Klimaschutz vereint Gruppierungen

Ostermarsch durch Rotenburg - für Frieden und gegen Fracking

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Zahlreiche Initiativen rufen zum Rotenburger Ostermarsch auf. Das Foto entstand an der „Meinungsfreiheit“, einem Kunstwerk von Amir Omerovic vor dem Pressehaus der Mediengruppe Kreiszeitung an der Großen Straße.

Bereits zum fünften Mal rufen mehrere Initiativen für Samstag, 20. April, zum Ostermarsch durch Rotenburg auf. Bisher war es dabei immer um das Schwerpunktthema Fracking gegangen. Jetzt schließen sich Vertreter der Friedensinitiative an. Beide zusammen verschaffen sich darüber hinaus mit dem Thema Klimaschutz eine gemeinsame inhaltliche Klammer.

Rotenburg – Der Protest gegen das Fracking sei eine Rotenburger Spezialität, sagt Marc Adreßen von den Grünen. Die Friedensdemonstrationen haben ihre Wurzeln in der Friedensbewegung der 70er- und 80er-Jahre. „Jetzt versuchen wir, diese Themen zusammenzubringen“, erklärt er in einem Gespräch mit der Presse.

„Rotenburger Ostermarsch für Frieden, Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und Klimaschutz“ lautet daher auch die gewählte Bezeichnung dieser Veranstaltung, die am Ostersamstag um 10.30 Uhr am Rotenburger Kreishaus beginnt. Eine halbe Stunde später wird sich der Demonstrationszug in Richtung Neuer Markt in Bewegung setzen, wo gegen 12.30 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden soll. Ob Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) als Redner auf der Bühne stehen wird, ist noch offen. Eigentlich sollen diesmal nämlich keine Politiker zu Wort kommen. Andreas Rathjens: „Wir haben die Schnauze voll, wenn sie uns erzählen, was getan werden muss, getan werden kann und getan wird.“ Er selbst soll die Moderation am Neuen Markt übernehmen.

Mögliche Redner sind Werner Hagedorn von der Bürgerinitiative „Frackloses Gasbohren“, der Nabu-Kreisvorsitzende Roland Meyer und, möglicherweise Vertreter der Schüler, die sich auch an der Kampagne „Fridays For Future“ beteiligen. Auch ein Vertreter der IPPNW hat sich angekündigt. Es ist ein internationaler Zusammenschluss von Ärzten, der sich unter anderem vor allem für die Abrüstung atomarer Waffen einsetzt. Ebenso sprechen werden Klaus Bolte von Greenpeace sowie Anja Büssenschütt von der Bürgerinitiative „NoMoorGas“.

Die Liste der Gruppen und Initiativen, die den Ostermarsch auf die Beine stellen und zum Mitmachen aufrufen, ist lang. Die Bürgerinitiative Gesundheit für Hemslingen ist ebenso mit von der Partie wie das Netzwerk sauberes Trinkwasser, die Initiative Wittorfer Bürger für Umwelt und Gesundheit (WUG), die BI „Frackloses Gasbohren“, die IG Wiedau, die BI NoMoorGas, Greenpeace, der BUND, der Nabu, Schüler der IGS Ottersberg und auch die Grünen sowie Die Linke.

„Wir haben nach wie vor die vielen ungeklärten Krebsfälle in der Region. So lange sie nicht geklärt sind, müssen wir uns damit beschäftigen“ sagt Andreas Rathjens. Er sieht in der Erdgasförderung den Grund für die hohen Fallquoten. Im Kreis Verden hat sich die BI „NoMoorGas“ gebildet. Ihre Forderung: „Keine Erdgasförderung in unserer Region.“

Aufgeschreckt sind die Menschen dort nicht zuletzt von den Erkundungsplänen. Das rote X steht als Zeichen des Protests mittlerweile vor vielen Häusern zwischen Ottersberg, Fischerhude und Grasberg. In Rotenburg gibt es ein derartiges, äußeren Zeichen noch nicht. Das könnte sich aber ändern, sagen Marc Adreßen und Anja Büschenschütt. Die ersten davon aus Holz könnten bereits beim Ostermarsch in Rotenburg auftauchen. Handzettel und Postkarten sind ebenfalls für die Ankündigung der Demo gedruckt worden.

„In diesem Jahr wollen wir auf dem Ostermarsch gegen Fracking und für Frieden demonstrieren. Beides hängt zusammen. Viele Kriege wurden und werden um Rohstoffe geführt oder durch Ressourcenknappheit ausgelöst“, heißt es da. Der Klimawandel bedrohe unsere Lebensgrundlagen. „Wir müssen uns daher von den fossilen Energieträgern verabschieden. Daher ist auch das Fracking in unserer Region überflüssig. Es bedroht unsere Gesundheit und unser Grundwasser und das Klima. Wir müssen mehr und lauter werden.“ Die Hoffnung der Veranstalter ist, dass es zumindest mehr Menschen werden als im vergangenen Jahr. 2018 sind etwa 200 Teilnehmer gezählt worden. Ulrich Thiart (Grüne): „Ich habe noch nie eine Demo organisiert, aber das, was NoMoorGas auf die Beine stellt, hat mich beeindruckt. Deshalb bin ich dabei.“

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