Remondis behält Abfuhrauftrag im Kreis Rotenburg

Gelbe Säcke: Zurück zum bewährten System

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Es bleibt, wie es war: Remondis wird mit seiner Seedorfer Tochter Oetjen die Gelben Säcke zu den gewohnten Terminen im Kreisgebiet abholen.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Prall gefüllt dürften in vielen Kellern und Gartenhäuschen der Region die gelben Wertstoffsäcke nach den Feiertagen sein. Die Abholung der Verpackungsmaterialien mit dem Grünen Punkt sollte ab 2018 für drei Jahre in neue Hände fallen. Die Firma Optisys mit Sitz im schleswig-holsteinischen Wedel bei Hamburg hatte die Ausschreibung des Dualen Systems für die kommenden Jahre gewonnen. Doch jetzt die Rolle rückwärts: Das Unternehmen wurde kurz vor Weihnachten an Remondis verkauft. Der Auftrag bleibt damit bei der Seedorfer Remondis-Tochter Oetjen Rohstoffhandel.

Die für den Verbraucher wichtigste Nachricht dürfte sein: Im Prinzip ändert sich nichts zur bisherigen Abholung. Die Abfuhrtermine, wie sie im jüngst ausgelieferten Abfallkalender und in der Handy-App der Abfallwirtschaft Rotenburg veröffentlicht werden, bleiben bestehen, und die Coupons, gegen die die Säcke an den Ausgabestellen im Handel erhältlich sind, bleiben auch mit Optisys-Schriftzug gültig.

Ein gewisses Maß an Erleichterung ist Arne Oberbeck im Sinne der Bürger des Landkreises trotzdem anzuhören. Der Geschäftsführer der Hamburger Remondis GmbH ist nun auch Geschäftsführer von Optisys und hat alle Hände voll zu tun, die Kehrtwende bei der Wertstoffsammlung zu organisieren. 17 Aufträge des Dualen Systems hätte Optisys seinen Angaben nach zu erfüllen gehabt, unter anderem im Landkreis Rotenburg. Das kleine Unternehmen wäre aber wohl überfordert gewesen. 

Bundesweit rund 30.000 Mitarbeiter

Für Rotenburg seien bislang nur zwei Fahrer eingestellt gewesen, Optisys wollte den Landkreis von einer Niederlassung in Nienburg/Weser aus bedienen. Erster Kreisrat Torsten Lühring hatte darüber bereits öffentlich seine Bedenken geäußert. Remondis mit bundesweit rund 30. 000 Mitarbeitern wickelt nach Oberbecks Angaben über die seit 2011 zum Konzern gehörende Tochter Oetjen in Seedorf die Region mit elf Fahrern und ständig vier Fahrzeugen im Einsatz ab. Ein weiteres Fahrzeug käme in Spitzenzeiten wie jetzt zu den Feiertagen hinzu, Wochenendgebiete werden mit kleinen Transportern angefahren. „Wir fahren mit unserer Mannschaft weiter“, sagt Oberbeck. Lediglich zwei Fahrer, die von Oetjen zu Optisys gewechselt hätten, würden nicht wieder eingestellt. „Das ist unglücklich in diesem Zuge“, gesteht der Remondis-Geschäftsführer ein.

Lieferungen aus China stockten zurzeit

Michel Meißner hatte als Optisys-Geschäftsführer Ende November in einer Pressemitteilung versichert, dass es nicht wie bisher die dünnen Säcke geben wird, sondern stabilere Säcke. Die Erfahrung habe gezeigt, dass die stabileren Säcke für die Bürger sowie für den Entsorger selbst nur Vorteile bringen, hieß es. Auch wenn er dieses Versprechen nach der Übernahme auf Nachfrage noch einmal erneuert, muss Oberbeck für Remondis nun einschränken: „Es gibt noch keine neuen Säcke. Es gibt überhaupt keine Säcke am Markt.“ Optisys habe nicht geliefert. Die Lieferungen aus China stockten zurzeit, Remondis bemühe sich um Schadensbegrenzung. Oberbeck: „Ich kaufe alles, was es gibt.“ Die Qualität sei da derzeit zweitrangig, wichtiger sei es, die Systemleistungen für den Bürger sicherzustellen. Schon Anfang Dezember gab es erste Beschwerden von Bürgern im Kreisgebiet, dass die Säcke an den Ausgabestellen knapp werden. Oberbeck verspricht für Remondis aber nun: „Wir kriegen das hin, weil wir die Erfahrung in diesem Gebiet haben.“ Auch wenn einige Tage nach der Übernahme alles „mit heißer Nadel gestrickt“ sei.

Die Landkreisverwaltung hat sich auf Nachfrage zu den Veränderungen noch nicht geäußert – ist letztlich aber auch nicht zuständig. Sie veröffentlicht lediglich die Abfuhrtermine, die Abholung von Verpackungsmüll ist anders als die Abfuhr von Hausmüll privatwirtschaftlich organisiert.

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