Glasfaser für 2000 Haushalte

Landkreis Rotenburg baut Breitband aus 

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Rund 2 000 Haushalte im Landkreis Rotenburg haben bald schnelleres Internet.

Rotenburg - Von Inken Quebe. Von Visionen hält Landrat Hermann Luttmann (CDU) eigentlich nichts. Das gibt er im Pressegespräch am Freitag unumwunden zu. Aber in Sachen Breitbandausbau hat er selbst eine: Er strebt an, dass 90 Prozent der Haushalte im Landkreis mit Glasfaser-Anschlüssen bis vor die Haustür versorgt werden.

Und das möchte Luttmann zumindest gerne noch während seiner Amtszeit angeschoben wissen. Zumindest für 2000 Haushalte soll genau das auch bis Ende des kommenden Jahres der Fall sein.

Zuschlag für den Ausbau hat „EWE TEL“ erhalten

Ob er bei der nächsten Wahl noch antritt, wie lange er überhaupt noch Landrat sein möchte – all das will Luttmann damit zwar noch nicht bekannt geben. Dennoch verkündet er dieses ehrgeizige Ziel. Das Projekt „Breitbandausbau“ startet also mit 2000 von 58.000 Haushalten. Mit Glasfasernetz könnten diese Übertragungsraten von 50 Mbit/s bis zu einem Gigabit erreichen – das sogenannte Highspeed-Internet.

Im März dieses Jahres hatte der Landkreis 4,5 Millionen Euro an Fördergeldern für den weiteren Breitbandausbau zugesprochen bekommen, teilt man aus dem Kreishaus mit. Das Vergabeverfahren für die weitere Umsetzung sei inzwischen abgeschlossen, den Zuschlag hat die „EWE TEL“ aus Oldenburg erhalten. Damit soll der Breitbandausbau im Landkreis fortgeführt werden. Diesen Beschluss fassten Kreistag und Räte der beteiligten Kommunen bereits im Sommer vergangenen Jahres, nachdem Land und Bund weitere Fördermittel in Aussicht gestellt hatten.

Von Fördergeld profitieren insbesondere Ortsränder und Siedlungen

Vor allem die Bereiche, die nicht vom kreiseigenen Ausbauprojekt der vergangenen Jahre profitiert haben, sollen dem Vernehmen nach mit diesen Geldern erschlossen werden – Ortsränder und Siedlungen. „Förderfähig sind nur Anschlüsse mit einer Versorgung von unter 30 Mbit/s. “, schildert Dezernatsleiter Sven Höhl. Der Ausbau finde in den Kommunen Samtgemeinde Tarmstedt, Selsingen, Fintel und Zeven, den Gemeinden Scheeßel, Bötersen, Sottrum, Bothel, Brockel, Hemsbünde, Hemslingen, Kirchwalsede, Westerwalsede und der Stadt Rotenburg statt. Landkreis und Kommunen teilen sich die Kosten der notwendigen Kofinanzierung ein Drittel zu zwei Drittel.

Nachdem die Förderbescheide von Land und Bund im Frühjahr 2017 bei der Kreisverwaltung vorlagen, sei das weitere Verfahren unter Hochdruck vorangetrieben worden, denn die Vergabe der Mittel ist an strenge Vorlagen gebunden. Der Landkreis habe ein Telekommunikationsunternehmen finden müssen, das den weiteren Ausbau umsetzen soll. Hierzu war ein europaweites Ausschreibungsverfahren mit detaillierten Auflagen notwendig. „Das wirtschaftlichste Angebot in diesem Verfahren hat die ,EWE TEL‘ aus Oldenburg vorgelegt“, heißt es.

Kosten könnten sich noch um 400.000 Euro senken

Für rund fünf Millionen Euro werde das Unternehmen den weiteren Ausbau realisieren – damit rund 1,3 Millionen Euro günstiger als ursprünglich vom Landkreis kalkuliert. Und es könnte möglicherweise noch günstiger werden: Über eine weitere Option, die die Kosten noch weiter senken könnte, werde zurzeit noch von Land und Bund beraten. Dies betreffe die Vorgabe in Bezug auf die verwendeten Leerrohre. So könnten eventuell die bereits im landkreiseigenen Ausbau verlegten Leerrohre genutzt und optimal angebunden werden, anstatt überall neue Leerrohre zu legen. „Das könnte weitere Kosten in Höhe von 400.000 Euro sparen“, so Höhl. Er hofft, die bereits verlegten Rohre, die aus einem anderen Material bestehen, nutzen zu können.

Landkreis und EWE planen, dass im Spätsommer die Baufreigabe vorliegt und mit den Tiefbauarbeiten begonnen werden kann. Der Landkreis hofft, das Projekt bis Ende 2018 abgeschlossen zu haben.

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