10 Fragen an die Bundestagskandidaten

Europa? „Es gibt keinen Weg zurück“

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Die sieben Direktkandidaten für die Bundestagswahl geben Antworten auf die Frage „Ist Europa noch zu retten?“

Rotenburg - Von Jens Wieters. Nach dem Auftakt der Serie „Zehn Fragen an die sieben Direktkandidaten des Wahlkreises 35 Rotenburg I / Heidekreis“ für die Bundestagswahl am 24. September geht es jetzt weiter.

Die Redaktion hatte die Kandidaten gebeten, sich bei den Antworten an eine bestimmte Länge zu halten. Manche haben es gemacht, andere nicht, sodass gekürzt werden musste. Hier nun die nächste Frage und die Antworten.

Ist Europa noch zu retten?

Lars Klingbeil (SPD): Davon bin ich überzeugt, und dafür ist diese Bundestagswahl sehr wichtig. Meine Generation hat wie keine andere von Europa profitiert. Auch deshalb ist es mir ein sehr persönliches Anliegen, für Europa zu kämpfen. Es reicht nicht mehr, sich von Gipfel zu Gipfel zu hangeln und den Abstieg zu verwalten. Wir brauchen mehr Entschlossenheit für europäische Reformen. 

Kathrin Rösel (CDU): Natürlich ist Europa noch zu retten! Allerdings ist die Lage in der letzten Zeit nicht einfacher geworden. Deutschland braucht Europa genauso, wie Europa Deutschland braucht. Mit Angela Merkel stellen wir die angesehenste und erfahrenste europäische Regierungschefin, die die Interessen Deutschlands innerhalb der EU vertritt und sich gleichzeitig für ein weiteres Zusammenwachsen stark macht. Ich möchte sagen können: „Ich bin Europäerin, und ich bin Deutsche.“ 

Hendrik Jürgens (FDP): Die europäischen Verträge haben uns viele Freiheiten gebracht, die insbesondere die Jüngeren unter uns als selbstverständlich erachten. Einen Weg zurück wird es nicht geben. Europa muss vielmehr so ausgestaltet werden, dass die verschiedenen europäischen Institutionen demokratisch besser kontrolliert werden. Als FDP plädieren wir schon seit längerer Zeit für die Abschaffung des Europarates und für eine Stärkung des Europäischen Parlaments als mittelfristiges Ziel. 

Ellen Gause (Grüne): Natürlich, diese für uns wichtige Entwicklung eines geeinten Europas ist keineswegs gefährdet. Wie in jeder dynamischen Entwicklung gibt es auch hier Schwierigkeiten, die sicherlich nur mühsam überwunden werden müssen. Aber das lohnt sich. 

Agnes Hasenjäger (Linke): Wir haben ein Europa des freien Kapitalverkehrs. Deutschland übt durch seine Wirtschaftskraft einen ungeheuren Druck auf schwächere Länder aus – das macht Europa kaputt. Europa braucht einen Neustart mit Schwerpunkt auf sozialen Standards und demokratischen Mitwirkungsmöglichkeiten der Bevölkerung. 

Günter Scheunemann (Freie Wähler): Europa ist natürlich noch zu retten! Die Verbindung Deutschland- Frankreich ist die Zugmaschine der EU. Diese gilt es zu stärken, damit die EU einen starken Kern aufweisen kann. Wir wollen keine Schlagbäume in Europa, deshalb fordern wir den verstärkten Schutz der gemeinsamen Außengrenze. Eine gemeinsame europäische Verteidigungspolitik sollte klar definiert werden. Zudem muss Europa nach außen hin gemeinsam auftreten, damit zum Beispiel mit den Vereinigten Staaten auf Augenhöhe verhandelt werden kann. 

Michael Stewart (AfD): Die Einmischung der EU in die staatliche Souveränität führt zu einer zunehmenden Verschlechterung der Beziehungen der europäischen Staaten untereinander. Gleichzeitig ist eine Währungsunion aus unterschiedlich leistungsfähigen Volkswirtschaften zum Scheitern verurteilt. Die Europäische Union muss deswegen dringend reformiert werden.

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