Agnes und Josef Lünnemann feiern ihre Diamantene Hochzeit

Gespräche über Gott und die Welt

60 Jahre ein Paar und immer noch mobil: Agnes und Josef Lünnemann sind begeisterte Camper. Foto: Bonath

Rotenburg - Von Wieland Bonath. Agnes und Josef Lünnemann aus Rotenburg träumen in der Mittagssonne in ihrem kleinen gepflegten Garten vom 20. Juni. Der 82-Jährige pensionierte Berufssoldat blättert in einem Heft mit Urlaubsangeboten im Harz und sagt zu seiner 81-jährigen Frau: „14 Tage fahren wir mit unserem Wohnwagen nach Hahnenklee. Ich freue mich schon. Auch darauf, wenn es im Frühherbst an die Ostsee an die Flensburger Förde zu unserem Sohn geht. Ob das wohl unsere Abschiedstour nach 41 Jahren als Reisecamper wird?”

Pfingstmontag vor 60 Jahren wurde das Ehepaar Lünnemann in der katholischen St.-Antonius-Kirche in Rheine in Nordrhein-Westfalen kirchlich getraut. Die Diamantene Hochzeit soll jetzt im kleinen Familienkreis nachgeholt werden. Zur standesamtlichen Trauung hatte bereits am 6. Januar ein kleiner Empfang mit Nachbarn, Vertretern des Landkreises, der Stadt Rotenburg und der katholischen Gemeinde stattgefunden.

Lünnemann trat 1991 nach 29 Jahren Dienst in der Lent-Kaserne als Stabsfeldwebel in den Ruhestand – er war unter anderem Leiter der Fahrbereitschaft, Batteriefeldwebel und Leiter des Innendienstes. Er wurde in Rheine geboren, seine spätere Frau Agnes in Welbergen, einem kleinen Dorf bei Rheine. Beim Nikolausfest 1955 sahen sich die beiden zum ersten Mal. Wenige Monate später folgte bei einem öffentlichen Tanzabend – er 18, sie 17 Jahre jung – ein Wiedersehen und der Wunsch, allein zu sein. Die jungen Leute suchten sich einen Friedhof aus und taten, was sie später ihr Leben lang tun sollten: diskutieren, über alles sprechen, Gott und die Welt waren die Themen. Es folgten romantische Heimatfilme, brave Spaziergänge und ständige Kontrollen der Elternhäuser.

Josef Lünnemann machte eine Tischlerlehre, seine spätere Frau Agnes ließ sich zur Spinnerei-Fachkraft ausbilden und hat, erinnert sie sich, „so richtig Geld verdient”. 1958 gehörte Josef Lünnemann zum ersten Wehrpflichtigenjahrgang der jungen Bundeswehr. Er absolvierte seinen Grundwehrdienst in Borken im Münsterland und wurde zum Fernmelder ausgebildet. Der junge Mann verpflichtete sich auf vier Jahre zum Zeitsoldat. Nach anderthalb Jahren war er Unteroffizier. „Wenn ich Unteroffizier werde, dann verloben wir uns und heiraten“, sagte er damals zu seiner Freundin. Und so sollte es kommen. In Rheine fand am 6. Januar 1960 die standesamtliche Trauung statt. Für die damals 20-jährige Agnes musste ihr Vater die Urkunde unterzeichnen. Die kirchliche Trauung folgte ein halbes Jahr später. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Bettina, die in Hildesheim lebt mit dem einzigen Enkel Torben; Sohn Stefan, der zur Zeit mit seiner Frau noch in Osnabrück wohnt. Tochter Karin lebt mit ihrem Mann in Unterstedt und ist bei der Stadtverwaltung Rotenburg tätig.

1962 wurde Josef Lünnemann in den Kreis Rotenburg versetzt. Die Familie lebte zunächst in Sottrum. Der Feldwebel tat Dienst beim Flugabwehrraketenbataillon Westertimke und später in der Dienststelle Eversen. 1965 wurde die jetzige Wohnung bezogen. Agnes Lünnemann versorgte den Haushalt und arbeitete 20 Jahre als Heißmangelfachkraft in Rotenburg. Seit vielen Jahren arbeiten beide ehrenamtlich in der Corpus-Christi-Gemeinde Rotenburg mit, zu der heute rund 6 000 Gläubige in der Kreisstadt und in Gemeinden des Südkreises gehören.

Viele Jahre wirkte Josef Lünnemann als Betreuer eines Bewohners der Rotenburger Werke, als Jugendschöffe des Amtsgerichts Rotenburg, als Schiedsmann der Stadt und schließlich als stellvertretender Schiedsmann. Auf örtlicher und überörtlicher Ebene war Lünnemann ehrenamtlich für den Deutschen Bundeswehrverband tätig und hatte den Vorsitz der Standortkameradschaft Rotenburg. Dieser umfangreiche ehrenamtliche Einsatz wurde mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt. Von der Stadt Rotenburg erhielt er den Ehrenteller. Lünnemann: „In Rotenburg haben wir wirklich eine zweite Heimat gefunden. Wir Nachbarn helfen uns gegenseitig und haben uns zusammengetan zu einem Club der fröhlichen Lohleute“.

Und wenn bei Lünnemanns die Sonne einmal nicht scheint? Der Jubilar: „Jeden Tiefschlag haben wir zum Anlass genommen, um mit viel Mut wieder aufzustehen und unseren Weg fortzusetzen.”

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