Geschenke-Versteigerung der Mistböcke kommt in Rotenburg gut an

3167 Euro für die Kinderhospizarbeit

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Heinz Gehnke und Regina Hartje-Specht hatten die Auktionsteilnehmer in Rotenburg gut im Griff.

Rotenburg - Von Michael Krüger. „Das haben wir nicht erwartet.“ Heinz Gehnke ist am Tag danach immer noch ziemlich platt. 3167,50 Euro hat das Team um den Info-Büro-Leiter und Präsidenten der „Mistböcke“ am Sonntagnachmittag für die gute Sache gesammelt. 3167,50 Euro für die ambulante Kinderhospizarbeit „Fidelius“ in der Kreisstadt. Ein Riesenerfolg.

61 Exponate standen auf der Liste, um auf dem Pferdemarkt meistbietend versteigert zu werden. Alles Neuware oder Gutscheine, und so manches Schätzchen gab es tatsächlich zu erstehen. Zehn Euro für einen hochwertigen Fußball, 150 Euro für einen Flachbildfernseher, 60 Euro für ein Tablet-PC – für die rund 250 Interessierten ergab sich zudem die Möglichkeit, das eine oder andere vorweihnachtliche Schnäppchen zu machen. Und das, obwohl Gehnke und seine Moderationskollegin Regina Hartje-Specht in gewohnt lockerer Weise alles versuchten, um die Bietenden während der knapp zwei Stunden stets noch ein paar Euro mehr aus der Tasche zu locken. Wer sich davon überreden ließ: Die Sparkasse liegt ja gleich nebenan...

Der „Internationale Stammtisch der Mistböcke und Mistbienen“ hatte die Aktion ins Leben gerufen. Im vergangenen Jahr war versucht worden, unliebsame Weihnachtsgeschenke für den gleichen Zweck zu versteigern. Das hatte zwar auch unterhaltsamen Charakter, brachte mit 427 Euro aber weitaus weniger ein für „Fidelius“. Nun also der neue Anlauf mit hochwertigen, von Unternehmen und Privatleuten gesponserten Exponaten. Und mit diesem Ansatz trafen die Veranstalter offensichtlich ins Schwarze. Noch vor Weihnachten soll das Geld übergeben werden.

Den Höchstpreis des Tages erzielte ein Trikot von Borussia Dortmund mit den Unterschriften aller Bundesliga-Spieler. 550 Euro brachte das ein. Ersteigert hat das Trikot ein „Firmenchef aus dem Sauerland“ per Telefon, so Gehnke. Dieser wolle aber anonym bleiben. Der Mann habe ein Ferienhaus am Bullensee und gehe regelmäßig im Ronolulu schwimmen. Dort habe er dann einen Flyer zur Versteigerung gesehen. Das Trikot dürfte der Ehefrau als Weihnachtsgeschenk überreicht werden – sei sie doch glühende Anhängerin der Schwarz-Gelben. Überhaupt waren Fußballtrikots begehrt bei der Auktion: 200 Euro brachte eins von St. Pauli, 160 Euro für Borussia Mönchengladbach und immerhin noch 100 Euro für den Hamburger SV. Ein Stückchen WM-Rasen aus dem Berliner Olympiastadion Berlin ging für 250 Euro weg. Nur der Handball des THW Kiel, den Bürgermeister Andreas Weber noch kurzfristig organisiert hatte, schwächelte etwas, wie der einstige Serienmeister in der Bundesliga: nur 40 Euro für die Auktionskasse.

Hermann Koopmann vom Vereinsvorstand der „Hospizarbeit in der Region Rotenburg“ verdeutlichte, dass die Spendensumme, die laut Gehnke „ausschließlich und ohne Abzüge“ überwiesen werde, gut angelegt sei. Denn die Nachfrage nach Trauerarbeit für Kinder steige stetig. Bislang biete der Verein eine Trauergruppe für Kinder, die Angehörige verloren haben, an. Eine zweite soll es 2016 geben. Das sei nur durch Spenden möglich, staatliche Zuschüsse gebe es nicht.

www.hospiz-row.de

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