Jubiläums-Matinee der Stiftung „Kirche für Rotenburg“ / Bekannte Werke

Fröhliches Geschenk

Vor der Stadtkirche haben die Besucher das Wetter und kalte Getränke genießen können.

Rotenburg - Von Heidi Stahl. Ganz eigene Akzente setzte Kantor Karl-Heinz Voßmeier am Sonntag in und um die Stadtkirche bei der Jubiläums-Matinee der Stiftung „Kirche für Rotenburg“ zu deren zehnjährigen Bestehen.

Mit dem Chor der Stadtkantorei, dem Barockorchester L’Arco aus Hannover und den Solisten Dorothea Voßmeier (Sopran), Nicole Pieper (Alt), Manuel König (Tenor) und Dàvid Csizmár (Bass), führte Voßmeier in einem Potpourri durch die Glanzlichter der Kirchenmusik mit Werken von Mozart, Händel und Bach.

Ungewöhnlich war es in einem Kirchenkonzert kein ganzes Werk, sondern Teilstücke aus besonders bekannten Werken der großen Meister zu hören. Nach den einführenden Worten von Superintendentin Susanne Briese, die sich besonders der Entstehungsgeschichte des „Messias“ von Georg Friedrich Händel nach den Aufzeichnungen aus Stefan Zweigs „Sternstunden der Menschheit“ widmete, begannen die „Sternstunden der Musik“ unter der Leitung von Kantor Voßmeier in der Stadtkirche.

Der ließ es sich nicht nehmen, sich bei dem Auftakt des Konzertes mit dem Concerto grosso B-Dur (op. 3.2) von Händel selbst inmitten des Barockorchesters an die Orgel zu setzen und mit dem lebhaften Vivace des ersten Satzes gleich zu Beginn frühlingshafte Klänge in die Ohren der Zuhörer zu zaubern, mit denen er Händel den strengen kirchlichen Rahmen aufbrechen ließ.

Mit dem „Laudamus te“ aus Mozarts c-mol Messe (KV 227), zeigte Dorothea Voßmeier (Sopran), dass Mozart es nicht lassen konnte, auch in seine Kirchenmusik seine typischen Koloraturen einzufügen. Weich und harmonisch fügte sich dann der Chor mit dem „Ave verum Corpus“ (KV 618) zu ihrer immer reifer und klangvoller werdenden Sopranstimme. Die Auszüge aus Händels „Messias“, die von Solisten und Chor in der originalen englischen Fassung vorgetragen wurden, beendeten mit dem jubelnden „Halleluja“, das wohl auch den nicht Kirchenmusik-Kennern bekannt ist, den ersten Teil dieser Matinee.

Danach konnten sich die Gäste bei Wein und Leckereien auf der sonnenbeschienenen Wiese hinter der Kirche stärken. Schnell waren alle schattigen Plätze auf den aufgestellten Bänken besetzt. Kantor, Sänger, Musiker und Chormitglieder mischten sich mit den vielen Gästen und es entwickelten sich lebhafte Gespräche bis ein Posaunensignal die Zuhörer zum zweiten Teil der Matinee in die kühle Kirche rief.

Der war ganz Johann Sebastian Bach gewidmet. Die Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“, deren Melodie wohl vielen aus einem Bremer Fernsehmagazin bekannt sein dürfte, eröffnete den zweiten Teil, der sich in der Folge Bachs h-Moll Messe in Ausschnitten widmete, deren bekannteste Teile Voßmeier mit Orchester, Chor und Solisten zur Aufführung brachte. Kein Wunder, dass der Kantor diese Matinee „Hits der Kirchenmusik“ genannt hatte und dass es nach jedem Stück Applaus in der Kirche gab, was Voßmeier bei seinen Kirchenkonzerten sonst nicht möchte. Dieses Konzert war trotz aller ernster sakraler Musik ein ein fröhliches Geburtstagsgeschenk an die Stiftung, das die Zuhörer begeisterte.

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