Kreisverband stellt sich für Landtagswahl auf

Brennecke tritt bei den Grünen gegen Twesten an

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Elke Twesten (l.) bekommt es mit Birgit Brennecke zu tun.

Rotenburg/Gyhum - Von Michael Krüger. Bei den Grünen wird es am Dienstagabend spannender als erwartet. Die Partei nominiert in Gyhum ihre Kandidatin für den „Wahlkreis 53 Rotenburg“ bei der Landtagswahl am 14. Januar. Lange Zeit sah es so aus, als wenn die Scheeßeler Landtagsabgeordnete Elke Twesten ohne Konkurrenz dastehen würde – doch mit der Hemslingerin Birgit Brennecke hat sie nun starke Konkurrenz bekommen.

Seit 2008 gehört die heute 53-jährige Twesten dem niedersächsischen Landtag an. Sie ist frauenpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, seit 2013 hat sie zudem einen Sitz im Haushaltsausschuss inne, zuvor war sie für den Bereich Häfen und Schifffahrt zuständig.

2013 hatte sie 11,6 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis errungen, zog wie 2008 über die Landesliste in den Landtag ein. „Ich kann aus meiner politischen Arbeit viele große und kleine Erfolge vorweisen und glaube deshalb, dass ich gute Chancen habe“, sagt Twesten vor der Kandidatenaufstellung der Grünen.

Gute Chancen werden parteiintern allerdings auch Birgit Brennecke eingeräumt. Die Unternehmerin aus Hemslingen sitzt im Rat der Gemeinde Bothel sowie im Botheler Samtgemeinderat. Im März war sie mit ihrem Versuch gescheitert, sich als Bundestagskandidatin im Wahlkreis „Rotenburg I – Heidekreis“ aufstellen zu lassen. Sie unterlag bei der Abstimmung dem zahlenmäßig deutlich stärker vertretenden Kreisverband mit ihrer Kandidatin Ellen Gause aus Walsrode. 

Rückenwind für Brennecke

Brennecke tritt nun aber mit viel Rückenwind aus der Region und Lob durch die Kreisvorsitzende Gabriele Schnellrieder an: „Sie kümmert sich genau um das Thema, das uns seit Jahren im Magen brummt: Fracking und Erdgasförderung. Da ist sie sehr kompetent.“ Dass Brennecke als Newcomer wenig Chancen auf einen guten Listenplatz bei den in Umfragen schwächelnden Grünen hat, sieht Schnellrieder nicht als möglichen Nachteil. Auch Neueinsteiger hätte Vorrechte. Twesten setzt wenig überraschend auf Kontinuität: „CDU und SPD treten mit neuen Kandidaten an. Da ist meine Chance jetzt nochmals größer als die beiden letzten Male, mit Erfahrung, Kontinuität und sehr gut vernetzt zu überzeugen und ein gutes Ergebnis einzufahren.“

Brennecke selbst begründet ihre Bewerbung so: „Ich bin seit Jahren fast täglich unterwegs, um den Erdgasförderern in der Region auf die Finger zu schauen und begleite die Produktion sehr kritisch. Warum nicht als Politikerin? Denn ich meine, dass sich bei der Landesregierung und auch bei meiner Partei auf Landesebene in diesem Bereich nicht so ganz viel getan hat.“ Und in Richtung ihrer Gegenspielerin: „Elke Twesten hat in den vergangenen Jahren viele Chancen gehabt, bei der Erdgasförderung und auch bei den Bohrschlammgruben etwas zu bewegen. Es ist aber nicht viel passiert. Darum denke ich, dass unsere Region jemanden verdient, der sich in der Materie auskennt und die Probleme anpackt.“

Twesten halte sich, so ist aus dem Nordkreis zu vernehmen, wegen der Konkurrenzsituation die Hintertür einer Kandidatur im Nordkreis offen. Dort gibt es für die Aufstellungsversammlung Mitte Juni in Zeven mit Forstwirt Hans Dietrich aus Bremervörde bislang einen weiteren Bewerber. Auf diese taktische Überlegung angesprochen sagt Twesten: „Zwar vertrete ich seit 2008 in nunmehr zwei Legislaturperioden – einmal in Opposition, einmal in Regierungsverantwortung – mit Erfolg unseren gesamten Landkreis, doch selbstverständlich möchte ich als Scheeßelerin am liebsten da kandidieren, wo ich auch lebe.“

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