Mulmshorner Ehepaar bewirtschaftet 7500 Quadratmeter

Gartenarbeit hält jung

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Siegfried Rösch und seine Frau Sigrit Hauschulz haben auf ihrem Grundstück in Mulmshorn einen naturnahen Garten angelegt. Im Hintergrund sieht man den Heidehügel. Neben Heide blüht dort auch Lavendel, Johanniskraut und Königskerze.

Mulmshorn - Von Farina Witte. „Natur fast pur in Mulmshorn“, unter diesem Motto haben Siegfried Rösch und Sigrit Hauschulz den diesjährigen Umweltschutzpreis der Stadt Rotenburg gewonnen. Auf ihrem 7500 Quadratmeter großem Grundstück haben sie einen naturnahen Garten angelegt, auf dem sich jede Menge Tiere wohlfühlen.

Das Ehepaar sitzt unter dem Pavillon, von dem aus es seinen großen Garten überblicken kann. Direkt daneben hängt an einem Baum Vogelfutter, an dem sich einige Vögel bedienen. „Wir haben das ganze Jahr über Futter hängen“, sagt Rösch, „außerdem sind hier im Garten 16 Nistkästen verteilt.“

Doch nicht nur Vögel finden in dem Garten ein Zuhause. Auch Hasen und Rehe fühlen sich wohl. „Meine Igelhäuser sind aber leider noch unbewohnt“, bedauert Rösch. Neben den Igelhäusern gibt es noch ein großes Insektenhotel und Teiche für Frösche. Die Bedingungen sind für die Tiere auch optimal, denn es wächst und blüht so einiges auf dem 7500 Quadratmeter großem Areal.

Der Hobbygärtner hat auch einen Arkadengang gebaut. „Hier wächst die Mulmshorner Spätlese.“

An Stauden und Kräutern sind etwa 200 verschiedene Sorten zu finden. Für die Kräuter haben Hauschulz und Rösch eine Spirale angelegt. Geht man diese Spirale hoch, kommt einem direkt der Duft von Rosmarin, Thymian und Minze entgegen. „Gerade haben wir Zitronenminze getrocknet“, sagt Hauschulz. Zwar ist dieser Kräutergarten künstlich angelegt, doch was sich dort selbst aussät, wird auch so belassen. „Wenn dort am Weg was wächst, so wie die Echinacea, eine meiner Lieblingsblumen, oder die kleinen Stiefmütterchen, dann lassen wir es auch stehen“, berichtet Hauschulz. Ihr Wunsch war es auch, etwas Heide in den Garten zu holen. 

Heidehügel erinnert an ehemalige Heimat

Sie lebte einige Zeit in Buchholz an der Nordheide, bevor sie nach Mulmshorn zog. „Da gibt es ja viel Heide, und wir haben uns hier jetzt einen Heidehügel angelegt“, sagt Hauschulz. Mittlerweile hat sich die Heide auf der Streuobstwiese verbreitet. Die Obstbäume dort tragen oft alte Sorten, wie zum Beispiel den Apfel Jakob Lebel. Während 2016 eine gute Obsternte war, erwarten die beiden dieses Jahr nur eine kleine Ernte. „Vergangenes Jahr haben wir 180 Liter Apfelsaft aus unseren Äpfeln machen lassen“, erinnert sich Rösch an die letzte Apfelernte. „Ich hab hier auch fast alle Bäume des Jahres ab 1989 stehen“, erklärt Rösch, „nur die Fichte, die ist Baum des Jahres 2017, und die Trauben-Eiche fehlen mir.“ Eines bedauert der pensionierte Lehrer jedoch an seiner Leidenschaft, Bäume zu sammeln: „Ich werd’ wohl nicht mehr leben, wenn die erst mal richtig groß sind.“

Rösch sammelt die Bäume des Jahres, wie die Sommerlinde. Nur zwei Bäume fehlen ihm in der Sammlung.

Zwar ist der Garten sehr naturnah, aber es gibt auch einige gestalterische Elemente. Geht man an der Kräuterspirale vorbei Richtung Streuobstwiese, befindet sich dahinter der Arkadengang, den der Hobbygärtner gebaut und bepflanzt hat. „Hier wächst auch die Mulmshorner Spätlese“, scherzt Rösch. Und obwohl der Garten naturnah angelegt ist, gibt es fast jeden Tag etwas zu tun. Die Streuobstwiese wird ab und zu mit einem Aufsitzmäher gemäht, erklärt Rösch. „Und die grüne Hauswand habe ich erst gestern bearbeitet“, sagt er. Denn das Efeu soll nicht aufs Dach wachsen. Alle anfallenden Abfälle werden gelagert und verrotten. Das verwenden die Hobbygärtner dann anschließend wieder als Boden.„Es kommt auch mal vor, dass sich daraus wieder Pflanzen aussähen, die wir weggeschmissen haben, weil sie nicht mehr gesund waren“, so Hauschulz.

Als er vor sechzehn Jahren das Grundstück in Mulmshorn gesehen hat, sei die Planung für den Garten in seinem Kopf direkt losgegangen. „Es war immer ein Traum von ihm, so einen Garten zu gestalten“, meint seine Frau. „Es macht Spaß und hält mich jung“, ergänzt er.

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