Letzte Ruhe im Naturgarten

Friedhofsverwaltung stellt Gemeinschaftsanlage für Urnenbestattungen vor

Friedhofsgärtner Harald Bredehöft (v.l.) sowie Ute Lange und Stepahn Lohmann von der Friedhofsverwaltung stellen die neue Gemeinschaftsanlage vor.
+
Jetzt ist es schön grün: Friedhofsgärtner Harald Bredehöft (v.l.) sowie Ute Lange und Stepahn Lohmann von der Friedhofsverwaltung stellen die neue Gemeinschaftsanlage vor.

Rotenburg – Findlinge – zum Teil alte Grabsteine –, Rhododendronbüsche und einige Bäume schmücken die neue Urnengräber-Gemeinschaftsanlage auf dem Rotenburger Waldfriedhof. Die Friedhofsverwaltung eröffnet den zweiten Naturgarten auf dem Friedhof zwischen Freudenthalstraße und Soltauer Straße. Dieser ist ähnlich, aber dennoch weitergedacht und verbessert im Vergleich zu dem Bereich direkt nebenan.

Damit, meint Stephan Lohmann, erweitert die Stadt das vielfältige Angebot auf dem Friedhof. Denn Naturbestattungen sind im Trend, weiß der Leiter des städtischen Fachbereichs für Straßenrecht, Umweltschutz und Friedhof. Die Bestattungskultur hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert, Urnenbestattungen würden mehr nachgefragt, aber ebenso bevorzugten viele eine naturbelassene Umgebung für eine Grabstätte. „Wir haben uns damit sehr gut der Konkurrenz der Friedwälder gestellt“, glaubt Lohmann. Nicht nur auf dem Waldfriedhof, auch auf dem an der Lindenstraße und denen der Ortschaften würden mehr und mehr alternative Bestattungsformen angeboten.

Etwa 258 Grabstellen als Einzel- und Familienurnengrabstätten haben im „Naturgarten II“ Platz. „Uns war wichtig, die Natürlichkeit zu betonen“, sagt Lohmann, der die Anlage mit Amtskollegin Ute Lange und Friedhofsgärtner Harald Bredehöft vorstellt. Deshalb haben sie sich für Findlinge entschieden, wobei es sich größtenteils um alte Grabsteine handelt. „Wir haben sie quasi recycelt“, sagt Lohmann. Auf den Steinen sollen Bronze-Blätter aufgebracht werden, auf denen die Namen der Verstorbenen zu lesen sein sollen. Zur Auswahl stehen Ahorn, Ginkgo, Buche, Eiche und Efeu. Die Urnen werden um die Bäume und Büsche herum beigesetzt, und jeder Grabstelle ist ein Findling zugeordnet. Mit der natürlichen Atmosphäre, die der von Waldbestattungen ähnelt, reagiert die Stadt auch auf die Kritik, die zum ersten Naturgarten geäußert wurde.

Der ist direkt nebenan und wird seit 2012 genutzt. Mehr als die Hälfte der Plätze sind bereits belegt. „Wir haben 95 der 190 Flächen bereits vergeben“, berichtet Lohmann. Bereits nach der Fertigstellung des „Naturgartens“ habe die Verwaltung angestrebt, die Fläche nebenan als weitere Urnenbestattungsanlage zu nutzen. „Uns fehlte aber zunächst eine Idee, mit welchen Konzept wir das angehen“, erklärt Lohmann.

Es sei gut gewesen, dass man sich damit nun noch etwas Zeit gelassen hat. „Beim ,Naturgarten‘ haben wir teilweise die Rückmeldung bekommen, dass es ein wenig nach einer Grabsteinausstellung aussieht“, so der Fachbereichsleiter. Diese Kritik hat die Verwaltung bei der zweiten Fläche aufgenommen und sich für Findlinge entschieden, auf die die Namen der Gestorbenen angebracht werden. Insgesamt bleibt das naturnahe Ambiente im Vergleich noch besser erhalten.

Friedhofsgärtner Harald Bredehöft hat einen besonderen Fund gemacht: Ein quaderförmiger Findling, der eine gute Stellfläche bietet. „Darauf kann die Urne während der Bestattung abgestellt werden, ehe sie in die Erde gelassen wird“, erläutert Lohmann, dass Angehörige an der Stelle nochmal Abschied nehmen können. Auch eine passende Sitzgelegenheit soll noch angeschafft werden, „sodass man hier in ruhiger Atmosphäre gedenken und trauern kann“, malt Lohmann ein Gesamtbild. Die Pflege sei auf das Nötigste beschränkt – der Bereich soll eben möglichst natürlich bleiben.

Ab dem 1. Juni können die Grabstellen erworben werden, wobei die Gebühr 1 127 Euro für 30 Jahre beträgt, eine Verlängerung kostet 37,80 Euro. Darin enhalten sei der Aufwand für die Unterhaltung und die Anbringung des Namens auf dem Stein. Blumen oder Grabschmuck dürfen nach der Bestattung nicht auf der Grabstelle abgelegt werden. Das ist stattdessen um die Findlinge herum gestattet.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Tränen bei Joker Gregoritsch: Österreich schreibt Geschichte

Tränen bei Joker Gregoritsch: Österreich schreibt Geschichte

EM-Drama in Kopenhagen: Dänen-Star Eriksen kollabiert

EM-Drama in Kopenhagen: Dänen-Star Eriksen kollabiert

Fußball-EM mit Show vor Italien-Türkei eröffnet

Fußball-EM mit Show vor Italien-Türkei eröffnet

Löw-Stars vor EM: Kroos-Warnung und Sorgen um Hofmann

Löw-Stars vor EM: Kroos-Warnung und Sorgen um Hofmann

Meistgelesene Artikel

Kommentare