Bausatzflugzeuge auf dem Flugplatz

„European Glasair Fly-In“: Glasair landen in Rotenburg

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Wegen des stürmischen Wetters haben einige Glasair-Piloten aus England und dem weiteren europäischen Ausland absagen müssen.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Der Rotenburger Pilot Knut Marthiens ist stolzer Besitzer eines selbst gebauten Flugzeug- Typs Glasair II. „Ich habe die vorgefertigten Teile aus dem amerikanischen Glasair-Werk bei Washington innerhalb von dreieinhalb Jahren selbst zusammengebaut“, erzählt der Organisator des neunten „European Glasair Fly-In“ am Freitagnachmittag auf Flugplatz der Kreisstadt. „Beim jährlichen Treffen kommen je nach Wetter bis zu 20 Piloten dieses Fluggeräts aus ganz Europa zusammen, um zu fachsimpeln, aber auch um kulturell gemeinsam etwas zu unternehmen.“

Im April 1994 ist der Rotenburger sein Glasair-Bausatzflugzeug das erste Mal in Bremen geflogen. Er sei sofort von den Flugeigenschaften begeistert gewesen, erwähnte Marthiens im Gespräch mit der Kreiszeitung im Hangar, der für die Begrüßung der Gäste gemütlich hergerichtet worden ist.

Plötzlich mischen sich Motorgeräusche eines anfliegenden Flugzeugs in die Unterhaltung. „Das wird Hans-Walter Kuche aus Wuppertal sein, der hat sich für 15 Uhr angekündigt“, blickt Marthiens erst auf die Uhr und dann auf die Landebahn. Kurze Zeit später rollt das Flugzeug des Piloten aus Nordrhein-Westfalen auf den vorbereiteten Abstellplatz zu. „Hans-Walter hält die Glasair-Piloten aus ganz Euro zusammen. Er hat alle nötigen Dateien im Computer gespeichert und auch alle bisherigen Treffen angestoßen.“ Reihum organisieren Piloten aus Europa auf sein Signal hin die Treffen. Flugplätze in Deutschland, Spanien und Großbritannien waren die bisherigen Austragungsorte. 2018 ist nun Rotenburg das Ziel der Besitzer der rund 100.000 Euro teuren Zweisitzer.

24 Jahre später sieht das selbst gebaute Flugzeug von Knut Marthiens immer noch wie aus dem Ei gepellt aus.

Die beiden Gesprächspartner gehören nicht nur dem Glasair-Zusammenschluss an. Sie sind auch Mitglieder in der deutschen Oskar-Ursinus-Vereinigung (OUV).

Beim Bau eines Fluggerätes seien viele gesetzliche Vorschriften einzuhalten. Die Zusammenarbeit des OUV mit den Bauherren und der Aufsichtsbehörde, dem Luftfahrt-Bundesamt, sei sicherlich oft von Vorteil, erklärt Marthiens. Auf Wunsch begleiten Gutachter Selbstbauprojekte von der ersten Bau-Skizze bis hin zur endgültigen Verkehrszulassung – dem Eintrag des Eigenbaus in die Luftfahrzeugrolle des Typs „beschränkten Sonderklasse”, ergänzt Kuche, der sich inzwischen auch mit an den Tisch gesetzt hat. „Ich habe für den Bau meines Glasair II sechs Jahre gebraucht und bin sehr zufrieden damit“, erklärt Kuche, während brummende Motoren weitere Glasair-Flugzeuge ankündigen. 

Knut Marthies führt 1994 mit Sandsäcken nach dem Bau seiner Glasair II einen Belastungstest durch.

Um 16 Uhr werden dann die meisten der zehn angemeldeten Piloten eingetroffen sein, hoffen die beiden. „Die Gäste werden sich nach der Landung zunächst im Hotel Taranga in Waffensen einquartieren.“ Der Anreisetag hat dann mit einem Grillabend am Hangar begonnen. Samstag steht unter anderem eine Stadtbesichtigung von Bremen auf dem Programm. Gestern war Rückreisetag.

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