Serie: Zehn Fragen an die sieben Bundestagskandidaten

Autoindustrie: „Gewaltiger Umbruch steht bevor“

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Auch die sieben Direktkandidaten für die Bundestagswahl machen sich Gedanken darüber, dass die für die Wirtschaft wichtige Autoindustrie nicht in Schieflage gerät.

Rotenburg - Von Jens Wieters. Der Dieselskandal zieht immer weitere Kreise, Autofahrer haben das Vertrauen in VW und Co. verloren. Eine fatale Entwicklung, denn in Deutschland hängt rund jeder achte Arbeitsplatz direkt oder indirekt mit der Autoindustrie zusammen. Ein Grund mehr, unsere sieben Direktkandidaten für den Bundestag zu fragen:

Wie stehen Sie zur Zukunft der deutschen Autoindustrie?

Lars Klingbeil (SPD): Die Manager der großen Autokonzerne haben Entwicklungen völlig verschlafen und mit ihren Betrügereien dem Standort Deutschland geschadet. Zulasten der Mitarbeiter. Es darf auch nicht sein, dass jetzt die Autofahrer belastet werden. Wir stehen durch das autonome Fahren vor einem gewaltigen Umbruch in diesem Bereich. Die Konzerne scheinen langsam aufzuwachen. Die Politik muss dabei helfen, dieses Aufwachen zu beschleunigen.

Kathrin Rösel (CDU): Die Autoindustrie ist für den Standort Deutschland enorm wichtig. Es ist daher umso schlimmer, dass die deutschen Autofirmen sich selbst in solche Schwierigkeiten gebracht haben. Ich vermisse darüber hinaus ernsthafte Anstrengungen, sich den neuen Antriebsformen ernsthaft zu widmen und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Ellen Gause (Grüne): Wenn die Autoindustrie nicht schnellstens andere Antriebsarten als den Verbrennungsmotor entwickelt, sieht es für ihre Zukunft schlecht aus. Aus Umwelt- und Klimagründen muss der Verbrennungsmotor abgeschafft werden. Wer diesen Wechsel verschläft, wird es schwer haben. Als das Auto seinen Siegeszug antrat, verschwanden auch fast alle Kutschenhersteller vom Markt mit Ausnahme von Karmann. Eine solche Entwicklung sollte sich nicht wiederholen.

Hendrik Jürgens (FDP): Die deutsche Autoindustrie ist technologisch grundsätzlich gut aufgestellt. Der weltweit größte Elektrofahrzeug-Hersteller nach Tesla ist BMW. In einer Zeit, in der Automobilkonzerne global aufgestellt sind, muss aber mehr an die Produktionsstandorte gedacht werden. Wichtig sind klassische wirtschaftspolitische Kriterien wie eine gute digitale und logistische Infrastruktur, eine gute Ausbildung der Mitarbeiter und Innovationsförderung.

Agnes Hasenjäger (Linke): Unsere Autoindustrie hinkt bei dem Übergang zu Elektroautos international hinterher. Wenn wir unsere Umwelt betrachten, ist der immer weitere Ausbau des Autoverkehrs ein Irrweg. Ziel müsste der Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs sein. Auch beim Güterverkehr geht die Entwicklung in die falsche Richtung – die Bahn könnte es besser.

Günter Scheunemann (Freie Wähler): Ein Dieselfahrverbot lehnen die Freien Wähler ab. Wir sind der Meinung, dass es sich bei der derzeitigen Polemik gegen die deutsche Automobilindustrie um eine Kampagne aus den Vereinigten Staaten handelt. Die deutsche Konkurrenz soll auf dem internationalen Markt ausgeschaltet werden, um eigene, unter normalen Umständen, nicht konkurrenzfähige Fahrzeuge auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Deutsche Dieseltechnologie ist definitiv zukunftsfähig! Elektromobilität könnte diese Arbeitsplätze nicht generieren, da in der Produktion von E-Autos Arbeiter nicht in der gleichen Quantität benötigt werden.

Michael Stewart (AfD): Die Qualität deutscher Autos ist Weltspitze und die Autoindustrie ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Wirtschaft. Noch sind die Elektroautos keine wirkliche Alternative. Ich befürworte die Weiterentwicklung und Produktion von Elektroautos, aber auch von Autos mit bewährten Verbrennungsmotoren.

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