Gelungene Theateraufführung zum Jubiläum des Rotenburger Kneipp-Vereins

Eine farbenfrohe Reise durch den menschlichen Körper

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Gorden Waldmann spinnt einen roten Faden in der Geschichte.

Rotenburg - Eine wirklich farbenfrohe Reise durch den Körper zeigt das Theaterstück „Der mit dem Wasser“. Am Samstag feierte das Werk, das zum 50-jährigen Bestehen des Rotenburger Kneipp-Vereins einstudiert worden war, Premiere.

Auf unterhaltsame Weise lernen die Zuschauer, was eigentlich passiert, wenn der Körper streikt und was dagegen hilft. Wassertreten nach Sebastian Anton Kneipp gehört selbstverständlich dazu. Ihm ist das Stück gewidmet. Logisch, dass er beim Stück mitwirkt (Christoph Reimann) und erzählt, wie er auf seine Therapien gekommen ist. An Tuberkulose, auch Schwindsucht genannt, war der „Hydrotherapeut“ 1849 erkrankt und entdeckte die schon bekannte „Heilkraft des frischen Wassers“ wieder. Er tauchte ein paar Mal in die eiskalte Donau und gesundete. So schwappen in dieser Szene die Wellen in Form von blauen Stoffbahnen über die Bühne.

Sanft entschlummert ist zu der Zeit schon Oma Elisabeth, die im Fieberwahn und in ihren Träumen in Gestalt ihrer Enkelin Lise Kneipp der Naturheilkundlerin Hildegard von Bingen begegnet.

Im wahrsten Sinne des Wortes den roten Faden durch das Stück spinnt Gorden Waldmann. Oben herum knallrot angezogen, verkörpert er ein rotes Blutkörperchen und die Schaltzentrale des Körpers. Als der Darm Alarm schlägt, spannt Waldmann einen Stoffschlauch über die Bühne, in den gewaltig Bewegung kommt. Eine herrliche Szene. Die Plagegeister im Organ werden dargestellt von Kindern der Grundschule Kirchwalsede. Sie wirkten vor etwa drei Jahren im Theaterstück „Bastis Traum“ mit, das die Inspiration zu „Der mit dem Wasser“ lieferte. Kaum ist der Darm in Ordnung, melden sich Lunge, Leber, Niere und das Herz. Farbenprächtig, spielerisch und phantasievoll umgesetzt. Im Laufe der Proben peu a peu ausgearbeitet von den beiden Regiesseuren und Theaterpädagogen Christiane Reich-Ludwig und Joachim Reich. So werden von den rund 50 Darstellern die Körperfunktionen tänzerisch, stimmlich und pantomimisch dem Publikum nahe gebracht. Das muss zwischendurch auch aktiv werden und sich von den Stühlen erheben. Mal wird imaginär Wasser getreten, mal die Zellen in Schwung gebracht.

Blutzelle Waldmann wird bei seinem Weg durch die Organe dabei nicht nur von Lise (Emilie Simon) begleitet, sondern auch von ihrem Schutzengel, dargestellt von Rena Huthmann. Sie ist mittlerweile ein echter Vollprofi, da sie Mitglied – wie der Teddybär (Jussi Deinas) – der inklusiven Theatergruppe „Wagabunten“ der Rotenburger Werke ist und schon oft auf der Bühne stand. Christiane Reich-Ludwig freut sich über die gelungene Aufführung und die positive Resonanz der Zuschauer. „Ich habe ganz schön geschwitzt“, gibt sie zu. Selbst nach Ende des Stücke glühen ihre Wangen rot.

Kleiner Wermutstropfen: Wie das manchmal mit Premieren so ist, geht erst das Mikrofon nicht, zwischendurch sind die Darsteller schlecht zu verstehen und dann wird das Publikum ziemlich zugedröhnt. Auf die gekonnte Darbietung schlägt sich das allerdings nicht nieder. Die Zuschauer in der Aula der Theodor-Heuss-Schule sind begeistert.

bd

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