Städte-Netzwerk zwei Tage zu Gast in der Gesund-Region

Wie gesund ist das Land?

Bernadette Nadermann

Rotenburg - Von Guido Menker. Bernadette Nadermann will ihre Erwartungen im Vorfeld nicht zu hoch schrauben. „Zunächst einmal hoffe ich nur, dass es rund läuft“, sagt dalso ie Erste Stadträtin in Rotenburg. Wenn das gelingt, die Teilnehmer zufrieden sind und sich gute Gespräche ergeben, dann habe das Kompetenzforum 2019 des Gesunden Städte-Netzwerkes auch Strahlkraft, ist sich Nadermann sicher.

Das Forum beginnt am Donnerstag im Rathaus. Rund 60 Teilnehmer aus ganz Deutschland haben sich angemeldet, um sich unter der Überschrift „Wie gesund ist das Land?“ mit der Gesundheitsförderung im ländlichen und städtischen Raum sowie mit den damit verbundenen Chancen, Potenzialen, Risiken und Herausforderungen zu befassen. Ein Thema, das sperrig wirkt beim Blick in das Tagungsprogramm. „Gesundheit im Handlungsfeld regionaler Kooperation ländlicher Kommunen und in der Stadt/Land-Beziehung“. So ist eines der einführenden Statements überschrieben.

Bernadette Nadermann hatte Anfang des Jahres ihre Fühler ausgestreckt und Rotenburg als Veranstaltungsort des fünften Forums dieser Art angeboten. Die Kreisstadt gehört schließlich zur Gesund-Region Wümme-Wieste-Niederung, die wiederum Mitglied im Gesunde Städte-Netzwerk ist. Das Netzwerk hat sich 1989 gegründet und gehe zurück auf die Ottawa-Charta der Weltgesundheitsorganisation WHO.

„Diese behandelt die Umsetzung der gesundheitsfördernden Prinzipien mit innovativen Maßnahmen“, erklärt Nadermann im Vorfeld der Veranstaltung. Daraus geht hervor, dass eben auch die Kommunen zu einer Förderung der Gesundheit beitragen können. Im Fokus stehen dabei die Schaffung einer guten Infrastruktur, sagt Nadermann, aber auch Angebote, um die Lebensbedingungen zu verbessern. Dazu zähle sie beispielsweise die Teilnahme der Stadt Rotenburg am Stadtradeln. Darüber hinaus gehe es darum, ein Abhängen der Dörfer zu verhindern – mit Blick auf die ärztliche Versorgung etwa, also um die Erreichbarkeit ärztlicher Versorgung vor dem Hintergrund weniger Einwohner und langer Wege. Einfluss hätten Kommunen vor Ort auf gesundheitsfördernde Maßnahmen in Schulen und Kindergärten, in Bezug auf Selbsthilfegruppen, Vereine und Seniorenheime. „Wichtig ist es, Netzwerke zu schaffen, die beim Erreichen der Ziele hilfreich sind“, erklärt Nadermann. So, wie es der Verein Simbav macht oder auch das Integrationssportprojekt. Nadermann: „Scheinbar kleine Dinge mit großer Wirkung.“ Ganz wichtig sei dabei das bürgerschaftliche Engagement.

Wenn also am Donnerstag und Freitag scheinbar sperrige Themen in den Impulsreferaten und auch in den geplanten Workshops auf den Tisch kommen, verbergen sich dahinter immer auch ganz konkrete Möglichkeiten. Nachvollziehbar und greifbar. Das Gesunde Städte-Netzwerk vertrete mit seinen 76 Mitgliedskommunen rund 20 Millionen Menschen. Die Erste Stadträtin: „Wir sitzen alle in einem Boot.“

Erst Hamburg, München, Leipzig und Kassel – und nun Rotenburg. Es gibt mehrere gute Gründe, weshalb es Bernadette Nadermann so wichtig war, das Kompetenzforum an die Wümme zu holen. „Es geht schon mit der Anreise los. Die ist beschwerlicher als nach München oder Hamburg. Ich finde es wichtig, sich bei diesem Thema von den großen Städten zu entfernen.“ So ließe sich eben auch eine andere Wirklichkeit im wahrsten Sinne des Wortes erfahren. Und so verspricht sich die Erste Stadträtin ein überregionales Augenmerk von dem Treffen im Rathaus. Kontakte zudem, die bei der weiteren Arbeit und den ins Auge gefassten Projekten innerhalb der Gesund-Region von Bedeutung sein können. Sie spricht von einem Austausch unter Gleichgesinnten – und das an zwei Tagen.

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