Nachfolger des Integrationsprojekts „MITeinander“ für alle Altersklassen

Fortsetzung folgt

Wir möchten uns nach den Interessen der Teilnehmer richten.Dorothee Gräf, Projektleiterin bei Lebensraum Diakonie

Das Projekt „MITeinander in Rotenburg“ ist zum Jahresende ausgelaufen. Rückblickend war es eine ereignisreiche und erfolgreiche Zeit, resümiert Projektleiterin Dorothee Gräf. Sie und ihr Kollege Martin Müller-Trau, der das Projekt als pädagogischer Mitarbeiter betreut hat, hoffen auf eine Fortsetzung, der Antrag ist bereits gestellt.

VON JORIS UJEN

Rotenburg – Die Zusammenführung unterschiedlicher Gruppen von Geflüchteten mit den einheimischen jungen Menschen wäre ohne das Projekt „MITeinander in Rotenburg“ nicht möglich gewesen, stellt Müller-Trau zufrieden fest. Doch das Projekt war vom Träger, dem Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie, nur auf ein Jahr befristet. Damit die Institution mit Sitz in Verden eine Fortsetzung der Integrationsarbeit bewilligt, verlangt sie ein neues Konzept mit neuen Inhalten. „VielMEHR“ nennt sich das Förderprogramm, das Gräf und Müller-Trau konzipiert und beantragt haben. Das „MEHR“ setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Begriffe Miteinander, einzigartig, Heimat und Rotenburg zusammen, erklärt Gräf, die erneut die Projektleitung übernimmt.

Bestehen bleibt die Grundidee, dass Menschen mit Fluchterfahrung, die in Rotenburg leben, mit Einheimischen zusammenfinden und im Idealfall eigenständig weiterführende Projekte gestalten. Beim Vorgänger „MITeinander“ lag dieser Fokus allerdings auf Jugendliche und junge Erwachsene. Jetzt sollen sich Menschen aller Altersklassen von „VielMEHR“ angesprochen fühlen. Gleich bleibt der partizipative Ansatz. Gräf: „Wir möchten uns nach den Interessen der Teilnehmer richten. Dafür müssen wir jetzt auch den Bedarf der Erwachsenen ermitteln.“

Das Hauptaugenmerk soll weiterhin die Begegnung sein. Laut der Projektleiterin wissen viele Menschen aus der Region noch gar nicht von dem Angebot der Jugendwerkstatt. Das habe sie bei den bisherigen Freizeitangeboten im vergangenen Jahr ab und an feststellen müssen. „So etwas braucht Zeit. Unsere gesammelten Erfahrungen sollen nun in das neue Projekt fließen.“ Die Erfahrungen haben gezeigt, dass zugewanderte Menschen den Weg zu den regionalen Angeboten häufig nicht finden oder aus den unterschiedlichsten Gründen nicht beschreiten, wenn sie nicht ermuntert und unterstützt werden. Gräf: „Ziel ist es deshalb, Menschen mit Vorbildfunktion zu finden, die anderen den Weg bereiten.“

Ab Februar soll „VielMEHR“ starten. Treff- und Angelpunkt wird weiterhin das Gebäude der Jugendwerkstatt Rotenburg vom Verein Lebensraum Diakonie (ehemals Herbergsverein Wohnen und Leben) sein. Martin Müller-Trau ist es, der für Kontinuität sorgen soll. „Es ist wirklich erfreulich, was er alles an Aktivitäten auf die Beine gestellt hat“, lobt Björn Harms, Geschäftsleiter der Berufshilfe von Lebensraum Diakonie.

Beginnend mit einer Boßel-Tour im März 2018 wurden insbesondere in den Sommer- und Herbstferien zahlreiche Aktionen und Exkursionen angeboten. Nach seinen persönlichen Höhepunkten gefragt, nennt Müller-Trau das am 5. Dezember aufgeführte Krippenspiel, das die biblische Geschichte von der Geburt Jesu erzählte. Die Darsteller waren junge Christen, Muslime und Jesiden. Aufgeführt wurde das Stück vor rund 130 Zuschauern während einer Weihnachtsfeier für geflüchtete Menschen und Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit, die vom Diakonissen-Mutterhaus organisiert wurde. „Aber auch das Up-Cycling-Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Kaufhaus Karo und der Jugendwerkstatt durchgeführt wurde und das Projekt Paletten-Möbel-Bau in Kooperation mit der Evangelischen Jugend um Jugenddiakon Ole Peyk sind in guter Erinnerung“, so Müller-Trau.

Besonders hervorzuheben sei auch die Offenheit vieler Menschen in den Rotenburger Institutionen, die mit geflüchteten Menschen zu tun haben. „Ich wurde mit dem Projekt an vielen Stellen offen empfangen und erhielt viel Unterstützung“, so der pädagogische Mitarbeiter.

Gräf und Müller-Trau hoffen durch die Fortsetzung, weitere Helfer zu finden – jetzt ohne die vorherige Altersbeschränkung bei „MITeinander“ von 14 bis 26 Jahren. Viele Teilnehmer aus dem vergangenen Jahr haben nun kaum noch Zeit, was wiederum den Erfolg der Jugendwerkstatt untermauert. Dorothee Gräf berichtet, dass viele von ihnen den Weg in die Berufswelt geschafft haben. Jetzt heißt es abwarten. In den kommenden Tagen rechnet Gräf mit einer Antwort aus Verden.

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