Rotenburger Einzelhändler: Einbruch seit „Lockdown light“

Geringe Frequenz

Der „Lockdown light“ bereitet den Rotenburger Einzelhändlern Sorgen – die Frequenz der Kunden ist nach einem kleinen Aufschwung wieder eingebrochen. Das trübe Wetter lädt zudem nicht zum Bummeln ein.
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Der „Lockdown light“ bereitet den Rotenburger Einzelhändlern Sorgen – die Frequenz der Kunden ist nach einem kleinen Aufschwung wieder eingebrochen. Das trübe Wetter lädt zudem nicht zum Bummeln ein.

Rotenburg – Im aktuell zweiten Lockdown, auch „Lockdown light“ genannt, dürfen die Einzelhändler zwar ihre Läden geöffnet lassen, „light“ ist die Situation für sie aber ganz und gar nicht. Im Gegenteil, sie macht ihnen zu schaffen. So hatte kürzlich eine Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) ergeben, dass die Frequenz in deutschen Innenstädten um mehr als die Hälfte eingebrochen ist – und Rotenburg macht da keine Ausnahme, erklärt Cornelia Gewiehs, Vorsitzende der IG City Marketing.

Und das, wo das Weihnachtsgeschäft doch eigentlich noch mal Geld in die Kassen spülen sollte. „Es zeigt sich, dass Handel und Gastronomie eng verwoben sind, und wenn es dem einen nicht gut geht, leidet auch der andere“, hat Gewiehs festgestellt.

Sehr ruhig sei es in der Stadt zurzeit, wie neben Gewiehs auch andere Gewerbetreibende zuletzt festgestellt hätten. Sie kann die HDE-Umfrage daher aus ihrer Sicht aktuell nur unterstützen, „hier ist unglaublich wenig Lauf“. Wer losgehe, sei zudem zielgerichteter, bummelt nicht durch die Stadt.

Gerade erst hat sich ein Aufschwung bemerkbar gemacht

Dabei waren die Händler zuletzt etwas zufriedener, nach dem Einbruch während des ersten Lockdowns im Frühjahr ging es gerade wieder etwas bergauf. Dazu müsse man aber sagen, dass in Rotenburg ohnehin nie die Massen unterwegs sind: Wenn dann aber noch mal mehr als 50 Prozent wegbrechen, das treffe schon, erklärt die Vorsitzende.

Mit einem Speisenangebot „to go“ wollen die Gewerbetreibenden gegensteuern, ein kleines Trostpflaster für den ausgefallenen Nikolausmarkt, sagt Gewiehs. „Um trotzdem etwas Atmosphäre zu schaffen, auch mit dem Geruch nach gebrannten Mandeln und anderem.“ Sie haben sich mit Schaustellern zusammengetan, die mit einem entsprechenden Hygienekonzept ihre Stände entlang der Innenstadt aufbauen durften.

Weitere Schausteller sollen kommen

Ein paar sind schon da, weitere sollen Ende des Monats folgen, „wenn sich nichts ändert“ – denn der Blick geht nach Berlin, wo die Entscheidung, wie es weitergeht, auf nächste Woche vertagt wurde. Man wolle hier in Rotenburg aber eine Basis schaffen, „auf der alle überleben können – auch wenn es nicht annähernd der normale Umsatz ist“ – denn es gibt Schausteller, die seit dem vergangenen Jahr keine Einnahmen mehr haben. Zwar würde das nicht Cafés und Restaurants ersetzen oder deren Wegfall kompensieren, das Angebot draußen könnte aber einen Anreiz für einen Ausflug in die Stadt bieten.

Über eine Lösung, wie sich Essen und Trinken mit der geltenden Maskenpflicht vereinbaren lassen, werde noch debattiert. Speisen und Getränke sollen nicht auf einer der Bänke verzehrt werden, sondern an festen Plätzen an den Buden, weswegen genügend Abstand vorhanden sein muss – auch über eine entsprechende Kontaktnachverfolgung hat die Interessengemeinschaft gesprochen.

Denn einkaufen sei, wenn sich jeder an die Regeln hält, machbar. Dazu werden die Ladeninhaber kreativ, so hat Gewiehs beispielsweise für ihren Modeladen zwei Infrarotstrahler angeschafft, oberhalb der Umkleiden, „damit die Kundinnen wohlige Wärme trotz regelmäßiger Stoßlüftungen haben“. Trotz der schwierigen Zeit sei ein kleiner Bummel durch die Stadt machbar und sicher, dafür würden alle an einem Strang ziehen.

Weihnachtsgeschäft ist wichtig

„Ein bisschen mehr ginge schon in der Stadt, ohne irgendwelche Risiken einzugehen. Wir wollen keine Menschenansammlungen provozieren, aber deutlich machen ,Ihr seid in der Innenstadt sicher’“, erklärt die Vorsitzende. „Es ist schwierig, aber wir müssen da alle durch.“ Das Weihnachtsgeschäft sei wichtig, das verhehlt sie nicht. So würden beispielsweise Juweliere im Dezember einen hohen Teil ihres Umsatzes machen. „Uns ist schon viel weggebrochen, wie das Dämmershoppen. Da fehlt was und das können wir nicht aufholen.“

Wie sich die letzten beiden Wochen seit Beginn des zweiten Lockdowns an den Umsatzzahlen insgesamt zeigen, könnte sie noch nicht sagen, sicher sei aber: „Das wirkt nicht so gut auf die Stimmung.“ Trotzdem plane man so gut es geht weiter, unter anderem mit den langen Sonnabenden im Advent – auch, wenn immer ein Ohr in Berlin ist. Aber sie appelliert: „Wir brauchen uns nicht verkriechen, es ist ein sicherer Rahmen, wenn wir Abstand halten und vorsichtig sind.“

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