Umstellung im Kreis dauert noch etwas länger als geplant

Gelbe Tonne statt Sack

Die Gelbe Tonne gehört auch bald im Landkreis zum gewohnten Straßenbild. Die Abholung wird dann von der normalen Hausmüllabfuhr entkoppelt.
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Die Gelbe Tonne gehört auch bald im Landkreis zum gewohnten Straßenbild. Die Abholung wird dann von der normalen Hausmüllabfuhr entkoppelt.

Rotenburg – Gelbe Tonne statt Gelber Säcke – das ist schon lange ein weitgehend unumstrittener politischer Wunsch im Landkreis. Nun wird das Vorhaben, das im Abfallwirtschaftskonzept von 2018 verankert war, Realität. Aber es läuft etwas langsamer an als geplant – ganz so reibungslos wie erhofft klappt die Umstellung nicht. Es wird mitunter noch etwas dauern.

Den Zuschlag für die Sammlung von Verkaufsverpackungen hat im Landkreis nach einer öffentlichen Ausschreibung die Firma RMG Rohstoffmanagement aus dem hessischen Eltville am Rhein erhalten. Sie löst damit den bisherigen Betreiber Oetjen Rohstoffhandel aus Seedorf ab. RMG ist unter anderem in Bremen mit genau dieser Aufgabe betraut. Und auch wenn damit kein unerfahrenes Unternehmen am Zug ist, gibt es Verzögerungen. Das hat Erster Kreisrat Torsten Lühring als zuständiger Dezernent bestätigt. Zwar werde in den kommenden Wochen damit begonnen, die Gelben Tonnen zu verteilen, aber wie erhofft zum 1. Januar 2021 werde das noch nicht flächendeckend im Landkreis geschehen sein. Deswegen werden zunächst auch weiterhin die Gelben Säcke an den bekannten Verteilstellen erhältlich sein. „Es ist eine große Systemumstellung“, hat Ellen Scherer als Leiterin des kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetriebs Verständnis für die Situation.

Sobald alle Behälter in der jeweiligen Gemeinde verteilt sind, werden die Verteilstellen nicht mehr beliefert, heißt es von RMG. Wichtig ist: Auch wenn die ersten der rund 67 000 Tonnen im Kreisgebiet nun im Dezember vor den Häusern stehen, beginnt die Abholung erst im Januar. Für die Haushalte versprechen Lühring und Scherer Erleichterungen in vielerlei Hinsicht. Die Tonne sei die sauberere und besser zu händelnde Lösung als der Sack, zusätzliche Kosten entstünden nicht. Im Regelfall werde eine 240-Liter-Tonne ausgegeben, für Gewerbe und Mehrparteienhäuser 1 100 Liter. Einfluss auf die Größe könne man als Verbraucher allerdings nicht nehmen. Der Rahmen gibt nur vor, dass das Behältervolumen „bedarfsgerecht und ausreichend sein“ muss. Fällt dann doch einmal mehr Verpackungsmüll an, muss RMG laut Scherer eine Lösung anbieten, dass kostenlos Gelbe Säcke zur Gelben Tonne gestellt werden können. Diese würden an bestimmten Verteilstellen erhältlich sein. An welchen, ist noch offen.

Dies gilt auch für bestimmte Sondergebiete. Dort, wo aus logistischen Gründen auch keine Mülltonnen aufgestellt werden können, wie in Wochenendgebieten, werde der Verpackungsmüll weiterhin in Säcken gesammelt. „Es geht auch gar nicht anders“, sagt Scherer, bringt als Perspektive aber auch zentrale Sammelstationen in bestimmten Quartieren ins Spiel. Einiges müsse noch entwickelt werden, sagt sie, tatsächlich hänge man bei einigen Fragen „noch in der Luft“. Die Abholtermine der Gelben Tonne werden von der Hausmüllabfuhr ab 2021 entkoppelt. Im Regelfall finden die Sammlungen wöchentlich versetzt statt. Wo bislang mittwochs beides abgeholt wurde, finde das dann im wöchentlichen Wechsel statt. Einen neuen Tag erhält das Altpapier, die blaue Tonne. Die Daten würden im neuen Abfallkalender stehen, der im Dezember verteilt wird. Zudem seien sie über die Homepage lk-awr.de und die App einsehbar.

In praktischer Hinsicht weist Scherer darauf hin, dass Verpackungen ohne zusätzliche Plastik-Mülltüte in die Gelbe Tonne sollten. Der Yoghurt-Becher sollte sauber sein, der Aludeckel vom Plastik abgetrennt. Und, was viele missachteten: Die Umverpackung aus Papier gehöre natürlich ins Altpapier.

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