200 Fußballfans im Buhrfeindsaal

Frust statt Freude

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Ein Wechselbad der Gefühle: Anspannung, Zittern, Enttäuschung. Die ansonsten gewohnte Freude bei Deutschlandspielen bleibt beim Public Viewing im Buhrfeindsaal aus.

Rotenburg - Von Joris Ujen. Lautstark gejubelt wurde im Buhrfeindsaal nur bei der Abseitsentscheidung des Linienrichters. Videobeweis, das Tor zählt für Südkorea, Enttäuschung. Zum ersten Mal in der Geschichte des Fußballs ist eine deutsche Nationalmannschaft in der Vorrunde einer Weltmeisterschaft ausgeschieden.

Auch die Organisatoren des Public-Viewing-Events sind enttäuscht, „vor allem, weil wir nun keine Liveübertragungen mehr zeigen“, erzählt Oliver Hartjen, der noch in seiner Position als Lions-Präsident das Rudelgucken organisiert hatte. Sein Nachfolger Holger Meyer bewirtete die Gäste am Zapfhahn.

Der Anpfiff am Mittwoch um 16 Uhr war denkbar ungünstig für die Organisatoren, dem Lions-Club Rotenburg und dem Agaplesion Diakonieklinikum. Dennoch kamen rund 200 Zuschauer – ähnlich wie zu den beiden vorangegangenen Partien von Jogis Elf.

„Jetzt wird’s knackig“, sagte Kommentator Béla Réthy kurz vor dem ersten Tor der Südkoreaner. Knackig war letztendlich nur die Bockwurst im Buhrfeindsaal. Den Veranstaltern muss man zugutehalten, dass sie ihren Gästen einen schönen Fußballabend beschert haben. 

Ein langweiligeres Spiel hätte mehr Bier fließen lassen

Schlecht fürs Geschäft war allerdings das Auftreten der deutschen Fußballer: Wäre der Kampf um die Punkte nicht so spannend gewesen, hätten die Gäste vielleicht öfter den Weg an die Theke gefunden, meint PR-Beauftragter Erhard Grunhold vom Lions-Club. „Wir sind aber sehr zufrieden. Es war ein besserer Start als bei unseren früheren Liveübertragungen.“ 

Doch die haben nun ein unerwartetes Ende gefunden. Um den gebannten Fans entgegenzukommen und den Spendentopf zu füllen, bewirteten die Lions die Zuschauer an ihren Plätzen. Die Einnahmen spenden das Diako und die Lions für wohltätige Zwecke.

Drei Gründe zur Freude wird es aber trotz des Debakels am Ende geben: Die recht spontane Idee einer Tombola, so Grunhold, bietet lukrative Preise. In den kommenden Tagen geben die Lions die Gewinner bekannt, die sich über ein original Deutschlandtrikot mit Unterschriften der gescheiterten WM-Elf, zwei VIP-Karten für ein Werderspiel sowie einen Tischkicker freuen dürfen. 

Rotenburger Fans gehen enttäuscht nach Hause

 © Menker
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Den Erlös der Lose spenden die Organisatoren ebenfalls. Durch die mehr als 200 Liter an ausgeschenktem Bier und etlicher Bockwürste kommt mit Sicherheit auch einiges zusammen.

Die Stimmen der Fans spiegeln den Frust wegen des „Grottenkicks“ gut wider. „Es war eine Zitterpartie bis zum Ende“, sagte ein Zuschauer, „Mit so einem Auftreten hätten sie es auch nicht verdient, weiterzukommen“, ein anderer. 

Für die Fans ist das frühe WM-Aus bitter. Aber auch für die Veranstalter im Buhrfeindsaal, die ihnen mit viel Herzblut drei schöne Abende bescherten.

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