Wie man im Rotenburger Kreißsaal mit Covid-19 umgeht

Geburt bleibt Familienerlebnis

Väter dürfen dabei sein, wenn die Mutter für die Geburt in den Kreißsaal kommt.
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Väter dürfen dabei sein, wenn die Mutter für die Geburt in den Kreißsaal kommt.

Rotenburg – Im Agaplesion Diakonieklinikum sind Geburten an der Tagesordnung. In Zeiten von Corona gibt es aber erhöhte Hygienevorschriften. Eine Maßnahme ist zum Beispiel das permanente tragen von Mund-Nasen-Schutz. Einer Hebamme erschwert das die Arbeit, denn in diesem Beruf sind Mimik und Gestik sehr wichtig. „Ein aufmunterndes Lächeln in manch einer schweren Situation ist eine große Hilfe, es ermutigt die Frauen und die Partner. Derzeit sind deshalb für uns liebe und helfende Worte umso wichtiger, um auf andere Art und Weise ein Lächeln schenken zu können“, berichtet die Leitende Hebamme im Rotenburger Krankenhaus, Mareen Kristin Michaelis.

Gerade in den vergangenen Monaten mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen wurde im Kreißsaal darauf geachtet, dass die werdenden Mütter die Geburt ihres Kindes so angenehm und schön wie möglich erleben. Die Väter dürfen zurzeit nicht mit zu den ambulanten Vorsorgeuntersuchungen, Kontrollterminen oder zur Geburtsplanung. Bei Kaiserschnitten warten die Begleitpersonen in dem Vor- und Nachsorgeraum.

„Das tut uns sehr leid und wir hoffen, dass sich diese Vorschrift bald lockern wird und die Männer und Partnerinnen mit in den OP dürfen“, erklärt Michaelis. Trotz der eingeschränkten Besuchserlaubnis im Klinikum gibt es für die werdenden Väter eine Ausnahmeregelung. Zur Geburt im Kreißsaal und auf der Neugeborenen-Station dürfen sie an der Seite der Mütter bleiben. Einzige Voraussetzung: Die Väter müssen gesund sein.

„Es ist uns ein großes Anliegen, dass die Frauen während der Geburt nicht alleine sind und diesen besonderen Moment als Familie erleben können“, erläutert die Hebamme. Die Regelungen wie eingeschränkter Besuch, verpflichtende Hygiene- und Schutzmaßnahmen werden weiter umgesetzt. Die Gesundheit von der Mutter und dem Kind stehen im Mittelpunkt. „Wenn weitere Lockerungen kommen, freuen wir uns diese direkt für unsere Patientinnen und ihren Angehörigen umsetzen zu können“, versichert Hans-Peter Hagenah, Abteilungsleiter der Geburtshilfe.

Das Familienzentrum konnte wieder mit dem Kursangebot starten, sie bieten Online-Videosprechstunden an. Birte Garten und Janin Berg haben Anfang und Mitte Mai ihre Kinder entbunden. Die Väter der Kinder wurden telefonisch benachrichtigt, als sie zu ihren Frauen in den Kreißsaal zum Unterstützen durften. Die werdenden Mütter brauchten keinen Mundschutz tragen.

Auf der Neugeborenen-Station wurden Zweibettzimmer einfach und Dreibettzimmer zweifach belegt. Der Mindestabstand zwischen den Frauen und deren Kindern konnte eingehalten werden. Deshalb mussten die Zweifachmütter in den Zimmern keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Sobald die Ärzte oder die Krankenschwestern den Raum betraten, wurden die Masken aufgesetzt.

Statt Buffet im Aufenthaltsraum wurde auf den Zimmern gegessen. Nur für die notwendigsten Wege durften die Frauen das Zimmer verlassen. Die betreuenden Hebammen besuchten die Mulmshorner Mütter zu Hause, zur Nachsorgeuntersuchung trugen sie Mundschutz und vor Beginn wurden die Hände desinfiziert. Die Waage und Hilfsmittel wurden nach der Benutzung ebenfalls desinfiziert.

Jede Geburt im Agaplesion Diakonieklinikum ist sehr intim und einzigartig, etwas ganz Besonderes auch oder gerade zu dieser Zeit. Die Sicherheit der Patientinnen, der Kinder und der Mitarbeiter ist bei der Geburtshilfe einfach das Wichtigste.

Von Kristin Stüring

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