Glasfaser bis in jeden Haushalt

Fragen an die Direktkandidaten: Schnelles Internet für alle?

Politischer Konsens unter den Parteien im Landtag: Schnelles Internet soll für jeden Haushalt Realität werden. - Foto: dpa

Rotenburg - Von Manfred Klein. Zur Landtagswahl in Niedersachsen an diesem Sonntag haben die Parteien im Wahlkreis 53 Rotenburg sechs Direktkandidaten aufgestellt. Die Redaktion befragte die Politiker nach ihrer Einschätzung zu relevanten Themen der Zeit. Unsere heutige Frage:

Noch immer gibt es in Niedersachsen und auch in unserer Region weiße Flecken auf der Breitbandlandkarte. Wie wollen Sie erreichen, dass jeder Haushalt Zugang zu schnellem Internet bekommt?

Eike Holsten (CDU): Breitbandinfrastruktur ist einer der wichtigsten Faktoren für Wirtschaft und Arbeitsplätze. Damit Niedersachsen Gigabit-Land wird, werden wir bis 2022 eine 1-GB-Strategie umsetzen. Das heißt: Für den Breitbandausbau mit Glasfaser werden wir in der kommenden Wahlperiode eine Milliarde Euro Landesmittel zur Ergänzung des Bundesförderprogramms bereitstellen. Bis 2022 werden keine weißen Flecken mehr auf dem Breitbandatlas Niedersachsen zu erkennen sein. 

Tobias Koch (SPD): Schnelles Internet ist mittlerweile für viele Menschen zu einer Art Lebensqualität geworden. Für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist das Homeoffice eine Alternative. Hierzu ist es existenziell, schnelles Internet zur Verfügung zu haben. Ich werde mich für weitere Fördermittel vom Bund und Land einsetzen und auf den Ausbau von Glasfaserkabeln in jedes Haus einsetzen. Durch Fördermittel und Darlehensprogramme wollen wir rund 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. 

Birgit Brennecke (Grüne): Damit jeder Haushalt einen Zugang zu schnellem Internet bekommt, möchte Christian Meyer ein „Recht auf ein schnelles Internet“ im Telekommunikationsgesetz verankert wissen. Auch der Bund will mit 2,7 Milliarden Euro den Ausbau schneller Netzverbindungen auf dem Land unterstützen und verspricht ein entsprechendes Förderprogramm. Mit diesem Programm soll in Deutschland, bis 2018, das schnelle Internet überall zur Verfügung stehen, und zwar mit 50 Megabyte/Sekunde. 

Jan-Christoph Oetjen (FDP): Wir wollen eine Trendwende vom Hinterherhinken bei der Digitalisierung hin zu ihrer Gestaltung. Deutschland braucht eine Gigabit-Infrastruktur bei Glasfaser und dem Mobilfunk der fünften Generation. Flächendeckend. Dafür wollen wir den Wertbewerb der Anbieter stärken und Erlöse investieren, die wir aus dem Verkauf der Bundesanteile an Post und Telekom erzielen. 

Nils Bassen (Die Linke): Der Ausbau wird seit einem Jahrzehnt verschleppt. Weder Bundes- noch Landesregierung zeigen Interesse daran. Wir benötigen zwingend den landesweiten Ausbau mit Glasfasertechnologie und Sendemasten zur Funkabdeckung. Der Wirtschaftsstandort Niedersachsen ist in diesem Bereich Entwicklungsland. Der Ausbau muss staatlich erzwungen werden, um die Lebensqualität zu erhöhen, fortschrittliche Arbeitsplätze zu schaffen und Bestehende zu erhalten. 

Günter Scheunemann (Freie Wähler): Die Freien Wähler in Niedersachsen sind der Auffassung, dass vor allem für den industriellen Mittelstand ein Zugang zum schnellen Internet gewährleistet sein muss. Auch Privathaushalte sollen an dieser Möglichkeit partizipieren. Bis 2021 wollen wir flächendeckend einen Gigabit-Breitbandanschluss (1.000 Megabyte/Sekunde) für alle ermöglichen. Ein dementsprechendes Förderprogramm muss zwingend umgesetzt werden. In Bezug hierauf möchten wir betonen, dass ein schnelles Internet auch ein Faktor für die regionale Wirtschaft darstellt.

Das könnte Sie auch interessieren

Intensives Training am Donnerstag

Intensives Training am Donnerstag

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Diese Gewinne liegen beim Freimarkt voll im Trend

Diese Gewinne liegen beim Freimarkt voll im Trend

Meistgelesene Artikel

70 Kilometer lange Herbstrallye mit Neuerungen

70 Kilometer lange Herbstrallye mit Neuerungen

Jetzt braucht die Krippe nur noch einen Namen

Jetzt braucht die Krippe nur noch einen Namen

Pastorin Sonja Domröse über Reformation und Emanzipation

Pastorin Sonja Domröse über Reformation und Emanzipation

Die H-Moll-Messe von Bach zwei Mal in der Stadtkirche

Die H-Moll-Messe von Bach zwei Mal in der Stadtkirche

Kommentare