Es gibt noch viele offene Fragen 

„SuedLink“-Infomarkt in Waffensen stößt auf großes Interesse

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Elisabeth Benecke zeigt ein Modell des „SuedLink“-Kabels.

Waffensen - Dirk Eberle richtet einen deutlichen Appell an die Menschen, die nahe am oder sogar innerhalb des vorgesehenen Korridors leben, in dem der „SuedLink“ einmal verlaufen soll, jene Stromverbindung, die komplett durch das Land gehen wird, um die Energiewende möglich zu machen.

„Jeder sollte mal in die Karten schauen und sich den jetzt geplanten Trassenverlauf ansehen“, rät Bothels Samtgemeindebürgermeister. Jeder noch so kleine Hinweis könne hilfreich sein, wenn es um den genauen Verlauf des Kabels innerhalb des 1000 Meter breiten Korridors geht.

Eberle und auch sein Visselhöveder Amtskollege Ralf Goebel nutzen an diesem Mittwochnachmittag die Gelegenheit, sich schlau zu machen, Gespräche zu führen und die Planungen für den „SuedLink“ weiter zu hinterfragen. Die Netzbetreiber Tennet und Transnet BW sind mit ihrem Infomarkt im Tagungszentrum Taranga in Waffensen zu Gast. Das Interesse ist groß. Es ist einer von bundesweit 35 Terminen. „Vor allem aus den Bereichen, die jetzt neu betroffen sind, kommen viele Menschen“, weiß Elisabeth Benecke zu berichten. Sie ist bei Tennet als Referentin für Bürgerbeteiligung beschäftigt. Auch das Taranga ist an diesem Nachmittag sehr gut besucht.

Die Fragen, die Benecke und ihre Kollegen erreichen, wiederholen sich. Warum verläuft der Korridor ausgerechnet an unserem Ort vorbei? Wie geht es jetzt weiter? Wie kann man sich einbringen? Wann steht der genaue Verlauf des „SuedLinks“ fest? Auch viele Landwirte nutzen diese Infomärkte, um ihre Zweifel und Fragen loszuwerden. „Und die sind wirklich schon sehr gut informiert“, erklärt Benecke. Sie würden sich sehr intensiv mit dem Thema beschäftigen. Die Veränderungen des Trassenverlaufs beruhen auf intensiven Untersuchungen zahlreicher Faktoren innerhalb jedes Segments. Da gehe es um alle Bereiche der Raumordnung, um Wasserschutz und auch agrarstrukturelle Belange. Benecke: „Es ist ein Sammelsurium.“

Ralf Goebel bringt erst einmal ein Lob zum Ausdruck: „Die haben das hier wirklich sehr professionell gemacht.“ Allerdings merkt der Bürgermeister der Stadt Visselhövede auch an, wie komplex das Material zu diesem Thema sei. So komplex, dass er sich mit seinen Kollegen in Bothel und Scheeßel zusammengetan und ein Fachbüro in Hannover engagiert hat, um klären zu lassen, ob mögliche, räumliche Widerstände vielleicht doch noch nicht berücksichtigt worden sind.

Tennet und Transnet BW setzen auf Transparenz. In allen tangierten Landkreisen wollen sie die Öffentlichkeit bereits jetzt an der Suche nach einem konkreten Leitungsverlauf beteiligen und erste Hinweise entgegennehmen. Viele Landkarten und Übersichten haben sie mitgebracht. Gleich mehrere Experten informieren in verschiedenen Abschnitten des Infomarktes über das Verfahren an sich sowie über die Beteiligungsmöglichkeiten, über Methoden und Planung, die Bereiche Boden und Landwirtschaft sowie die hinter dem „SuedLink“ stehende Technologie. 23 Zentimeter ist das Kabel stark, das auf einer Länge von rund 700 Kilometern durch das Land gezogen wird. Dirk Eberle spricht in Waffensen von einer „weiteren Möglichkeit, sich zu informieren“.

In erster Linie interessieren sich die Gäste für den Verlauf des jetzt vorgeschlagenen Korridors, aber auch die drei Schritte zur endgültigen Bewertung, die am Ende zu diesem Ergebnis geführt haben, hinterfragen die Besucher. Elisabeth Benecke erklärt, dass genau dabei mögliche Einschränkungen und deren Lage in erster Linie entscheidend seien. Aber auch die Gesamtlänge des „SuedLink“ sowie die Kosten würden berücksichtigt. Rund zehn Milliarden Euro soll die Stromautobahn vom Norden in den Süden des Landes kosten. Das ist die derzeitige Schätzung.

Bis sie gebaut werden kann, ist allerdings noch viel zu erledigen. In einem nächsten Schritt wird es voraussichtlich vom kommenden Jahr an um das Planfeststellungsverfahren gehen. Das allein wird geschätzt zwei weitere Jahre in Anspruch nehmen. Mit einem Baubeginn kann also eventuell für 2022 gerechnet werden. Bei einer Bauzeit von drei bis vier Jahren könnte dann also von 2026 erstmals Strom durch den „SuedLink“ fließen. Wo immer er dann auch letztendlich verlaufen wird.

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