Gaby Hauptmann liest im Landhaus Wachtelhof aus „Zeig mir was Liebe ist“

Alles auf Rot

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Gaby Hauptmanns Buch „Die Italienerin, die das ganze Dorf in ihr Bett einlud“ erscheint im Frühsommer. Am Donnerstag war sie in Rotenburg zu Gast.

Rotenburg - Von Bettina Diercks. Eigentlich hätte Gaby Hauptmann gar keine Bücher in das Hotel Landhaus Wachtelhof nach Rotenburg mitbringen müssen. Die Autorin, nicht Schriftstellerin, darauf legt sie Wert, hatte bei ihrer Lesung am Donnerstagabend reichlich erheiternde Anekdoten aus ihrem Leben im Gepäck.

Nicht nur an diesen lässt sie ihr 80-köpfiges Publikum teilhaben, sondern auch an den ersten zehn Seiten ihres neuen Buches. „Die Italienerin, die das ganze Dorf in ihr Bett einlud“ erscheint im Frühsommer und rankt um eine ausgebrannte Ex-Wahl-New-Yorkerin. Zurück in Italien weigert sie sich, diesen Sommer ihr Bett zu verlassen. „Wer etwas will, muss in mein Schlafzimmer oder in mein Bett kommen“, sagt Hauptfigur Gabriella. Detailliert, mit dem Blick fürs Wesentliche und charmanten Kleinigkeiten, menschlich und zwischenmenschlich, schildert Gaby Hauptmann die Besuche vom Schornsteinfeger bis hin zum Pfarrer im italienischen Bett.

Ihre gute Beobachtungsgabe, angereichert mit viel Wissen und Phantasie, spiegeln sich auch in Hauptmanns anderen Werken wieder. Deutlich wird das auch in „Zeig mir was Liebe ist“, ihrem jüngsten Roman, dem der Abend galt. Dort treffen zwei Welten aufeinander, die verschiedener nicht sein können. Sie Zwilling, er Löwe, beide Anfang 20, Leska kommt aus dem Nichts und hat nichts, ist mit dem Schlafsack auf der Parkbank zufrieden. Valentin kommt aus bestem Hause und kennt ein Leben im Überfluss.

In schlagfertigen, unterhaltsamen Dialogen spiegeln sich ein großes Wissen, Lebenserfahrung, die gute Beobachtungsgabe und Feingefühl Hauptmanns wieder. Sie guckt genau auf die Situationen, die sie (be)schreibt und schafft mit ihren Details Bilder und sogar Emotionen. „Wenn Sie jetzt die Augen zumachen und ein Hörbuch daraus machen, ist das okay.“, so Hauptmann zu Beginn ihrer Lesung. Und wirklich: Ein vorstellbarer Vorschlag.

Ihren unterhaltsamen Schreibstil hat sie vielleicht ihrem Beruf zu verdanken. Sie ist von Haus aus Journalistin. „Ich durfte mir immer Themen aussuchen, die mir Spaß machen“, sagt sie. Genau das spiegelt sich in den Büchern wieder, und genau so geht sie an ihre Werke heran.

„Was interessiert mich? Was macht mir Spaß?“, fragt Hauptmann sich selbst, sagt sie, die einen merklichen Faible für Rot hat. Roter Ferrari in der einen Geschichte, rote Highheels in der anderen, und auch bei ihrem Roman „Hengstparade“ prankt ein roter Stiefel auf dem Cover. Da passen roter Lippenstift und Rotwein an diesem Abend doch gut dazu.

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