Seit 30 Jahren ist der Gefahrgut- und Umweltzug im Einsatz

Neue Ausrüstung für Gefahrgutzug des Landkreises Rotenburg

Hermann Luttmann (2.v.r.) und Heike von Ostrowski (2.v.l.) übergaben das neue Einsatzfahrzeug.
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Hermann Luttmann (2.v.r.) und Heike von Ostrowski (2.v.l.) übergaben das neue Einsatzfahrzeug.

Zeven – Schillernde Ölspuren auf dem Straßenasphalt sind ein bekanntes Bild, oft auch schon mit einer beigefarbenen Pulverschicht bedeckt: Ölbindemittel haben Feuerwehren immer im Gepäck, wenn ein Fahrzeug Kraft- oder Schmierstoffe verloren hat. Doch was passiert, wenn andere Dinge austreten, Transporter mit Chemikalien verunglücken? Dann kommt der Gefahrgut- und Umweltschutzzug des Landkreises ins Spiel – und das seit bereits 30 Jahren.

1991 hatte der Landkreis die Abteilung ins Leben gerufen, die sich auf den Umgang mit gefährlichen Stoffen und Gütern und der Vorbeugung von Umweltschäden spezialisiert hat. Seit zehn Jahren leitet Torben Wilshusen die Abteilung. Etwa zehn bis 20 Mal im Jahr wird das Team angefordert, „dann sind es allerdings auch oft Einsätze, die schon eine große Herausforderung darstellen“.

Er unterscheidet zwischen zwei Arten von Einsätzen. Zum einen rückt sein Team aus, wenn Gefahrguttransporter in Verkehrsunfälle verwickelt sind. „Das ist oft eine Wundertüte“, sagt Wilshusen, „denn die orangenen Warntafeln auf den Lastwagen geben keine Auskunft darüber, welcher Stoff sich in welcher Menge in dem Tank befinden. Dazu sind nicht immer die Ladepapiere einsehbar.“ Auch bei beschädigten Gasleitungen kommt der Gefahrgut- und Umweltschutzzug zum Einsatz, „aber auch, wenn irgendwo Ammoniak oder Chlorgas austritt. Und wir hatten schon mit Wasserstoffperoxid zu tun“, so Wilshusen.

Darüber hinaus ist das Team um Wilshusen als Fachberatung sowie für Messungen gefragt: „Wir kommen dazu, wenn irgendwo kleine Mengen von Gefahrstoffen ausgelaufen sind oder irgendwo beispielsweise Kohlenmonoxid ausgetreten ist“, sagt er. So wie kürzlich, als an einem Einsatzort entdeckte Leuchtfarbe Fragen aufgeworfen hatte und das Team des Gefahrgut- und Umweltschutzzuges ausrückte – mit einem neuen Gerätewagen, der just zwei Tage vorher in Dienst gestellt worden war.

Wie auch der ganze Gefahrgut- und Umweltschutzzug ist das Fahrzeug an der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Zeven stationiert. Landrat Hermann Luttmann und die zuständige Dezernentin Heike von Ostrowski hatten es an Wilshusen übergeben. „Unser Gefahrgut- und Umweltschutzzug ist mit diesem Fahrzeug auf dem neuesten Stand der Technik und damit für die anstehenden Aufgaben sehr gut gerüstet“, so Luttmann bei der Übergabe. Denn der Neuzugang für den Fuhrpark hat einiges an Equipment an Bord, darunter Chemikalienschutz und flüssigkeitsdichte Spritzschutzanzüge, Atemschutzausrüstung für die Einsatzkräfte, Messgeräte, Wärmebildkameras und Kühlwesten. Dazu hat das Fahrzeug einen ausfahrbaren Lichtmast mit LED-Scheinwerfern an Bord.

Torben Wilshusen führt die neue Ausrüstung vor. Seit zehn Jahren leitet er den Gefahrgut- und Umweltschutzzug des Landkreises.

Für Wilshusen ist die Unterstützung – wie in Form eines neuen Fahrzeugs – ein wichtiges Signal: „Das trägt dazu bei, die Motivation der Kameraden, die neben ihrem normalen Feuerwehrdienst ehrenamtlich im Gefahrgutzug mitwirken, weiter hochzuhalten. Und mit dem neuen Gerätewagen sind wir auch für die nächsten Jahre gut gerüstet.“ Eine Motivation ist für ihn allerdings auch das Standing bei den einzelnen Ortswehren: „Da haben wir schon ein großes Ansehen“, ist er überzeugt.

Die Ehrenamtlichen des Gefahrgutzuges kommen aus den Feuerwehren des ganzen Landkreises, „vorwiegend allerdings aus den umliegenden Kommunen Sottrum, Sittensen, Tarmstedt, Selsingen und Gnarrenburg sowie natürlich Zeven – dort ist ja auch der Stützpunkt und damit der Sammelplatz“, so Wilshusen. Ein weiteres Fahrzeug steht in Selsingen bereit. Voraussetzung, um beim Gefahrgutzug mitzuarbeiten, ist eine absolvierte Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger: „Das ist die Basis und auch Mindestanforderung“, erklärt Wilshusen. „Natürlich gibt es da auch noch Weiterbildungen über Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule in Celle, die besucht werden können. Aber grundsätzlich bereiten wir uns mit praktischen Übungen vor, unter anderem trainieren wir den Umgang mit der Ausrüstung“, so der Leiter des Gefahrgut- und Umweltschutzzuges.

Auch, wenn Wilshusen das Team bereits seit zehn Jahren leitet, Amtsmüdigkeit ist kein Thema: „Wir sind ein Team. Und das sorgt bei mir dafür, dass ich immer noch Spaß daran habe.“

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