Generalsekretär im Gespräch für den SPD-Vorsitz

Lars Klingbeil auf dem Weg an die Spitze?

Lars Klingbeil in seinem Berliner Büro.
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Es wäre eine große Sache, wenn der Abgeordnete aus unserem Wahlkreis den Parteivorsitz übernehmen würde.

Die Gerüchteküche brodelt, auch im Landkreis Rotenburg: Wird der Bundestagsageordnete und Generalsekretär Lars Klingbeil der neue SPD-Parteichef?

Rotenburg – Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern. Seit SPD-Chef Norbert Walter-Borjans am vergangenen Freitag offiziell verkündet hat, im Dezember beim Parteitag nicht erneut kandidieren zu wollen, ist ein Name als Nachfolger besonders häufig gefallen: Viele Parteimitglieder gehen stark davon aus, dass Generalsekretär Lars Klingbeil seinen Hut in den Ring wirft. Der seinerseits hält sich in dieser Woche noch zurück, auch der Kreiszeitung gegenüber will er diesen Schritt weder bestätigen noch dementieren. „Es ist eine große Ehre für mich, dass mir der Vorsitz der SPD zugetraut wird“, sagt er aber in einem Statement.

Den trauen ihm auch die SPD-Lokalpolitiker in seinem Heimat-Wahlkreis zu. Und sie würden es begrüßen, wenn Klingbeil für den Posten kandidiert, den er 2019 noch klar abgelehnt hatte. Damals gab es für ihn noch keine passende Konstellation, hatte er damals gegenüber der Kreiszeitung erklärt. Das könnte heute anders aussehen. Mit Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig vielleicht, die ebenfalls im Gespräch ist – wie ebenfalls schon 2019. Denn eine Doppelspitze, das machte Klingbeil deutlich, benötige „tiefes Vertrauen“. Doch Schwesig hatte seinerzeit abgelehnt.

„Wir freuen uns natürlich über solche Gerüchte – zumal ich Lars von seiner Arbeit hier vor Ort gut kenne. Und es wäre natürlich eine große Sache, wenn der Abgeordnete aus unserem Wahlkreis den Parteivorsitz übernehmen würde“, erklärt der Rotenburger SPD-Kreisvorsitzende Nils Bassen.

Lars’ Kandidatur wäre ein wichtiges Zeichen für die Sozialdemokratie hier im Landkreis Rotenburg.

Tobias Koch, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Fintel-Vahlde

„Natürlich müssen wir erst einmal nächste Woche Montag abwarten.“ Es ist ein Datum, das über allem schwebt. Denn bis dahin will sich auch Saskia Esken entscheiden, ob sie im Dezember erneut kandidieren wird. Esken, die mit Walter-Borjans seit 2019 an der Parteispitze steht, hat sich bislang nicht geäußert. Auch von Klingbeil selbst solle Anfang der Woche eine Entscheidung kommen, heißt es aus seinem Berliner Büro.

Eine erneute Doppelspitze als Parteiführung würde er befürworten, meint auch Tobias Koch, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Fintel-Vahlde. Eine Kombination mit Esken sei denkbar, aber auch andere Optionen stünden offen. Eines sei aber klar: „Ich denke, Lars wäre der geeignete Mann dafür. Ich kenne ihn schon lange, und finde es überragend, dass er den Mut hat, sich diesen Job vorstellen zu können. Lars Klingbeil hätte auf jeden Fall meine Unterstützung.“

Für Koch, der immer wieder mit Klingbeil in Kontakt steht, wäre das ein wichtiges Zeichen für die Sozialdemokratie im Landkreis Rotenburg: „Das würde für uns einen weiteren Schub nach vorne bedeuten, neben der guten Arbeit, die wir hier machen.“

Das sieht auch Werner Meyer, der den Botheler Sozialdemokraten vorsteht, so: „Das wird hoffentlich die Leute hier inspirieren. Für die Partei kann das nur gut sein.“ Das sei schon im Wahlkampf deutlich gewesen: „Er ist sehr nah bei den Menschen – und ich denke, es kann einer Partei nicht schaden, wenn so jemand eine wichtige Rolle spielt. Und am Wahlergebnis hat man schon gesehen, dass er es kann. Mich würde Lars Klingbeil als Parteivorsitzender freuen.“

Es wäre eine große Sache, wenn der Abgeordnete aus unserem Wahlkreis den Parteivorsitz übernehmen würde.

Nils Bassen, Rotenburger SPD-Kreisvorsitzender

Den Wahlkampf, in dem Klingbeil klar gegen seinen stärksten Konkurrenten im Wahlkreis „Rotenburg I - Heidekreis“, Carsten Büttinghaus (CDU), die Nase vorn und auch deutschlandweit für die Genossen das zweitbeste Erststimmen-Ergebnis geholt hatte, wertet auch der Generalsekretär selbst als positives Zeichen: „Ich habe in den vergangenen vier Jahren als Generalsekretär hart dafür gearbeitet, unsere Partei im Teamplay wieder stark zu machen. Das ist uns mit der erfolgreichen Bundestagswahl gelungen“, schreibt er. Jetzt gehe es darum, diesen Erfolg mit einem „Kanzler Olaf Scholz, einer starken Fraktion im Bundestag und einem Team an der Parteispitze zu verstetigen“. Ein bisschen Geduld sei aber noch notwendig. „Die beiden amtierenden Vorsitzenden werden bald einen Vorschlag machen, wie wir uns dafür gemeinsam aufstellen“, so Klingbeil weiter, der gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) den Parteivorsitz als „reizvolles Amt“ bezeichnete.

Und über allem steht auch die Frage nach der Trennung von Regierungs- und Parteiämtern – etwas, das Esken bei ihrem Antritt 2019 begrüßt hatte. Der Name Klingbeil ist aber auch mit der Übernahme eines Ministerpostens verbunden – eine Option, die er aber bislang ebenfalls nicht näher kommentieren wollte.

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