Nachwuchs im Vergleich zu 2017 geringer

Storchenbetreuer Wilfried Glauch zählt sieben Jungstörche

Bei Kaisers an der Wümme-Niederung in Hellwege: Donald und Melania vertrieben Barbara und Berni, blieben allerdings kinderlos.

Rotenburg - Von Wieland Bonath. Sieben Jungstörche im Bereich des Südkreises Rotenburg hat der zuständige Nabu-Storchenbetreuer Wilfried Glauch in diesem Jahr gezählt. Jungtiere, von denen je zwei in Horsten in Stemmen, Jeersdorf und in Hassendorf zur Welt kamen. In Sottrum schlüpfte nach gut vierwöchiger Brutzeit ein Junges aus dem Ei.

Aufgezogen von den Eltern, sucht sich in wenigen Wochen der Nachwuchs sein Winterquartier im warmen Südeuropa oder in Afrika. Wie die Störche, vor allem die Jungtiere, ihren Weg in den Süden finden, ist für die Ornithologen weitgehend ein Rätsel. Das gilt auch für die Rückkehr im nächsten Frühjahr, wenn die weißgefiederten Adebare „punktgenau“ in ihr altes Nest zurückkehren.

Keine Brut hat es in diesem Jahr hingegen in Hellwege, Freetz, Buchholz, Hatzte und Lauenbrück gegeben. Die Zahl der Horste wuchs in diesem Jahr im Südkreis, der Nachwuchs war im Vergleich zu 2017 etwas geringer. Wilfried Glauch aus Rotenburg, der gleichzeitig dem Sprecherrat der Landesarbeitsgemeinschaft Weißstorchschutz Niedersachsen-Bremen angehört: „Wahrscheinlich lag es am Nahrungsmangel aufgrund der relativ hohen Temperaturen.“ So hätten die Störche in Buchholz und in Hellwege (Verdener Straße) zwar gebrütet, jedoch keine Jungen zur Welt gebracht. Grundsätzlich, so Glauch, begrüßten er und der Nabu das Interesse von Eigentümern, auf ihren Grundstücken Storchenhorste einzurichten. Für das kommende Jahr lägen bisher sechs entsprechende Anfragen vor.

Als traditionelle „Hochburg“ für Störche gilt der Nordkreis Rotenburg. Dort waren in diesem Jahr 17 Horste bezogen. Die Alttiere zogen 40 junge Störche auf.

Wilfried Glauch hat in diesem Jahr 30 Störche beringt. Fotos: Bonath

Die Storchenpopulation ist allgemein bei unterschiedlichem Tempo steigend. Das gilt auch für Niedersachsen mit seinen Schwerpunkten im Bereich des Elbtals/Wendland, in Cuxhaven und in Verden. Im Jahr 2017 – die aktuellen Zahlen für dieses Jahr werden im Oktober veröffentlicht – gab es in Niedersachsen-Bremen 919 Nestpaare, davon 670 Paare mit 1484 Jungtieren.

Die Forschung und die Beobachtung der bis zu 10 000 Kilometer langen Flugrouten, der Zugvögel bis in den Süden Afrikas wird von Wissenschaftlern fortgesetzt. Ein wesentlicher Teil der Kontrolle der Wege der Großvögel ist die Beringung. Wilfried Glauch ist offizieller Beringer der Vogelwarte Helgoland mit Sitz in Wilhelmshaven. Glauch hat in diesem Jahr im Landkreis Rotenburg und im Kreis Verden vertretungsweise 30 Ringe an roten Storchenbeinen mit knappen Informationen und der Adresse der Vogelwarte angelegt. Der Fundort des Großvogels sind wesentliche Anhaltspunkte für die Arbeit der Ornithologen.

Wilfried Glauch (Telefonnummer 04261/82619), seit rund fünf Jahren Nabu-Storchenbetreuer, im Gespräch mit der Kreiszeitung: „Ich bin gern bereit, denjenigen Rat und Unterstützung zu geben, die einen Nistplatz für Störche schaffen möchten.“

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