Arbeiten an der NEL auch im Landkreis

Gas-Pipeline wird repariert

Im Juni 2001 wurde die NEL bei laufendem Verkehr nahe Bötersen unter der Bundesstraße 75 hindurchgepresst. Nun müssen einige Stellen wieder zur Reparatur freigelegt werden. - Archivfoto: Bonath

Rotenburg - Von Michael Krüger. Die über 40 Kilometer auch quer durch den Landkreis Rotenburg verlaufende Nordeuropäische Erdgasleitung (NEL) muss an vielen Stellen ausgebessert werden. Das bestätigte Philipp von Bergmann-Korn, Pressesprecher von „Gasunie Deutschland Transport Services“.

Das Unternehmen ist für die Betriebsführung der NEL zwischen Hittbergen im Landkreis Lüneburg und Achim im Landkreis Verden zuständig. Die Erdgas-Pipeline führt über 440 Kilometer von Lubmin an der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern bis nach Rehden im Landkreis Diepholz. 

Die Leitung verbindet die Ostseepipeline Nord Stream an ihrem Anlandepunkt in Lubmin bei Greifswald mit dem bestehenden überregionalen Leitungssystem. Sie leitet Erdgas aus den großen Erdgaslagerstätten in Russland direkt nach Deutschland und in andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Auf dem von Gasunie betreuten Abschnitt mit einer Länge von 136 Kilometern seien 40 Stellen identifiziert worden, wo Maßnahmen vorgenommen werden müssen, so der Pressesprecher. Bergmann-Korn spricht von präventiven Maßnahmen im Rahmen der Gewährleistung. 

„Nach einem Jahr Betrieb haben wir uns Hinweise auf Korrosion angeschaut.“ Dabei sei festgestellt worden, dass die um die Metall-Pipeline liegende Kunststoff-Ummantelung an einigen Stellen nicht mehr intakt war, es drohte der Eintritt von Feuchtigkeit. Diese Fehlstellen in der PE-Ummantelung seien im Zuge der Errichtung der Pipeline entstanden.

Ein dauerhaft installiertes Überwachungssystem lasse eine genau Ortung der Problemzonen zu. Die betreffenden Abschnitte würden seit Ende Oktober freigelegt und repariert. Bergmann-Korn: „Die einzelnen Aufgrabungen können aufgrund der exakten Einmessungen punktgenau durchgeführt werden, sodass die Rohrleitung auf einer Länge von höchstens fünf Metern freigelegt werden muss.“ Die bereits freigelegten und von geprüften Fachunternehmen ausgebesserten Fehlstellen in der Umhüllung hätten bislang eine maximale Größe von rund zwei Quadratzentimetern gehabt. 

Die Trasse verläuft im Kreis Rotenburg über Everinghausen, Hassendorf, Bötersen, Borchel, Abbendorf, Sothel, Hamersen und Tiste. Sechs Aufgrabungen gebe es hier, zwei seien bereits erledigt. Die Fehlstellen im Landkreis verteilen sich laut Bergmann-Korn zwischen Posthausen und der Bundesstraße 71 bei Bötersen. Die Arbeiten sollen, wenn es die Witterung zulässt, noch in diesem Jahr erledigt sein.

Dass schon nach wenigen Betriebsjahren Reparaturen anfallen, sieht Gasunie nicht als Mangel an. Der Sprecher: „Kleinere Fehlstellen lassen sich erst feststellen, wenn die Leitung längere Zeit im Erdreich ist. Dies erfolgt zeitlich so, dass eine Behebung innerhalb der Gewährleistungsfristen durchgeführt werden kann.“ 

Die Gefahr von Gas-Austritten habe es nie gegeben. Fehlstellen in der PE-Umhüllung einer Leitung hätten keinen unmittelbaren Einfluss auf die Festigkeit und Sicherheit der Leitung. Die Umhüllung dient aber dazu, langfristig Korrosionseinflüsse auf die Leitung zu verhindern. Die Sicherheit von Gashochdruckleitungen habe für Menschen und Umwelt beim Bau als auch beim Betrieb höchste Bedeutung. Deshalb gehe man der Behebung der Fehlstellen mit großer Sorgfalt nach, heißt es.

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