Aus der Goethestraße wird vorerst keine Fahrradstraße

Es geht um die Sicherheit

Das Nebeneinander von Radfahrern und Autos funktioniert auf der Goethestraße nicht immer gut. Foto: Menker

Rotenburg – Es ist unumstritten, dass etwas passieren sollte. Mit der Verkehrssituation auf der Goethestraße ist keiner im Rotenburger Stadtrat wirklich zufrieden. Es geht um die Sicherheit. Und doch hat der Vorstoß der CDU im Ausschuss für Straßen- und Tiefbau am Dienstagabend keine Mehrheit gefunden.

Die Christdemokraten hatten zunächst gefordert, die Goethestraße in dafür geeigneten Bereichen zur Fahrradstraße umzuwidmen. Weil sich in der Diskussion aber keine Mehrheit angebahnt hatte, formulierte Mirco Klee den Antrag um: Nun sollte die Goethestraße in dafür geeigneten Bereichen zu einer fahrradfreundlichen Straße umgeplant werden. Aber: Auch dieser Versuch ging nach hinten los – vier Mal Ja, vier Mal Nein. Abgelehnt.

Allen voran Stephan Lohmann vom zuständigen Fachamt im Rathaus hatte deutlich gemacht: „Wegen der aktuellen gesetzlichen Vorgaben ist es nicht möglich, aus der Goethestraße eine Fahrradstraße zu machen.“ Das motorisierte Verkehrsaufkommen ist derzeit schlichtweg zu groß, alsdass eine Umstellung möglich wäre. Dabei sind sich eigentlich alle einig: In den Planungen der Stadt mit Blick auf ein gutes Nebeneinander von Auto- und Fahrradverkehr sollte auch die Goethestraße im Fokus bleiben. Wäre ein solcher Appell aus dem Ausschuss zur Kenntnis gegeben worden, wäre alles ganz einfach gewesen. Die CDU beharrte jedoch darauf, einen Beschluss zu fassen, damit es endlich weitergeht, wie Klee und auch Volker Emshoff betonten.

Dass aber genau das geschieht, versicherte Bürgermeister Andreas Weber (SPD). Er betonte das Vorhaben, für die Stadt ein Verkehrskonzept zu erstellen. Das diene schließlich als Grundlage für alle weiteren Planungen. Auch für die Goethestraße. Wenn dort Veränderungen vorgenommen würden, habe dies nämlich unter Umständen erhebliche Auswirkungen womöglich auch auf andere Bereiche in der Innenstadt.

Die Probleme auf der Goethestraße sind vielfältig. Die Radwege sind sehr schmal, und die Radfahrer müssen stets befürchten, in eine sich öffnende Autotür zu krachen, weil rechts von ihnen die Parkstreifen angelegt sind. Müssen sie ausweichen, kann es gefährlich werden – nicht zuletzt, weil die Rinne zwischen dem rotmarkierten Angebotsstreifen für die Radfahrer und der Straße kantig und mitunter rutschig ist. Hinzu kommt ein großes Missverständnis bei vielen Auto-, aber auch bei Radfahrern. Viele glauben nach wie vor, dass es sich beidseitig der Fahrbahn um Radwege handelt, die zwingend genutzt werden müssen. Das stimmt so nicht: Es handelt sich um Angebotsstreifen, was bedeutet, dass die Radfahrer eben auch die normale Fahrbahn nutzen können, auf der übrigens ein Tempolimit von 20 km/h gilt. „Wir müssen das in der Öffentlichkeit bekannter machen“, erklärte Weber. Vielleicht mit Markierungen auf der Fahrbahn, mit Schildern und mit entsprechender Öffentlichkeitsarbeit. Weber ergänzt: „Fahrradfreundliche Planungen machen wir schon lange.“ Da bedürfe es nicht eines Antrages.

Fakt ist: Wer selbst auf der Goethestraße radelt, wird nicht selten weggehupt von Autofahrern, die zumeist deutlich schneller als erlaubt die Ost-West-Achse durch die Stadt passieren möchten. Das verunsichert die Radfahrer.

Mattina Berg (SPD) unterstrich: „Wir wollen doch alle das Gleiche.“ So ganz vom Tisch ist der Antrag der CDU allerdings noch nicht: Er wird nun auch noch einmal im Stadtrat behandelt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Die neuen Autos für 2020

Die neuen Autos für 2020

Unterwegs auf Australiens Wukalina Walk

Unterwegs auf Australiens Wukalina Walk

Wenn der Sog sozialer Medien süchtig macht

Wenn der Sog sozialer Medien süchtig macht

Weihnachtsplätzchen mit Wow-Effekt

Weihnachtsplätzchen mit Wow-Effekt

Meistgelesene Artikel

Der Tiger wechselt das Revier

Der Tiger wechselt das Revier

Ausschuss kippt Haushaltsentwurf

Ausschuss kippt Haushaltsentwurf

Hechtsprung durchs Autofenster: Teenager flüchten mit Tempo 190 vor der Polizei

Hechtsprung durchs Autofenster: Teenager flüchten mit Tempo 190 vor der Polizei

Die Gemeinden im Wachstum

Die Gemeinden im Wachstum

Kommentare