Gemeinsame Aktion

Gebete an der Gasbohrstelle

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Der Sottrumer Pastor Dietmar Meyer (3.v.r.) und Wilfried Wildeboer (5.v.l.) sowie weitere Mitglieder der Bürgerinitiative „Frackloses Gasbohren im Landkreis Rotenburg“ planen als erste gemeinsame Aktion eine Andacht an der Gasbohrstelle Bötersen.

Waffensen - Die Bürgerinitiative (BI) „Frackloses Gasbohren im Landkreis Rotenburg“ und die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden im Landkreis, vertreten durch den Pastor der Gemeinde Sottrum, Dietmar Meyer, laden alle Bürger, die ihre Befürchtungen von Umweltschäden durch Fracking teilen, zu einem gemeinsamen Gottesdienst ein.

Anschließend kann im Eichenhof in Waffensen bei Kaffee und Kuchen weiter diskutiert werden. Unter dem Leitgedanken „Rotenburger Gebete – Schöpfung bewahren“ wird am Sonntag ab 14.30 Uhr an der Gasbohrstelle Z 11 Bötersen (Bundesstraße 75 zwischen Waffensen und Hassendorf) die erste Andacht einer monatlichen Reihe von Open-Air-Gottesdiensten an Gasbohrstellen gehalten. „Jedermann, egal welchen Glaubens, ist eingeladen, dabei zu sein“, so Meyer.

„Wir wollen Menschen bewegen, über den Umgang mit unserer Erde und Natur kritisch nachzudenken.“ Während der Andacht wird auch Waffensens Ortsbürgermeister Hartmut Leefers (CDU) sprechen.

Befürchtungen und Fragen

Befürchtungen und Fragen wie „Nach Gas bohren in ausgewiesenen Wasserschutzgebieten?“, „Fracken im Trinkwasservorranggebiet?“, „Das Wasservorkommen der Rotenburger Rinne potenziell gefährden?“, „Wie wollen wir die Erde den Generationen nach uns hinterlassen?“ oder „Was können wir Betroffenen tun, um uns dagegen zu wehren?“ beschäftigt die Bürgerinitiative und dabei ganz besonders die Kirchengemeinden der Samtgemeine Sottrum. 

„Sie sind unmittelbar durch die Gasbohrstelle Z 11 Bötersen, die Versenkbohrstelle Z 1 Hassendorf und Z 7 Bötersen betroffen“, so BI-Sprecher Wilfried Wildeboer.

Der ehemalige Pastor der Rotenburger Auferstehungskirche-Gemeinde, Werner Hagedorn, betont: „Wir wollen an Orten, wo über unseren Umgang mit Erde und Natur nachgedacht werden muss, darüber informieren, was getan und geplant wird. Dabei wollen wir uns im Gebet der Kostbarkeit unserer Lebensgrundlagen und unserer Verantwortung für sie bewusst werden.“

Wenn die Babylonier vor rund 5 000 Jahren statt des Turmes ein Atomkraftwerk gebaut und nur vier Jahre betrieben hätten, würde der Atommüll heute immer noch strahlen – das hätte Pastorin Ina Jäkel aus Brockel anlässlich des 30. Gedenktages der Tschernobyl-Katastrophe im April 2015 geäußert. „Ein starkes Statement. Ähnliches wünsche ich mir von der Kirche zu den Gasbohrrisiken“, so Wildeboer.

go

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