Fund aus dem Rotenburger Heimathaus geht an den Rudolf-Schäfer-Verein

Schäfers Bibel kommt nach Hause

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Die Rudolf-Schäfer-Bibel ist 86 Jahre alt – und für die Kulturgeschichte Rotenburgs von hohem Wert.

Rotenburg - „Wir bringen Dinge zusammen, die zusammen gehören.“ Bürgermeister Andreas Weber (SPD) sparte nicht mit großen Worten, als er während des üblichen Pressegesprächs in seinem Büro am Donnerstagmorgen eine große Kiste aus dem Schrank nahm. Darin: eine hochwertig verzierte Bibel, die einst der Künstler Rudolf Schäfer an seinen Sohn überreicht hatte. Erst im vergangenen Jahr war das Werk aus dem Jahr 1929 bei der Inventarisierung des Heimathaus-Bestandes gefunden worden. Nun geht es in den Besitz des Rudolf-Schäfer-Vereins über.

„Ein ganz besonderes Stück“, freute sich der Vorsitzende des Vereins, Ernst-Ulrich Pfeifer. Schon in Kürze soll die Bibel in der Dauerausstellung im Rudolf-Schäfer-Haus einen festen Platz bekommen. Christine Götze und ihr Team der Sammlung historischer Güter der Stadt Rotenburg hatten die Bibel „in einer schäbigen Plastiktüte“ in einem lange verschlossenen Schrank gefunden. Schnell war klar: Die Bibel mit zahlreichen Illustrationen nach Holzschnitten von Schäfer stammt vom Künstler selbst. Die Sächsische Haupt-Bibelgesellschaft hatte das Werk vor 86 Jahren aufgelegt, vermutlich eine „Prachtausgabe“ in kleiner Auflage. Gebunden in Schweinsleder und verziert mit Luther-Wappen und Gold-Prägungen war die Bibel schon damals wertvoll. „65 Reichsmark musste man 1937 bezahlen“, so Götze.

Warum sie Schäfer einst an seinen Sohn Johann Peter – was durch eine persönliche Widmung („Zum gesegneten Gebrauch“) deutlich wird – überreicht hat, ist unklar. Pfeiffer vermutet ein Geschenk zur Konfirmation, sie könnte aber auch zum Abschied in den Kriegsdienst des Sohnes übergeben worden sein. Über Schäfers Tochter Dorothea ging sie später in den Besitz der Familie Giffhorn in Celle über, die die Bibel 2008 zurück nach Rotenburg sandte.

Um mehr über die Hintergründe zu erfahren, sucht der Rudolf-Schäfer-Verein nun nach Dokumenten und Hinweisen zum Leben und Wirken von Johann Peter.

Mit der Bibel gehen aus dem Heimathaus-Bestand einige weitere Schäfer-Funde in den Besitz des Vereins über: ein Luther-Lieder-Buch von 1931 mit Bildern des 1961 in Rotenburg gestorbenen Künstlers sowie einige Bildermappen und Nachdrucke.

mk

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