Förster Michael Müller gibt Tipps zur Weihnachtsbaum-Pflege

„Nadeliges Wunder“ droht

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Früher war mehr Lametta. Doch damit der Weihnachtsbaum auch bis zum Januar naturgrün bleibt, gilt es einiges zu beachten.

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Alle Jahre wieder ist er der magnetische Pol, der alle Familienmitglieder anzieht. Er ist der Ort, an dem Menschen zusammenkommen, um das Fest der Liebe zu feiern. Der Weihnachtsbaum, in manchen Wohnzimmern steht er schon – geschmückt mit bunten Kugeln, Kerzen und kleinen Figuren. Viele stellen ihn aber erst an Heiligabend auf. Damit man auch noch im Januar was von ihn hat, gilt es einiges zu beachten.

Der bislang milde Winter fordert seinen Tribut. „In diesem Jahr werden einige ihr nadeliges Wunder erleben“, sagt Michael Müller. Er ist Leiter des Reviers Diensthop und der einzige von seinen Kollegen im Bereich des Forstamtes Rotenburg, der auch selber Weihnachtsbäume verkauft. Müller befürchtet, dass die Tannen dieses Weihnachten früh zu nadeln anfangen.

„Die Bäume werden beim Transport gequetscht“, weiß er. Zusammen mit den milden Temperaturen und der Feuchtigkeit würden die Bäume sozusagen „gar gekocht“. Hinzu kommt, dass viele der Tannen, die jetzt verkauft werden, bereits vor einigen Wochen geschlagen wurden. Müllers Empfehlung: „In diesem Falle sollte man den Baum in einen Eimer Wasser stellen und draußen lagern.“

Grundsätzlich sollte man einen möglichst frischen Baum auswählen. „Eine frisch geschnittene Tanne ist unten weiß“, so Müller. Je dunkler der Schnitt, desto länger liegt der Baumschlag zurück.

Vor dem Transport sollte der Baum in ein Netz verpackt und in Folie gewickelt werden, damit er vor Astbruch und Austrocknung durch den Fahrtwind geschützt ist. Die Niedersächsischen Landesforsten empfehlen, den Baum zuhause einige Zentimeter anzuschneiden. Einfach einlagern, ehe er zum Fest aus seinem Transportnetz befreit wird, sollte man ihn aber nicht. Nicht nur der Eimer Wasser ist von Vorteil, auch ein schattiger und kühler Lagerplatz ist wichtig, beispielsweise eine geschützte Stelle im Freien oder in einer Garage.

Wenige Tage vor dem Heiligen Abend sollte man den Baum mit Netz in einem etwa zehn Grad kühlen Raum in den Ständer stellen und das Netz von unten nach oben aufschneiden, sodass der Baum seine Äste entfalten kann. Die Landesforsten raten: Wird er erst kurz vor dem Schmücken in die warme Wohnung gebracht, sollte man den Baum nicht direkt vor die Heizung oder den Kamin stellen. Dann bestehe nämlich die Gefahr, dass der Baum schnell austrocknet.

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