Landberatung Rotenburg zieht im Haus am Luhner Forst Bilanz

Gewinne fallen kleiner aus

Marco Schouten Fotos: Go

Rotenburg - Die Entwicklungen im vergangenen Wirtschaftsjahr waren je nach Betriebsschwerpunkt der Landwirte zweigeteilt. In den Milchviehbetrieben haben sich die Gewinne positiv entwickelt. Die schweinehaltenden Betriebe haben aufgrund von schlechteren Preisen kleinere Gewinne als in den Vorjahren eingefahren. So beurteilte Berater Jannes Wilkens die Situation aus betriebswirtschaftlicher Sicht während der Jahreshauptversammlung der Landberatung Rotenburg.

Grundsätzlich gilt: Die aufgebauten Reserven aus dem vorangegangenen Wirtschaftsjahr wurden durch die Dürre aufgezehrt, sodass das aktuell laufende Wirtschaftsjahr für alle Betriebe schwieriger startete als erhofft. „Die Herausforderungen in der Beratung bestehen darin, auch unter schwierigen Rahmenbedingungen den Betrieben bestmöglich und mit guten Ideen zur Seite zu stehen“, betonte Wilkens.

Der Vorsitzende der Landberatung, Friedhelm Lohmann, ging in seiner Begrüßung kurz auf die Herausforderungen im aktuellen Geschäftsjahr ein. Themen, wie unter anderem Gen-Technik, Ammoniakreduzierung (Gülleverordnung) und Wolf müssten angepackt werden.

Zuvor hatte der Geschäftsführer Marco Schouten über die Ringarbeit im Allgemeinen berichtet. Die Mitgliedsbetriebe werden von acht Agraringenieuren und zwei Sekretärinnen betreut. Für die Bodenproben- und Grundfutterentnahme ist ein Experte im Einsatz. Der Verein hat zurzeit 324 Mitgliedsbetriebe, die insgesamt rund 37 000 Hektar landwirtschaftliche Fläche bewirtschaften.

Die allgemeine Beratung wird abgerundet von speziellen Angeboten im Viehbereich. Detail-Informationen trugen die Berater persönlich vor. Ein weiteres wichtiges Beratungsgebiet stellt die Wasserschutzgebietsberatung dar. Hierbei werden Informationen rund um den Grundwasserschutz an Landwirte vermittelt, die in Wasserschutzgebieten Flächen bewirtschaften.

„Für die Landwirte war es eine besondere Herausforderung, auf die Witterung der vergangenen zwei Jahre zu reagieren. Während das Jahr 2017 sehr nass war und die Ernte und die Herbstaussaat für 2018 erschwert waren, hat sich das Blatt im vergangenen Jahr extrem in Richtung Dürre gewendet“, erklärte Berater Kai Siegel. Die amtlichen Ertragsausfälle hätte beim Grünland um die 50 Prozent betragen, während die Ertragsverluste im Ackerbau zwischen 30 und 40 Prozent lagen. Der Beratungsbedarf bei den Landwirten im Hinblick auf das Nährstoffmanagement habe stark zugenommen. Die Landberatung will gemeinsame Lösungen anbieten.

„Die schweinehaltenden Betriebe konnten nicht an das erfolgreiche Geschäftsjahr 2016/2017 anknüpfen. Die Sauenhalter erhielten im Durchschnitt 66 Euro für ihre Ferkel“, berichtete Beraterin Syster Brümmer, die neu im Team mit von der Partie ist. Bei den Mastschweinen lag der Durchschnittspreis bei 1,49 Euro pro Kilogramm. Seit Oktober ist der Auszahlungspreis auf 1,36 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht gesunken.

Ausschlaggebend für den Betriebserfolg und die Existenz der landwirtschaftlichen Familien seien oftmals viele kleine „Schrauben“ an denen gedreht werden müsse. Neben den wirtschaftlichen Voraussetzungen seien es vor allem die politischen Rahmenbedingungen, die für Unsicherheit sorgten. Wünschenswert für die Betriebe ist mehr Klarheit in Bezug auf die Haltung der Schweine. Da seien noch einige Dinge zu klären, hieß es während der Versammlung im Haus am Luhner Forst.

Am Ende der Veranstaltung sprach Professor Hubertus Korte von der Hochschule Osnabrück aus dem Bereich Landtechnik. Der Experte lieferte den Teilnehmern der Versammlung einen Ausblick zum Thema Digitalisierung in der Landwirtschaft. Aufgrund des großen Anwendungspotenzials gewinnen digitale Technologien bei den Landwirten zunehmend an Bedeutung - vor allem Roboter, Sensor- und Satellitentechnik.  go

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