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Gelöbnis in der Rotenburger Von-Düring-Kaserne

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Von: Andreas Schultz

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Rekruten leisten Gelöbnis ab
Die Rekrutenabordnung leistet ihr Gelöbnis stellvertretend für alle Rekruten mit der Hand auf der Flagge ab. © Schultz

Feierliches Gelöbnis in der Rotenburger Von-Düring-Kaserne: 74 Rekrutinnen und Rekruten des Jägerbataillons 91 beenden ihre Grundausbildung.

Rotenburg – „Alle dachten, dass wir mega die Ausrüstung bekommen. Krasses Hightech-Zeug, mit dem wir durch Wände gucken können. Und, na ja, Sie sehen ja, was wir haben“: Rekrutensprecher James Jason Mc Guinness, Dienstgrad Jäger, rang den Zuschauern des feierlichen Gelöbnisses in der Rotenburger Von-Düring-Kaserne ein Schmunzeln ab. Neben dem gebotenen Ernst brachte seine Rede etwas befreiende Komik in das ansonsten starre Korsett des militärischen Zeremoniells, das die Veranstaltung bestimmte. Kein Wunder, ging es auch um viel: 74 Rekrutinnen und Rekruten des Jägerbataillons 91 der Bundeswehr legten den Eid ab, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“.

Marco Prietz schreitet die Rekruten ab.
Zum Zeremoniell des feierlichen Gelöbnisses gehört, dass Landrat Marco Prietz die Rekruten abschreitet. © Schultz

Dass das keine abstrakte Formel, sondern im Ernstfall ein Versprechen mit Konsequenzen sein kann, daran erinnerte Oberstleutnant Gero Hahn, als er das Wort an Rekruten und Zuschauer richtete: „Die außenpolitische Entwicklung hat dazu geführt, dass es ein echtes Risiko des bewaffneten Konflikts zwischen den Nato-Bündnispartnern und Russland gibt. Nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Halbinsel Krim hat nun der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine endgültig eine Zeitenwende eingeläutet“, erklärte der Kommandeur des Jägerbataillons 91. „Nun ist der Krieg nach Europa als Mittel der Politik zurückgekehrt. Unsere Vorstellungen von einem Leben in Freiheit in einer pluralistischen Werteordnung sind in Gefahr. Daher müssen wir mehr denn jemals zuvor bereit sein, diese Werteordnung zu verteidigen“, mahnte der Rotenburger Standortälteste die Rekruten. Neben einem sicheren Arbeitsplatz auf dem Arbeitsmarkt bedeute das Soldatendasein eben auch, für den Schutz des Landes nach außen einzutreten: „Wenn es gefordert ist, auch mit unserem Leben.“

Die Treue und Tapferkeit der Soldaten stelle sicher, dass das Gemeinwesen, „dass wir künftig in Freiheit, Frieden und Wohlstand leben können. Damit stellen Sie sich in den Dienst einer größeren Sache“, so Hahn.

Kommandeur Gero Hahn am Rednerpult
An die Tragweite des Gelöbnisses erinnert Kommandeur Gero Hahn. © Schultz

Eine Wendung, die auch Landrat Marco Prietz (CDU) aufgriff: „Es gibt Dinge, die größer sind, als man selbst. Jeder von Ihnen hat für sich entschieden, was das ist.“ Ob Partner, Kinder, die Familie als Ganzes: „Das Größere“ könne schon in diesen Einheiten anfangen. Alle Rekruten eine der Dienst an der Gemeinschaft, auch vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Lage, in der sich Demokratien wehrhaft zeigen müssten. „Sie gewährleisten die Sicherheit Deutschlands. Ihr Einsatz ist notwendig, damit wir alle frei sein können. Die Wahrheit ist: Es ist einfach, hier zu stehen und Ihnen dafür zu danken. Es erfordert so viel mehr Mut, sich für den Dienst bei der Bundeswehr zu entscheiden. Sie haben meinen Respekt“, sagte Prietz.

Am Ende sind es 74

100 Menschen hatten sich für den Dienst in der Bundeswehr gemeldet, 74 hielten bis zum Gelöbnis am Ende der Grundausbildung durch, sechs davon sind Frauen. Der jüngste Rekrut ist 17 Jahre alt, der älteste 29. Den weitesten Weg von seinem Heimatort zu seiner Dienststätte hatte ein Soldat aus Würzburg: 464 Kilometer Reise standen für ihn regelmäßig an.

Von Respekt sprach auch Mc Guinness: Der habe beispielsweise noch am Anfang der Ausbildung dazu geführt, dass die Rekruten schweißgebadet vor ihren Ausbildern standen. „Wir haben gelacht, geweint, gelebt und geschwitzt“, so der Rekrutensprecher. „Wir lernten Disziplin und Kampfgeist.“ Die Rekruten hätten auch mal ihre Ausbilder an die Grenzen gebracht, trotzdem hätten diese ihre Schützlinge immer wieder mit „coolen Sprüchen“ motiviert und die teils harte Zeit erträglich gemacht. „Jetzt ist das alles vorbei. Und wir können mit Stolz zurecht behaupten, Soldaten zu sein.“

Rekrutensprecher James Jason Mc Guinness macht Meldung.
Rekrutensprecher James Jason Mc Guinness macht Meldung am Rednerpult. © Schultz

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