Gesundheitsversorgung der Asylbewerber ist klar geregelt, löst aber häufig einen großen Aufwand aus

Manchmal ist Überzeugungsarbeit nötig

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Eckhard Lang

Rotenburg - Von Guido Menker. Einen Großteil der Flüchtlinge – vor allem in Rotenburg – kennt Eckhard Lang persönlich. Seit 1988 ist er beim Diakonischen Werk als Migrationsberater tätig – und auf den greifen die Sozialämter sowie die Flüchtlinge selbst gerne zurück, wenn es einmal kneift.

Vor allem bei gesundheitlichen Problemen ist Eckhard Lang oftmals gefragt. Denn weil die Asylsuchenden – unabhängig von ihrem Status – erst nach 15 Monaten eine Krankenkassenkarte bekämen, sei der Weg zum Arzt ein wenig kompliziert. Erst, wenn der Landkreis auf Antrag einen Kostenübernahmeschein ausgestellt hat, könne die Behandlung beginnen. Die Frage, ob dieses Papier ausgehändigt wird, sei aber nicht leicht zu beantworten, so Lang. Dieses gebe es nämlich nur bei einer akuten Erkrankung oder Schmerzzuständen. „Das zu beurteilen, ist mir als Sozialarbeiter gar nicht möglich“, sagt Lang. Hinzu kämen die häufigen Sprachprobleme – es müsse also eine Begleitung gefunden werden. Die komme oft aus dem Unterstützerkreis. Aber auch diese Helfer seien mitunter enorm gefordert – sie müssten nicht selten viele Dinge organisieren und zum Teil beim Arzt erhebliche Überzeugungsarbeit leisten. Genau das wiederhole sich oft, wenn es eine Überweisung zu einem Facharzt oder gar ins Krankenhaus gebe. Lang: „Die Gesundheitsversorgung ist in den Unterstützerkreisen immer wieder ein Thema.“

Nicht selten geht es auch um traumatisierte Flüchtlinge, die psychologische Hilfe benötigen. „Dabei kann ich inzwischen auf ein Netzwerk zurückgreifen“, erklärt der Migrationsberater, dessen Arbeit mitunter schon Züge eines Manager-Postens annimmt. Über das Netzwerk organisiert er die Behandlung, für die die Flüchtlinge aber zum Teil sehr weite Wege zurücklegen müssen. Dann geht es nicht mehr nur um den Kostenübernahmeschein für die Behandlung, sondern auch um die Fahrtkosten – für den Patienten sowie seine Begleitung.

Eckhard Lang ist sich sicher: Es wäre vieles einfacher, wenn es für die Flüchtlinge von Beginn an eine Krankenkassenkarte gäbe. In den Nachbarländern Bremen und Hamburg ist das bereits der Fall.

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