Vertretern der IG Citymarketing zusammenkommen und offene Fragen klären. Von der IG-Citymarketing war nach Bekanntwerden des Vorhabens deutliche Kritik an dem Plan laut geworden.

Die Diskussionen darüber sorgen inzwischen für eine klare Aussage der Stadtratsgruppe von CDU, FDP und WIR. Tilman Purrucker (CDU) hat daher am Montag einen Antrag ins Rathaus geschickt. „Das Vorhaben, die Goethestraße von Mai bis September 2021 für den Durchgangsverkehr versuchsweise zu sperren, wird von der Gruppe CDU/WIR/FDP abgelehnt“, heißt es darin. In der derzeitigen Situation der Pandemie und den damit verbundenen erheblichen Einschränkungen für viele ansässige Geschäftsleute erachte die Dreiergruppe eine probeweise Sperrung zum jetzigen Zeitpunkt als unzumutbar. „Unstrittig ist die Notwendigkeit, die Goethestraße für Fahrradfahrer sicherer zu gestalten“, schreibt Purrucker. Allerdings wolle man jetzt erst einmal die Ergebnisse des in Auftrag gegebenen Verkehrsgutachtens abwarten. Tilman Purrucker weiter: „Aus den genannten Gründen schlagen wir vor, die für den 4. März vorgesehene Sitzung des Ausschusses für Straßen- und Tiefbau abzusagen oder den Tagungsordnungspunkt Sperrung der Goethestraße von der Tagungsordnung zu streichen.“ Man erachte es als ressourcenschonend, die Sitzung abzusagen. „Wir werden gegebenenfalls einen Antrag zur Geschäftsordnung auf Nichtbefassung des Tagungspunktes Sperrung der Goethestraße stellen.“

Unstrittig ist die Notwendigkeit, die Goethestraße für Fahrradfahrer sicherer zu gestalten.

Tilman Purrucker

Mit der nun erfolgten Absage der Sitzung steht fest: Die vorübergehende Sperrung der Goethestraße für den Durchgangsverkehr liegt erst einmal auf Eis. Mit einem Start im Mai wird es nichts mehr, weiß auch Andreas Weber. Damit dürfte das Thema voraussichtlich erst nach der politischen Sommerpause wieder auf den Tisch kommen. Vorausgesetzt, die Gespräche mit der IG Citymarketing ließen eine weitere Debatte im Fachausschuss sinnvoll erscheinen. Doch das alles nützt nichts, wenn die Gruppe von CDU, FDP und WIR auch weiterhin daran festhält, jetzt erst einmal den Verkehrsentwicklungsplan (VEP) für die Stadt abzuwarten. Die Ergebnisse erwarten die Beteiligten voraussichtlich im kommenden Jahr. 80 000 Euro investiert die Stadt in diesen Plan, der für mehr verkehrstechnische Klarheit sorgen soll.

Weber betont indes, dass er nach wie vor an der Idee dieser Testphase festhalte. Wichtig sei es ihm dabei, eben auch die IG Citymarketing dabei mitzunehmen. Grundlage für den jetzigen Vorstoß ist eine vom Niedersächsischen Umweltministerium finanzierte Impulsberatung gewesen. Hintergrund: Auf und an diesem Straßenzug von Goethestraße und Bergstraße kommt es zu vielen Fahrradunfällen. Die Experten aus Bremen, die den Fachausschuss im Herbst beraten haben, sehen großen Handlungsbedarf zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

In dem Bericht hat das Fachbüro aufgrund der erfolgten Zählungen festgestellt, dass lediglich 50 Prozent des tatsächlichen Fahrzeugverkehrs Ziel- und Quellverkehr der Rotenburger Innenstadt darstellt, und somit jedes zweite Fahrzeug die Goethestraße lediglich als Abkürzung nutzt. Konsequente Empfehlung des Planungsbüros sei daher die Sperrung der Goethestraße für diesen unerwünschten Durchgangsverkehr. In Richtung Mühlenstraße ist das sowieso schon der Fall – in Richtung Soltauer Straße waren vier Poller auf Höhe der Kirchstraße im Gespräch.

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