39 Millionen Euro fließen für „weiße Flecken“ des Internets

Glasfaser für 3 700 Haushalte

Glasfaserkabel bekommen im Landkreis nun auch die Haushalte, die überhaupt noch kein schnelles Internet daheim hatten.
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Glasfaserkabel bekommen im Landkreis nun auch die Haushalte, die überhaupt noch kein schnelles Internet daheim hatten.

Rotenburg – Während sich die Politik intensiv Gedanken darüber macht, wie im Landkreis flächendeckend bisherige Internetverbindungen zu Hochgeschwindigkeitsnetzen ausgebaut werden, gab es auch immer noch die Gebiete, die nach heutigem Maßstab völlig unterversorgt waren. Das wird sich ändern. Denn für die Erschließung von Gebieten mit einer Breitbandversorgung unter 30 Mbit/s hat der Landkreis Fördergelder von Bund und Land zugesprochen bekommen. Das Vergabeverfahren für die weitere Umsetzung ist inzwischen abgeschlossen, den Zuschlag hat die „EWE TEL“ aus Oldenburg erhalten, berichtet die Kreisverwaltung. Die Kosten der für die Realisierung notwendigen kommunalen Kofinanzierung teilen sich der Landkreis und die Städte und Gemeinden zu je 50 Prozent.

In einem europaweiten Ausschreibungsverfahren hatte EWE das wirtschaftlichste Angebot im Verfahren vorgelegt, heißt es. Für rund 39 Millionen Euro werde das Unternehmen den weiteren Ausbau realisieren. 35 Millionen Euro kommen dabei aus den Fördertöpfen von Land und Bund sowie Landkreis und Gemeinden. Förderfähig seien dabei nur Anschlüsse in den sogenannten weißen Flecken mit einer Versorgung von unter 30 Mbit/s. In den vergangenen Monaten sei für die weitere Umsetzung bereits eine erste Grobplanung für den Bauablauf erstellt worden. Insgesamt würden rund 3 700 Gebäude im gesamten Kreisgebiet mit hochleistungsfähiger Glasfaser ausgestattet und können somit in Zukunft gigabitfähige Anschlüsse nutzen. „Mit diesem Projekt wird die langjährige Breitbandstrategie im Landkreis erfolgreich fortgesetzt und der Großteil der wenigen, noch förderfähigen Gebiete mit zukunftsfähiger Telekommunikationsinfrastruktur ausgerüstet.“, zeigt sich Landrat Hermann Luttmann (CDU) zufrieden.

Nach dem Ausbau biete EWE die jeweiligen Highspeed-Produkte an. „Im Landkreis Rotenburg verfügen wir bereits über ein umfassendes Glasfasernetz. Dieses ist die perfekte Basis, um nun noch weitere Haushalte mit schnellsten Anschlüssen zu versorgen. Trotz des sehr gut ausgebauten Netzes ist die Erschließung dieser Gebäude für uns alleine nicht wirtschaftlich umsetzbar, weshalb wir hier die vom Landkreis eingeworbenen und zur Verfügung gestellten Fördergelder nutzen“, so Luttmann. Der Baubeginn sei je nach Witterung für das erste Quartal 2021 vorgesehen, die Bauzeit insgesamt rund 2,5 Jahre betragen. Die Ausbaugebiete seien sehr kleinteilig und zum Teil weit verstreut. Die betroffenen Hausbesitzer würden direkt von der EWE über den Ablauf des Baus informiert.

Perspektivisch soll allerdings auch der Ausbau in den sogenannten grauen Flecken mit einer Versorgung über 30 Mbit/s fortgeführt werden. Luttmann kritisiert: „Seit mehr als zwei Jahren fordere ich den Wegfall der Fördergrenze von 30 Mbit/s, damit wir im Landkreis einen flächendeckenden Glasfaserausbau realisieren können. Leider ist der Bund bisher nicht bereit gewesen, hierfür die rechtlichen Grundlagen zu schaffen. Die jetzt angekündigte neue Grenze von 100 Mbit/s kommt für dieses Projekt eindeutig zu spät.“  mk

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